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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

959 vv 
Die Luftschiffahrt. 
sinkende Schiff abgab, wurden von den Kriegsschiffen „Iowa" und „Hamilton" auf 
gefangen. Die „Iowa" war zuerst zur Stelle; sie ließ ihre Boote herab, um die zwei 
hundert Reisenden nebst der Mannschaft zu bergen, was ihr auch glücklich gelang. 
So könnte man in langer Kette Erfolg an Erfolg reihen. Immer zeigt sich, daß die 
Funkentelegraphie den gehegten Erwartungen als Retter in Seenot entspricht. Fürwahr, 
die Technik hat uns wunderbar weit gebracht. Aber noch stehen wir inmitten der Ent 
wickelung. In der Zukunft Schoße ruhen noch ganz andere Erfolge. Wem fiele bei solchen 
Betrachtungen nicht jenes Zukunftsbild ein, das Professor Ayrton von der einstigen Ge 
staltung des menschlichen Gedankenaustausches in folgende Worte kleidet: „Einst wird 
kommen der Tag, wenn wir alle vergessen sind, wenn Kupferdrähte, Guttaperchahüllen 
und Eisenband nur noch im Dunkel der Museen ruhen, da wird das Menschenkind, das 
mit dem Freunde zu sprechen wünscht und nicht weiß, wo er sich befindet, mit elektrischer 
Stimme rufen, die allein nur jener hört, der das gleichgestimmte elektrische Ohr besitzt. 
Er wird rufen: „Wo bist du?" Und die Antwort wird erklingen in sein Ohr: „Ich bin 
in der Tiefe des Bergwerks", „auf dem Gipfel der Anden" oder „auf dem weiten Ozeane". 
Oder vielleicht wird keine Stimme antworten, und er weiß dann, sein Freund ist tot." — 
Die Luftschiffahrt. 
Die Großartigkeit der Erfolge der drahtlosen Telegraphie, so allgemeine Anerkennung 
sie finden, ist doch nicht ohne weiteres im ganzen Umfange im großen Publikum gewürdigt; 
die drahtlose Telegraphie entbehrt gewissermaßen der Popularität, was nicht zum wenigsten 
daran liegt, daß die technischen Einzelheiten dem Laienverständnis nicht ganz leicht zu 
gänglich sind, in erster Linie aber darauf zurückzuführen ist, daß diese technische Großtat 
so ganz und gar nicht eine sportliche Auswertung möglich macht. Wo das sportliche Inter 
esse geweckt wird, das jetzt auch schon in Deutschland einen fast gar zu breiten Raum ein 
nimmt, da treten die epochemachenden technischen Neuerungen von vornherein viel mehr in 
den Brennpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und werden dementsprechend ungleich mehr 
gewürdigt. Das zeigt sich nirgends deutlicher als in der Lösung des Problems, das seit 
Jahrtausenden unzählige phantasiereiche Köpfe mit magischer Gewalt angezogen hat und 
dessen stolze Überwindung zwar noch nicht vollständig gelungen, aber doch in glückver 
heißendster Weise angebahnt worden ist: in der Lösung des Flugproblems. 
Man kann schon heute mit einiger Sicherheit behaupten, daß die Kunst des Fliegens 
voraussichtlich dem ganzen zwanzigsten Jahrhundert, so jung es noch ist, das charakteristische 
Gepräge in technischer Beziehung aufdrücken wird. Die Verwirklichung eines der ältesten 
und holdesten Ideale der Menschheit, die Erfüllung eines unzählig oft geträumten, lieb 
lichen Traumes, die sich in den allerletzten, wenigen Jahren vor unsren staunenden Augen 
vollzogen hat, sie stellen einen so handgreiflichen, auch dem blödesten Verstand einleuchtenden 
Fortschritt dar, daß man wirklich nicht weiß, welchen sonstigen technischen Fortschritt das 
zwanzigste Jahrhundert noch sollte bringen können, der cs an Volkstümlichkeit und Be 
geisterungskraft mit der Luftschiffahrt in ihren beiderlei Gestalten, dem Lenkballon und dem 
Flugapparat, sollte aufnehmen können. 
Für beide Zweige der Luftschiffahrt ist ein und dasselbe Jahr als das eigentliche 
Epochejahr zu bezeichnen: 1908. Nicht mit einem Schlage wurden die sentationellen ersten 
Erfolge jenes denkwürdigen Sommers erreicht; schon in den vorausgegangenen 10 oder 
20 Jahren waren, von der Öffentlichkeit weniger bemerkt, beachtenswerte Leistungen voll 
bracht worden. Aber was damals in rascher Aufeinanderfolge Graf Zeppelin und die 
beiden Brüder Wright sowie manche andren Vorkämpfer der Eroberung der Luft der stau 
nenden Mitwelt offenbarten, das war der Angel- und Ausgangspunkt einer unerhört raschen 
und glänzenden Entwickelung, auf die wir schon heute, obwohl ihre Geschichte erst wenige 
Jahre zurückreicht, mit fast ehrfürchtiger Bewunderung zurückblicken müssen. 
Mit den Fragen des Weltverkehrs hat die Luftschiffahrt, streng genommen, noch 
nichts zu tun. Wir glauben und hoffen, daß die Luftschiffe und Flugapparate dereinst ein
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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