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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

959bbb 
Die Luftschiffahrt. 
(Ohio) experimentierten sie in tiefster Zurückgezogenheit mit einem durch einen Motor ge 
triebenen Gleitflieger, der imstande war, einen Mann zu tragen. Die Versuche begannen 
1901. Schon am 17. Dezember 1903 gelang es ihnen, einen Flug von 260 m gegen 
einen kräftigen Wind in 59 Sekunden auszuführen. Am 20. September 1904 durchflogen 
sie zum ersten Male einen geschlossenen Kreis, und am 6. November 1904 gelang ihnen gar 
em Flug über fast fünf Kilometer. Am 26. September 1905 durchflogen sie in nur 
18 Minuten eine Strecke von fast 18 km, und diese Leistung wurde in den nächsten Tagen 
immer mehr verbessert, bis sie es am 5. Oktober auf eine Strecke von rund 39 km brachten, 
die in 33 Minuten durchflogen wurde. Damit war bereits erwiesen, daß die Flugapparate 
mit Schnellzugsgeschwindigkeit die Luft zu durchschneiden vermochten. Die Erfolge ließen 
sich jetzt nicht mehr verheimlichen; aber die Berichte darüber fanden an den maßgebenden 
Stellen nur Unglauben und Spott. Die Brüder wollten erst dann vor einer amtlichen 
Kommission ihre Künste zeigen, wenn sie den Kaufpreis für ihre Apparate in der Tasche 
hatten, aber keiner von allen den Staaten, denen sie ihre Erfindung anboten, war begreif 
licherweise ohne weiteres bereit, die Katze im Sacke zu kaufen. Da entschlossen sich im 
Zeppelinjahr 1908 die Brüder zu öffentlichen Flügen: Orville Wright produzierte sich in 
Washington, Wilbnr Wright in Le Maus. Am 12. September 1908 flog Orville 73 km 
in 1 1 / 4 Stunde, am 18. Dezember schon 120 km in knapp zwei Stunden, während Wilbur 
in Washington am 3. Oktober mit einem Passagier fast eine Stunde in der Luft blieb. 
Auch größere Höhen von über 100 m wurden von den Wrights zuerst aufgesucht. 
Damit war der Beweis erbracht, daß das Fliegen in der Tat eine Kunst sei, die dem 
Menschen erlernbar ist. Nun regte es sich allenthalben: von Jahr zu Jahr wurden immer 
erstaunlichere Leistungen von einer großen Zahl von Fliegern vollbracht, und wenn auch 
die Todesopfer zahlreich und schwer waren, so ist doch kaum je zuvor ein neuer technischer 
Fortschritt mit so erstaunlicher Schnelligkeit weiter entwickelt worden. War im Jahre 1904 
schon ein Flug von ein paar hundert Metern oder wenigen Kilometern ein bemerkenswertes 
Ergebnis, so finden heute schon Flüge über weite Landstrecken statt, so von Berlin nach Wien 
oder von Paris, wo heute gewissermaßen das Zentrum der Flugtechnik zu suchen ist, nach 
Madrid und Rom (mit Zwischenlandungen) oder gar übers Meer nach London, nachdem 
der Wrightsche Flug über den Hafen von New Dork (1907) oder die Blorivtsche erste llber- 
fliegung des Ärmelkanals (25. Juli 1909) heute bereits als kaum besonders bemerkens 
werte Vorkommnisse erscheinen würden, da sie seither zu oft wiederholt worden sind. Die 
Höhenrekorde wachsen mit erstaunlicher Schnelligkeit; zurzeit ist die größte von einem Flieger 
(Legagneux) erreichte Höhe 5720 w, und die Geschwindigkeit übersteigt alles, was bei 
Menschenwerken sonst vorkommt, mit alleiniger Ausnahme der elektrischen Bahngeschwindigkeit 
auf derZossener Versnchsstrecke (vgl.S.959rv). Hat doch der französische Flieger Vodrines Ende 
Februar 1912 mit seinem Apparat eine Stundengeschwindigkeit von 170 km erreicht, etwa 
das Dreifache der normalen Schnellzugsgeschwindigkeit, wobei noch zu berücksichtigen ist, 
daß die Flugzeuge unbekümmert um alle Unebenheiten des Geländes nach jedem Ziel in 
gerader Linie hinzusteuern vermögen! 
Ein stattliches Heer von Berufs- und Amateurfliegern hat sich seither herangebildet, 
dessen Menge von Jahr zu Jahr anschwillt und in dem ein ungewöhnlich hoher Prozent 
satz von Militärfliegern zu verzeichnen ist, da der militärische Wert der Flugapparate von 
den meisten Autoritäten, wenn auch nicht ganz unbestritten, sehr hoch eingeschätzt wird, so 
daß ein zukünftiger Land- oder Seekrieg mit völlig ungewohnten, neuen Möglichkeiten zu 
rechnen hat. 
Zweifellos hat Frankreich zurzeit die Führung ans nviatischem Gebiet inne und sucht 
sie sich eifersüchtig zu wahren, nicht zum wenigsten im Hinblick auf etwaige kriegerische 
Zukunftsereignisse. An zweiter Stelle stehen die Vereinigten Staaten, wo von privater 
Seite besonders reiche Mittel zur Ausbildung der Fliegeknnst zur Verfügung gestellt wurden. 
Deutschland und England hingegen, von andren Staaten ganz zu schweigen, stehen merklich 
zurück. In England ging es mit den „nationalen" Flugapparaten, die nach den Angaben 
des amerikanischen Obersten Codh gebaut wurden, nicht anders als mit den Luftschiffen:
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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