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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

102 Die Eisenbahnen: Bewegungswiderstände. 
Es dürste hiernach auch nicht unwahrscheinlich sein, daß, wenn dereinst der Gipsel der 
Jungfrau durch Zahnstange und Aufzug der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden sollte, 
mindestens schwächliche Personen auf ihm unter den geschilderten Krankheitserscheinungen zu 
leiden haben werden. In dem Guyer-Zellerschen Entwürfe ist für das Durchfahren des 
großen Jungfrautunnels eine Fahrzeit von etwa IZg Stunden vorgesehen, eine wohl zu 
kurze Zeit, um in ihr den Körper dem stark verminderten Luftdruck anpassen zu können. — 
Bewcgungswiderstände. Wir wir oben sahen, kommt es bei einer Bahn wesentlich 
aus die richtige Wahl ihrer Steigungsverhältnisse an, da hiervon Anlage-und Betriebs^ 
kosten, also die Wirtschaftlichkeit des Betriebes stark beeinstußt werden und die Leistungsfähigkeit 
der Bahn, ihre Betriebsart und ihr Charakter abhängen. Um diesen hochwichtigen Punkt klar 
zu legen, bedarf es einer kurzen technischen Erörterung der Grundlage unseres Eisenbahn 
wesens, der Feststellung des zur Beförderung der Fahrzeuge nötigen Aufwandes an Kraft. 
Aus ihr wird man dann auch unschwer die wirtschaftliche Überlegenheit der Eisenbahnen über 
andere feste Transporlstraßen erkennen, sowie die Bedingungen ersehen, die die Anlage einer 
gewöhnlichen Schienenbahn mit glatten Schienen — Adhäsions- oder Reibungsbahu genannt 
— gestatten oder aber den Bau einer Zahnbahn oder gar Seilbahn notwendig machen. Wir 
müssen hierbei die Fahrzeuge in unsere Betrachtung einbeziehen, da Fahrbahn und Fahrzeug 
in Wechselwirkung zu einander stehen und zusammen untersucht werden müssen, wenn es sich 
um Feststellung der Kraftverhältnisse bestu Befördern der Fahrzeuge handelt. 
Zur Bewegung von Fahrzeugen ist eine Kraft nötig, die deren Widerstand überwindet. 
Dieser besteht bei Windstille oder mäßig bewegter Luft und langsamer Fahrt auf gerader, 
wagerechter Strecke aus der rollenden Reibung zwischen Äadumfang und Fahrbahn 
(=; Rollwiderstand) und der gleitenden Reibung der Radachsen in ihren Lagern (— Zapfen 
reibung). Rollwiderstand und Zapfenreibung bilden den Eigenwiderstand eines Fahr 
zeuges. Er hängt ab sowohl von der Beschaffenheit der Bahn, wie von der des Fahrzeuges 
und ist um so kleiner, je ebener und härter die Fahrbahn ist, je größer die Räder und je 
glatter und besser geschmiert die Achs- oder Radzapfen sind. Man kann ihn für mittlere 
Berhältnisse als Bruchteil vom Gesamtgewichte des Fahrzeuges und dessen Belastung aus 
drücken. Diese Bruchzahl heißt der Widerstandskoeffizient. Bezeichnet man letzteren 
nist s, und wiegt das Fahrzeug mit seiner Last Q Kilogramm, so ist allgemein der Zug 
widerstand oder die zum Fortbewegen des Wagens erforderliche Kraft P in Kilogrammen: 
P = f X Q. Je kleiner hiernach f ist, eine desto größere Last Q, kann durch dieselbe Zug 
kraft P befördert werden, f fällt für die verschiedenen Fahrbahnen und deren Beschaffenheit 
sehr ungleich aus. Man kann bei Wagen im allgemeinen als Durchschnittswert von krechnen für: 
schlechte Erdwege 1 / 5 
mittelgute ■ 1 / (0 
gute >/ 20 
makadamisierte Landstraßen V, 0 — 1 L 0 
Asphaltbahn 7„o-Vao 
gutes Steinpflaster 7 e0 —775 
Straßenbahnen { ! ! ] ] .' ! ! ! ! [ fczfc 
Eisenbahnen 7u<H7»*o 
Auf gutem Steinpflaster läßt sich hiernach mit derselben Zugkraft etwa das dreifache befördern, 
wie aus guten Erdwegen, auf Pferdebahnen das zehn- bis zwölfsache und auf Eisenbahnen 
gar das 25fache. Diese Zahlen verdeutlichen so recht den Fortschritt, der im Laufe der Zeiten 
im Verkehrswesen gemacht ist. Sie begründen überzeugend die in der Einleitung geschilderte 
Thatsache, daß man in Deutschland, Österreich und England schon frühzeitig für den Kohlen 
transport die Eisenspur mit Pferdebetrstb wählte und sie Anfang des 19. Jahrhunderts auch 
auf die Güter- und dann auf die Personenbeförderung ausdehnte. Sie zeigen ferner schlagend 
die Überlegenheit der heutigen Eisenbahnen über alle anderen Fahrbahnen. 
Das Gelände läßt aber nur selten gerade Gleisstrecken zu. Die notwendig werdenden 
Gleiskrümmungen zwingen die Fahrzeuge zu einer stetigen Richtungsänderung, setzen ihrer 
Bewegung also ebenfalls Widerstand entgegen. Dieser „Kurvenwiderstand" ist natur 
gemäß^ um so größer, je schärfer die Gleise gekrümmt und je länger die Fahrzeuge gebaut 
sind, je weniger Sorgfalt ferner auf eine gewisse Beweglichkeit der Radachsen gelegt ist. 
Gleisbögen von etwa 1200 m Krümmungshalbmesser auswärts sind jedoch schon so flach, daß 
sie kaum noch einen nennenswerten Widerstand erzeugen. Im Flachlande kann man den 
Halbmesser erheblich größer wählen als im Gebirge, wo man durch die anzufahrenden Gesteins 
massen der Bergsalten und Thalkrümmungen oft recht beengt ist. Im allgemeinen nimmt 
man ihn bei Hauptbahnen 
im Flachlande nicht gern unter 1000 m 
„ Hügellande „ „ „ 600 „ 
„ Gebirge „ „ „ 300 „ 
Mitunter ist man gezwungen, ihn wesentlich kleiner als 300 m zu nehmen (vergl. Abschnitt 
„Oberbau"). Die englischen Bahnen weisen durchschnittlich auf freier Bahn, d. h. außerhalb
	        

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Die Kommunale Vermögensbesteuerung in Hessen. Verlag von Emil Roth, 1905.
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