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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

112 
Die Eisenbahnen: Linienführung. 
aus Quadermauerwerk, das obere mit zehn Bogen aus Ziegeln errichtet ist, also eigentlich 
zwei Brücken übereinander. Abb. 73 läßt den Ban, wenn auch stark verkürzt, erkennen 
und zeigt auch das der Semmeringbahn eigentümliche enge Anschmiegen der Linie an 
das Gelände. Vielfach wird sie durch hohe und lange Stützmauern gesichert, selbst 
getragen. Man hat sie ihrer vielen Kunstbauten wegen nicht mit Unrecht eine gemauerte 
Bahn genannt. Ihre Anlagekosten einschließlich der Ausgaben für Ausrüstung be- 
tragen denn auch rund 50 Millionen Mark, das macht über 1 Million Mark für das 
laufende Kilometer. 
In dieser Ausführung hat sie keine Nachahmung gefunden, wie schon die ihr wenige 
Jahre später folgende, demselben Lande angehörige Brennerbahn zeigt. Namentlich führt 
man heutigestags so ausgedehnte und hohe Thalübergänge*) wohl kaum noch stockwerk 
artig aus, zieht auch der Kostenersparnis wegen häufig Eisen vor. Ein solches Beispiel 
neuerer Art ist außer der in Abb. 65 u. 86 gezeigten Anordnung, die 1897 fertiggestellte 
Müngstener Thalbrücke zwischen Remscheid und Solingen (Westfalen). Ihre Ansicht 
ist in Abb. 74 wiedergegeben (vergl. auch die Tafel beim Abschnitt „Brückenbau"), um 
einen Vergleich zwischen einst und jetzt auch auf diesem Gebiete zu ermöglichen. Sie ist 
die ziveitgrößte Brücke auf dem europäischen Festlande. Ihr 170 m weiter Mittelbogen 
liegt im Scheitel mit seiner Unterkante 107 in hoch über der Wupper und ist von über 
wältigender Wirkung. Ihr Entwurf und ihre Ausführung rührt von der Nürnberger 
Maschinenbau-Gesellschaft her, die damit dem deutschen Brückenbau zu neuen Ehren ver 
helfen hat. Überholt wird dieses Kunstwerk nur von der Thalbrücke über den Biaur 
in Frankreich, deren Mittelöffnung 220 in Spannweite und 116 in Höhe über Thalsohle 
besitzt. An Gesamtlänge steht sie der 500 in langen Müngstener Brücke allerdings nach. 
England übertrifft bis jetzt durch die gewaltige Firth of Forth-Brücke (vergl. Abb. 75 
und die Abbildungen im folgenden Abschnitte über Brückenbau) alle anderen Eisenbahn 
brücken der Welt, wie es auch seiner Zeit die erste schmiedeeiserne Eisenbahnbrücke erstellte, 
die berühmte Röhrenbrücke über die Menai-Strait im Zuge der Eisenbahn Chester-Holy- 
head(Abb. 76). Erbauer dieser Britanniabrücke war Robert Stepheuson, langjähriger 
Leiter der von seinem Vater George gegründeten Lokomotivfabrik in Newcastle-on-Tyne. 
Die Brücke gilt heute noch als ein Meisterwerk der Jngenieurkunst, das ein unvergäng 
liches Denkmal seines Schöpfers bildet. Gern weilt der Fachmann bei ihrem gewaltigen, 
eigenartigen Bau, betrachet sinnend die einfache, aber inhaltreiche Inschrift am Portal: 
„Robert Stepheuson, Engineer" und läßt die 50 Jahre, die seit ihrem Bau verflossen 
sind, an seinem geistigen Auge vorüberziehen. Was ist in ihnen nicht alles ans dem 
Gebiete des Jngenieurweseus geschaffen, entwickelt und ausgereift, wie ist dadurch die 
Kultur gehoben und verallgemeinert, wie sind dadurch unsere äußeren Lebensverhältnisse 
gründlich, aber segensreich umgestaltet worden! 
*> Besonders hohe Steinviadukte früherer Jahre finden sich in Sachsen, wo ihre Höhe über 
Thalsohle bis 80 in erreicht, wie z. B. die Muldenthalbrücke der Leipzig-Chemnitzer Bahn 
= 68 m) und der berühmte Göltzschthalviad ukt der sächsischen Staatsbahnen (= 80 m). — 
Im allgemeinen kann man annehmen, daß bei einer Gleishohe über Thal von etwa 25 m eine 
Thalbrücke einem geschütteten Damm der Kosten und Sicherheit wegen vorzuziehen ist. Örtliche 
Verhältnisse führen auch hier zu Ausnahmen; so finden sich in Süddeutschland mehrfach Erddämme 
von etwa 30 in Höhe, während der Tamm durch das Kohlbachthal im Zuge der Deggendorf- 
Eisenstein Bahn sogar 45 in hoch ist. Er hat mehr als l l 2 Million Kubikmeter Schüttmasse 
erfordert. Über hölzerne Thalbrücken vergl. S. 119.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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