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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Bau und Wirkungsweise der Lokomotiven. 
169 
Betriebsmittel. 
Dir Lokomotive. 
Grundlagen für den Bau und die Wirkungsweise der Lokomotive. 
Um die geschichtliche Entwickelung der Lokomotive klarer verfolgen und die nach und 
nach getroffenen wichtigeren Verbesserungen derselben eingehender würdigen zu können, 
bedarf es zunächst einer Darlegung derjenigen Grundlagen, die für den Bau und die 
Wirkung der Lokomotive allgemein maßgebend sind. Erst nach ihrer Erörterung wird' 
sich zweckmäßig das Geschichtliche, das gerade hier von besonderem Interesse ist, an 
gliedern können. 
An jeder Lokomotive unterscheidet man drei Hauptteile: den Dampfkessel, die 
Dampfmaschine und den Wagen oder das Rahmengestell. Der Kessel dient zur Erzeugung 
hochgespannten Wasserdampfes, dessen Energie in der Dampfmaschine nutzbar gemacht 
und in Arbeit (Zugkraft mal Geschwindigkeit) umgesetzt wird. Kessel und Maschine 
werden von dem Wagen getragen, der das Ganze lausfähig macht und die gewonnene 
Arbeit an die Treibräder bezw. den Zughaken der Lokomotive zwecks Beförderung ihrer 
selbst, sowie der Wagenlast abgibt. — Abb. 164 bis 169 zeigen die vortrefflich durchgebildete 
neuere Schnellzuglokomotive der preußischen Staatsbahnen. Zur Erläuterung diene in etwas 
abgekürzter Wiedergabe die Beschreibung der Lokomotive, wie sie von keinem Geringeren 
denn dem Grafen Moltke*) im Jahre 1843 in klarer und bündiger Weise verfaßt ist. 
„Dem Kesseldampf bieten sich zwei Auslaßwege: durch das Sicherheitsventil und, wenn 
die Maschine arbeitet, durch die Cylinder. In den letzteren befindet sich ein Kolben, welcher 
vorwärts und rückwärts verschoben wird, wenn mittels des Regulators dem Dampf der Zu 
tritt in den Cylinder vor oder hinter den Kolben gewährt wird. Bevor aber der letztere den 
Grund des Cylinders erreicht, schließt sich mittels einer einfachen und sinnreichen Vorrichtung 
die Öffnung, durch welche der Dampf eingedrungen war, und es öffnet sich ein Ausweg für 
denselben nach dem Rauchfang, durch welchen er alsbald entweicht. Durch dieses wechselseitige 
Eintreten von frischem Dampf und Austreten des verbrauchten bald an einem, bald am 
anderen Cylindercnde bleibt der Kolben in einer beständigen und zwar sehr raschen Bewegung 
vorwärts und rückwärts. Die Lokomotive ruht auf vier, sechs oder acht Rädern, von denen 
die Leit- und Treibräder unterschieden werden müssen. Die ersteren sind kleiner und dienen 
nur dazu, die Last der Maschine zu tragen, die letzteren, von bedeutend größerem Durch 
messer, sollen sic fortbewegen. Die Kolben in den Cylindern nun stehen mittels Stangen in 
Verbindung mit Kurbeln an den Treibrädern, so daß jede Bewegung einmal rückwärts und 
einmal vorwärts der ersteren eine volle Umdrehung der letzteren zur Folge hat. 
Überall, wo zwei Körper sich in unmittelbarer Berührung einer über den anderen fort 
bewegen, entsteht Reibung. Auf sie ist die Anwendung von Lokonlvtiven zum Fortziehen von 
Lasten basiert. Die Elastizität der im Kessel entwickelten Dämpfe treibt in den Cylindern, wie 
wir sahen, den Kolben hin und her, und diese Bewegung teilt sich zunächst den Treibrädern 
mit, welche das Bestreben erlangen, sich umzudrehen. Weil sie auf den Eisenschienen, auf 
welchen sie ruhen, einen Widerstand finden, den man gewöhnlich Adhäsion nennt und welcher 
sie hindert, sich frei um ihre Achse zu drehen, so treiben sie diese Achse selbst vorwärts, d. h. 
sie rollen fort und ziehen die Last, welche angehängt sein möchte, mit." — 
Zugkraft der Lokomotive. Befördert die Lokomotive einen Wagenzug mit 
gleichmäßiger Geschwindigkeit, so ist ihre Zugkraft gleich dem Widerstande des ge 
samten Zuges einschließlich Lokomotive. Nach früherem hängt dieser Widerstand ab 
von der Neigung und Krümmung der Bahn, der Fahrgeschwindigkeit, der Bauart 
der Fahrzeuge und den Witterungsverhältnissen. Er schwankt sonach. Seinem größeren 
oder geringeren Werte muß der Lokomotivführer die von der Lokomotive zu äußernde 
Zugkraft anpassen. Zu dem Zwecke ist die Maschine mit einer Coulissensteuerung aus 
gestattet, die in einfachster Weise nicht nur jeden gewünschten Füllungsgrad der Dampf 
cylinder (stärkere oder schwächere Speisung mit Kesseldampf) und damit eine Änderung 
der Zugkraft ermöglicht, sondern auch das Vor- und Rückwärtsfahren. 
*) Vergl. „Moltkes gesammelte Schriften", Bd. II. Verlag von Mittler und Sohn, 
Berlin, 1892. S. 230—274. 
IX 22
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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