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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

172 
Eisenbahnen: Die Lokomotive. 
des Gleises (Schienenstöße) und der Brücken nicht die Überschreitung eines gewissen Rad 
druckes. In England geht man wegen des dort üblichen kräftigen und geradezu vorzüg 
lichen Oberbaues mit dem Treibraddruck bis auf 9500 kg. In einzelnen Fällen ist man 
in Nordamerika sogar auf 10000 kg, ja selbst auf 10950 kg (Illinois Zentralbahn, vergl. 
S. 226) gegangen. In Deutschland waren bisher nur 7000 kg Radbelastung zulässig. 
Bei denjenigen Strecken jedoch, die endlich einen schwereren Gleisbau erhalten haben, 
bezw. in Zukunft bekommen, und deren Brücken natürlich auch kräftig genug sind, ist seit 
Herbst 1898 ein Raddruck von 8000 kg zugelassen worden. 
Die Abmessungen der Lokomotivmaschine, der zulässige Dampfdruck und der Durch 
messer der Treibräder müssen der aus der Achsbelastung sich ergebenden Adhäsionszug 
kraft genügen, anderenfalls kann nur die durch sie begrenzte größte Anzugskraft aus 
geübt werden. Die Lokomotive mit einer Treibachse vermag daher auf deutschen Bahnen 
eine größte Anzugskraft von = 2154 kg zu äußern, welcher Wert bei den neuen 
Lokomotiven auf 2462 kg anwachsen kann. 
Sind die Züge kurz, so daß ihr Widerstand gegen die Bewegung kleiner ist als 
obiger Zahlenwert, so können sie von einer Lokomotive in Gang gebracht werden. Sind 
sie aber schwerer, und genügt auch die durch Besandung des Gleises hervorgerufene Ad 
häsion nicht, so muß man noch eine zweite Lokomotive vor den Zug spannen oder diesen 
durch eine solche nachschieben lassen. Dieselbe wird Vorspann- bezw. Schiebe 
lokomotive genannt. Ein Betrieb mit 2 Lokomotiven ist aber umständlich und vor 
allem unwirtschaftlich. 
Die heutigen Personen- und Schnellzüge sind fast immer, die Güterzüge wohl stets 
so schwer, daß eine Treibachse für das Anziehen nicht genügt. Darum verbindet man 
zwei oder mehr Radachsen durch steife Kuppelstangen mit der Treibachse, wobei selbst 
verständlich alle Raddurchmesser genau gleiches Maß haben müssen, überträgt also die 
Dampfarbeit statt auf zwei nunmehr auf vier, sechs oder noch mehr Räder. Bei ent 
sprechenden Abmessungen kann nun die Lokomotive eine größte Anzugskraft äußern, die 
im Mittel dem 6,s ten Teile des Gesamtdruckes aller gekuppelten Räder entspricht. Abb. 170 
zeigt die größte Güterzuglokomotive der preußischen Staatsbahnen, bestimmt für deren 
Gebirgsstrecken. Die 8 gekuppelten Räder pressen die Schienen mit insgesamt 55 500 kg, 
die größte Anzugskraft beträgt sonach hier im Mittel 8540 kg. Die zur Zeit 
schwerste und kräftigste Lokomotive der Welt ist die 16rädrige Doppellokomotive der 
Mexikanischen Zentralbahn. Sie wiegt dienstbereit 113 500 kg, wovon 95 300 kg den 
12 gekuppelten Rädern zufallen. Diese Rtesenlokomotive kann daher eine größte Anzugs 
kraft von 14 660 kg äußern. 
Der Kessel muß so berechnet und bemessen sein, daß er während der Fahrt die 
nötige Dampfmenge andauernd und sicher liefert. Die zur Zeit stärksten Lokomotiven 
erfordern stündlich über 10000 kg Dampf, die vierachsigen Schnellzuglokomotiven der 
preußischen Staatsbahnen bei schnellster Fahrt (90 kni in der Stunde) gegen 8500 kg 
und die dreiachsige Güterzuglokomotive dieser Bahnen etwa 5500 kg. Solche gewaltigen 
Dampfmassen lassen sich aber nur durch schnelle Verbrennung einer großen Menge guter 
Kohlen erzeugen, was wiederum eine große Heizfläche und künstlichen Zug zwecks leb 
hafter Feueranfachung bedingt. 
Aus vorstehendem ersieht man, daß die Leistungsfähigkeit einer Lokomotive, das ist 
das Produkt aus Zugkraft (Z) und Geschwindigkeit (v), von dreierlei abhängt: 
1) von der Zahl der gekuppelten Räder oder genauer von dem Adhäsionsgewicht der 
Lokomotive, das ist nach obigem dasjenige Gewicht, mit welchem die Treib- und Kuppel 
räder auf die Schienen drücken, 
2) von der Verdampfungsfähigkeit des Kessels, 
3) von den Abmessungen der Dampfmaschine (Cylinderdurchmesser, Kolbenhub, 
Dampfdruck) und des Treibraddurchmessers. 
Alle drei Gesichtspunkte erfordern bei einer neu zu entwerfenden Lokomotive sorg 
fältige Berücksichtigung. Sie müssen sich in Rechnung und Entwurf wiederspiegeln.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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