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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

14 
Entwickelung des Verkehrswesens. 
barischen Küste und nach Ceylon unter Benutzung der regelmäßig auftretenden Winde. 
Es war nämlich dem griechischen Piloten Hippalus um die Mitte des ersten Jahrhunderts 
gelungen, mit Benutzung der bereits zu Alexanders Zeiten bekannten Monsune, aus dem 
Golf zu Aden quer über den Indischen Ozean nach den malabarischen Hafenplätzen zu 
fahren. Die bisherige Küstenfahrt wurde dadurch in eine Fahrt auf hoher See ver 
wandelt. Seitdem verließen die Jndienfahrer im Juli die ägyptischen Häfen, erreichten in 
30 Tagen Okelis am arabischen Ufer des Bab el Mandeb und gingen mit dem Südwest 
monsun in 40 Tagen nach den indischen Küsten. Im Golfe von Cambaja warteten ihrer 
vor dem Hafenplatz Barygaza die königlichen Lotsen, um die Kauffahrer sicher über 
trügerische Tiefen zu bringen, oder die Schiffe hielten südlicher, um sich in den großen 
malabarischen Stapelplätzen Muziris (Mangalore), Nelkynda (Nelifferam) und Kotto- 
narike (Cochin) mit Zucker, Pfeffer und Elfenbein zu versehen. Über das Kap Komorin 
reichte damals die Schiffahrt der hellenischen Ägypter in der Regel nicht hinaus (80 bis 
89 n. Chr.). Der Nordostmonsun, welcher bereits Mitte Oktober eintrat, durfte zur Rück 
reise nicht versäumt werden, wenn in einem Jahre Fahrt und Rückfahrt zurückgelegt 
werden sollte. Gegen Pferde und andere Erzeugnisse ihres Landes kauften die Perser 
die indischen Waren ein und brachten sie auf dem Euphrat über Assyrien nach dem 
Pontus, dem Schwarzen Meer. Ägypten ging immer mehr seiner Handelsbedeutung ver 
lustig, und Byzanz ward zum vornehmsten Zwischenmarkt Asiens und Europas. Fast der 
gesamte indische Handel gelangte im Laufe des 6. Jahrhunderts in die Hände der 
arabischen und persischen Kaufleute. 
Mit dem Vordringen der Mohammedaner (die Anhänger des Propheten be 
mächtigten sich 30 Jahre nach der Hedschra der Inseln Cypern, Kreta, Rhodus; in 
den Jahren 634—636 gelangten sie in den Besitz von Damaskus, Emessa, Laodicea, 
Antiochien, Aleppo, Jaffa und Jerusalem; im Jahre 640 fiel Ägypten in ihre Hände; 
nach der Unterwerfung Spaniens besetzten sie Sardinien, Corsika und 827 Sizilien) 
nahmen die Beziehungen Südeuropas mit Indien über das Mittelmeer ein vollständiges 
Ende. Die Seeräuberei ließ das Mittelmeer lange verödet, und einen langen Zeit 
raum hindurch trat die Schiffahrt fast vollständig in den Hintergrund. Bei den Arabern 
war der Karawanenhandel zunächst die Hauptsache. Die Größe des nach und nach 
eroberten Gebiets zwang schließlich die Araber, dem Verkehrswesen und dem Handel 
Beachtung zuzuwenden. Der Handel mit Indien begann wieder eine Hauptrolle zu spielen, 
und zu seiner Förderung legte Kalif Omar Basra oder Baffora am Euphrat oder 
Schat el Arab an. Der maritime Verkehr erstreckte sich allmählich bis nach China und 
den Sundainseln. Schiffahrt und Karawanenhandel vereint ließen die Städte Mekka, 
Medina, Bagdad, Mossul, Damaskus, Baffora sich zu glanzvollen Handelsstädten ent 
wickeln und die Stelle einnehmen, welche einst Babylon, Ninive, Persepolis und Palmyra 
besessen hatten. 
In den neu entstandenen Handelsstädten wurden die Reichtümer von ganz Asien 
aufgehäuft. Die Märchen der „Tausend und eine Nacht" geben ein Bild von dem da 
maligen orientalischen Glanz und Luxus. Das im Koran enthaltene Gebot der Gast 
freundschaft erleichterte das kaufmännische Reisen. Auf den Hauptstraßen wurden Wasser 
behälter und Karawanseraien angelegt, und zu einer Zeit, in welcher im Abendlande der 
Straßenbau vielfach zu einer unbekannten Kunst wurde, waren die abbasidischen 
Kalifen und die Chane des großen mongolischen Reiches bemüht, in ihren ungeheuren 
Staatsgebieten die Verkehrswege auszubilden und dem Handel nutzbar zu machen. Zu den 
fünf großen Würdenträgern gehörte im Kalifenreich der Staatssekretär für Kanzlei- und 
Postwesen. 930 Poststatioiien waren über das ganze Reich zerstreut und wurden von be 
sonderen Beamten verwaltet. Steinsäulen, auf denen die Höhe des Waren- und Straßen 
zolls verzeichnet war, machten die Pikettstalion kenntlich, 10 000 Wachtleute hatten für 
die Straßensicherheit Sorge zu tragen. 
Die Einverleibung Chinas in das ungeheuer große Mongolenreich führte einen 
weiteren Fortschritt auf dem Gebiete des Verkehrs herbei. Neben den zahlreichen neu 
zur Erbauung kommenden Kanälen wurden gepflasterte Heerstraßen hergestellt, die mit
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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