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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Personenwagen. 
237 
Personenwagen. 
Während in Europa, den hier herrschenden Klassengegensätzen entsprechend, die 
Wagen bis in die Mitte der 70er Jahre fast ausschließlich nach dem von England aus 
verbreiteten Abteilsystem mit verschiedenen Klassen gebaut wurden, stellte man in dem 
öemokratischen Amerika das Wageninnere als einen einzigen, nicht durch hohe Querwände 
geteilten Raum her. In der ganzen Wagenlänge zog hier ein Durchgang zwischen den 
Sitzplätzen hin (Durchgangswagen), der von außen durch Thüren in den Stirnwänden 
zugänglich war. 
Die ersten englischen Personenwagen wurden den alten Postkutschen nachgebildet 
derart, daß jedes Abteil auch äußerlich wie ein Postwagenkasten, Berline genannt, sich 
darstellt. Das Dach diente zur Aufnahme des Reisegepäcks und auch von Reisenden. 
Eine sehr verbreitete Bauart dieser Wagen, die sich seit Ende der 30 er Jahre auch in 
Deutschland allgemein Eingang verschafft und hier noch lange erhalten hat, besaß nur 
drei Abteile, die, falls für die erste Klasse eingerichtet, je 6 Sitzplätze enthielten. Ein 
solcher Wagen konnte 18 Reisende im Inneren aufnehmen. Im Gegensatz hierzu faßten 
die amerikanischen Durchgangswagen 60 bis 70 Reisende, hier war daher das auf jeden 
Sitzplatz entfallende „tote Ge- _ _ _ _. 
wicht" erheblich geringer, als 
bei den kurzen englischen Abteil 
wagen, was den wirtschaftlichen 
Betrieb der Personenzüge gün 
stig beeinflussen mußte. 
Die Wagen zweiter Klasse 
waren anfangs auf den euro 
päischen Bahnen vielfach ohne 
Fenster, dafür zwischen Dach und 
Bordwand offen, oft auch ohne 
ein Dach. Ein solches fehlte den 
Wagen dritter Klasse regelmäßig 
(Abb. 241), dabei waren die 
Wagen niedrig und schmal. Noch 
Ende der 40 er Jahre wurden 
auf den Stationen der Leipzig- 
Dresdener Bahn Gesichtsmasken und Schutzbrillen den Reisenden angepriesen als Schutz 
gegen Zugluft und den Funkenauswurf der Lokomotiven. 
Die den Verhandlungen des „Institution ok Nootmnioal liinxinsors" 1898 ent 
nommenen Abb. 241 u. 242 zeigen in sehr charakteristischer Weise die äußerliche Ent 
wickelung der Personenwagen einer Hauptbahn Englands in der Zeit von 1839 bis 
1897. In 6 Jahrzehnten ist hier die Wagenlänge von noch nicht 4 in auf 18 ni ge 
wachsen, die Zahl der Räder eines Wagens von 4 auf 12 (Speisewagen) gestiegen. Ähnlich 
wie bei dieser einen Bahn ist (abgesehen von deren Drehgestellen der 70er Jahre) auch 
der Entwickelungsgang im übrigen England, in Deutschland und den anderen älteren 
Eisenbahnländern. 
Man ging in der Folge allgemein zu geschlossenen und verglasten Wagenkasten über, 
machte die Abteile breiter, länger und höher, vermehrte ihre Zahl auf 5, selbst 7, führte 
Heizung, Beleuchtung und Lüftung ein, gute Polsterung in den oberen Klassen und fügte 
schließlich auch in den lange Strecken durchfahrenden Wagen Wasch- und Aborträume 
ein; dem folgte die Einstellung von Schlaf-, Speise- und Aussichtswagen, um endlich in 
der Neuzeit in den amerikanischen Luxuszügen mit ihren Bade-, Rasier-, Schreib-, Biblio 
thek- und Musikräumen, denen jetzt sogar Theater- und Kapellenraum sich zugesellt haben, 
den Gipfel der Bequemlichkeit und Reisezerstreuung zu erhalten. Allerdings durchlaufen 
diese Züge auch meistens so lange Strecken, daß den oft mehrere Tage an sie gefesselten 
Reisenden Gelegenheit zu Zerstreuungen, Beschäftigungen u. s. w. geboten werden muß, 
240. Erster persancnwngcil 
der Ktaekton^arlington-Eisenbahn, 1820.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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