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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

248 Eisenbahnen: Personenwagen. 
nicht als Luxuswagen. So wurde auf den Bahnen in Württemberg und in der Schweiz 
diese Bauart eingeführt. Doch besaßen diese Wagen nur ein einfaches Drehgestell, 
das ein sanftes Fahren ermöglichende Gestell mit Wiege und doppelter Federung, wie 
solches weiter unten zu Abb. 258 näher erläutert ist, fehlte ihnen. Im allgemeinen 
sind Wagen mit Mittelgang, abgesehen von den Speisewagen, in Nordenropa nicht 
beliebt; die Reisenden lieben hier mehr die Absonderung, ziehen Abteile den einheit 
lichen Wagenräumen vor. Erstere geben für längere, besonders nächtliche Reisen weniger 
Störung durch zu- und abgehende Reisende. Anderseits hat das reine Abteilsystem den 
Nachteil, daß es die Reisenden an den kleinen Sitzplatz bannt und von den anderen 
Fahrgästen des Zuges isoliert. Vor allem aber birgt es, wenn nicht Bahnsteigsperre 
oder das englische Kartenkontrollsystem eingeführt ist, schwere Nachteile für das Zug 
personal, da dieses während der Fahrt aus den außen befindlichen Trittbrettern von 
Wagen zu Wagen mit Lebensgefahr gehen muß. Die Verlnstziffern der Schaffner durch 
Abstürzen von den Trittbrettern sind nicht gering. In der Schweiz sind Abteilwagen 
in den Tageszügen überhaupt verboten. (Nachtzügc verkehren nur auf den wenigen durch 
gehenden Linien, wie ans der Gotthardbahn u. s. w.) Hier kann der Zugbeamte vermittelst 
der Plattformen gefahrlos von Wagen zu Wagen gelangen. Preußen ist dann vor 
einigen Jahren mit der Bahnsteigsperre und einem Verbote des Trittbrettbegehens 
während der Fahrt in löblicher Weise vorangegangen, die Reichslande sind gefolgt, und 
hoffentlich wird jenes gefährliche Kontrollverfahren im Interesse der Fahrbeamten bald 
überall verschwunden sein. 
Wagen mit Seitengang. Schon 1870 schlug der verdienstvolle Ingenieur 
Heusinger von Waldegg Durchgangswagen vor, die auch die Vorteile der Abteilwagen 
boten. Der Durchgang war an eine Längswand gelegt, auf ihn mündeten die Seiten- 
thüren der Abteile. Vier Jahre später wurde der erste Wagen dieser Bauart in Deutsch 
land (Hessische Ludwigsbahn) in Betrieb gesetzt, doch brach sich erst nach 1890 deren 
allgemeine Einführung Bahn, nachdem die Dnrchgangswagen der amerikanischen Luxus 
züge von preußischen Maschinenbaubeamtcn 1891 an Ort und Stelle eingehend geprüft 
worden waren. 
Luxnszüge. Pullmann hatte 1887 den ersten Luxuszug gebaut, der als der 
Gipfel des Fortschrittes gepriesen wurde. Diesem folgten bald weitere Züge gleicher Art, 
die sich schnell die Gunst der Amerikaner erwarben. Es sind dieses die schon oben kurz 
erwähnten, aus Salon-, Speise-, Schlaf- und Rauchwagen zusammengesetzten Züge mit 
geschlossenein Verbindungsgang an den Wagenenden (Vestibüls trains) und im Inneren 
auf das reichste und bequemste ausgestattet (vergl. Abb. 247 bis 253). Auf Grund des 
günstigen Berichtes vorerwähnter Beamten verfügte der preußische Eisenbahnminister den 
Bau ähnlicher geschlossener Züge. Es sind dieses die heute bei uns so beliebten und in 
größerer Zahl verkehrenden D-Züge mit Drehgestellwagen und durch Faltenbälge ein 
gehüllten Übergangsbrücken an den Enden, vom Volksmunde aus letzterem Grunde auch 
Harmonikazüge genannt. Wagenkasten und Drehgestelle sind deutscherseits selbständig 
durchgebildet worden. Die D-Wagen gestatten ein sicheres, gegen Luftzug geschütztes 
Wandern der Reisenden durch den ganzen Zug, ohne Störung der Personen in den 
Abteilen. Da die Plätze nach amerikanischem Vorbilde numeriert sind, so kann man 
sich im Zuge auch noch nach der Abfahrt einen passenden Platz wählen, soweit die 
Besetzung es gestattet. Da die Züge auch Speisewagen (Abb. 257) bezw. Küchen 
einrichtung führen, so kann man in ihnen bequem sich leiblich erfrischen. 
Das Reisen in solchen D-Zügen ist keine Unbequemlichkeit mehr. Ihre Benutzung 
in Preußen ist auch so stark, daß aus dem verwaltungsseitig erhobenen Zuschlage (V 2 bis 
2 Mark, je nach Entfernung und Wagenklasse) sich die hohen Beschaffungskosten dieser 
Züge verzinsen. Publikum und Verwaltung haben also durch dieselben gewonnen. 
In England sind derartige D-Züge zur Zeit in nur geringer Zahl, dagegen werden 
in die Schnellzüge vielfach Speise-, Salon- und Schlafwagen mit Drehgestellen eingestellt. 
D-Wagen laufen ferner in Österreich-Ungarn, in Rußland, Schweden, ans der Gotthard 
bahn u. s. w. Sie werden sich immer mehr Eingang verschaffen. Die seit 1897 die
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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