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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

256 Eisenbahnen: Personenwagen. 
Die Ansichten über die elektrische Zngbeleuchtung in Bezug auf ihre wirtschaftliche 
Seite sind zur Zeit noch sehr geteilt. Die Anlage ist teuer, und die Eisenbahnen müßten 
bei Einführung dieser Beleuchtungsart ihre bisherigen, oft kostspieligen Einrichtungen 
beseitigen. Die preußische Staatsbahnverwaltung hat z. B. für die Gasbeleuchtung etwa 
12 Millionen Mark verausgabt. Die Umänderung ihrer Wagen für elektrische Beleuchtung 
würde mindestens 20 Millionen Mark erfordern. Nur wenige kleinere Eisenbahn- 
verwaltungen haben das elektrische Licht bis jetzt durchweg für Personeuzüge eingeführt, 
so z. B. die Dortmund-Gronau-Enscheder Bahn, die Marienburg-MIawka Bahn, dieJura- 
Simplon Bahn. Die letztere Bahn mit rund l000 km Betriebslänge und 475 für 
elektrische Beleuchtung eingerichteten Personenwagen ist allerdings in der vorteilhaften 
Lage, den elektrischen Strom zu mäßigem Preise beziehen zu können. In Biel und 
Freiburg befinden sich durch Turbinen betriebene Elektrizitätswerke, die außer dem 
Laden der Sammelbatterien für die Wagen auch die elektrisch erleuchteten Bahnhöfe 
und Werkstätten mit Licht und Arbeitsenergie versorgen. Den entfernteren Stationen 
werden die geladenen Wagenbatterien durch besondere Sammelwagen zugeführt. Unter 
solch günstigen Verhältnissen ist allerdings die elektrische Zugbeleuchtung billig. 
Neu zu erbauende Bahnen oder solche, die noch nicht die Gasbeleuchtung eingeführt 
haben und ihre Wagenbeleuchtnng verbessern wollen, können unter Umständen von dem 
elektrischen Glühlicht vorteilhaft Gebrauch machen. 
Es ist aber zu beachten, daß neuerdings dem elektrischen Glühlicht ein gewichtiger 
Mitbewerber in dem Acetylen entgegengetreten ist. Dieses Gas wird aus Karbid, das 
ist ein aus Kohle und Kalk in der hohen Temperatur des elektrischen Lichtbogens er 
zeugter Körper, in denkbar einfachster Weise hergestellt. In Wasser gelegt, entwickelt der 
selbe das bekannte Acetyleugas, das eine ungemein große Leuchtkraft besitzt. Ohne auf 
seine Eigenschaften näher einzugehen, genüge hier anzuführen, daß es nach eingehenden 
Versuchen der Firma Pintsch vorteilhaft ist, ein Gemisch aus 3 Teilen Fettgas und 1 Teil 
Acetylen zu brennen. Ein solches „Mischgas" ist nicht gefährlicher als das Ölgas, 
ist daher auch in diesem Punkte dem reinen Acetylen überlegen. Die teuren Gas 
einrichtungen unserer Bahnen können hierbei unverändert weiter benutzt werden, und 
die Helligkeit der Gasflammen ist eine dreimal größere gegenüber der reinen Fett 
gasflamme. Damit dürfte allen Ansprüchen auf Wagenbeleuchtung vorläufig genügt 
sein, steigt doch damit die Leuchtkraft der Gasflamme von 8 bis auf 24 Kerzen 
stärken. Bezogen auf eine Kerzenstärke stellt sich zudem das Mischgas billiger als das 
Fettgas. Schon 1898 wurden die Wagen der Berliner Stadtbahn damit erleuchtet, 
und nachdem jetzt die Acetylenanstalten an den Hanptlinien errichtet und in Thätigkeit 
gesetzt sind, werden auch die Personenwagen der übrigen Linien des preußischen Netzes 
sowie alle anderen für Fettgas eingerichteten deutschen Wagen mit Mischgas erhellt; 
das Ausland folgt. 
Trotz des von gewissen Seiten angefeindeten Staatsbahnsystems sehen wir, daß 
dasselbe in Preußen stets an der Spitze des Fortschritts marschiert. Auch in dem neuen 
Jahrhundert findet der Reisende in keinem Lande für sämtliche Wagenklassen so bequeme, 
gut geheizte und erleuchtete Wagen wie im deutschen Vaterlande, insbesondere in dessen 
führendem Staate. Die in London erscheinende technische Zeitschrift ,,Railway News“ 
sagt bei Erörterung der Eisenbahugesetzgebung Preußens am Schluffe ihrer, unser Eisen 
bahnwesen behandelnden Besprechung: „Es gibt kein Land, welches so zahlreiche Be 
quemlichkeiten und Erleichterungen im Eisenbahnverkehr genießt, wie Deutschland." 
Bremsen. Zweck der Bremse ist, die Fahrgeschwindigkeit der Züge und einzelner 
Fahrzeuge zu regeln oder behufs Anhaltens ganz zu vernichten. Je schneller ein Zug 
fährt, um so größer ist die in ihm aufgespeicherte lebendige Kraft. Sie wächst mit dem 
Quadrat der Geschwindigkeit. Beispielsweise besitzt ein viermal schneller fahrender Zug 
das Sechzehnfache an lebendiger Kraft wie vorher. Ein mit 90 km i. d. Stunde fahrender 
Schnellzug hat eine ebenso große lebendige Kraft in sich aufgespeichert, wie sie das den 
Lauf eines Riesengeschützes verlassende Geschoß in sich birgt. Nach dem Gesetz von der 
Erhaltung der Arbeit wird diese lebendige Kraft in Arbeit umgesetzt, wenn der Zug
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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