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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

263 
Wagen für Sonderzwecke. 
Der bedeckte Normalwagen der preußischen Staatsbahnen, der namentlich im Stück 
gutsverkehr, sowie für Mehl- und Zuckersendungen, Düngermittel u. s. w. Verwendung 
findet, ist allgemein bekannt. Er findet auch für Militärtransporte Verwendung und 
kann 6 Pferde oder 48 Mann fassen. Für letztere werden die sogenannten Militär 
bänke eingebracht, desgleichen Tornisterbretter und Deckenlaternen. Der offene deutsche 
Güterwagen, wie er für Kohlen, Zuckerrüben u. s. w. benutzt wird, bietet nichts besonders 
Bemerkenswertes. Dagegen zeigt der amerikanische Kohlenwagen eine völlig abweichende 
Bauart. Um beim Entladen Zeit und Kosten zu sparen, ist sein Boden mit großen 
Klappen versehen, durch die die Kohlen von einem erhöht liegenden Ladegleise abgestürzt 
werden. Manche Bahnverwaltungen Nordamerikas legen außerdem noch die Bodenfläche 
von den Wagenenden nach der Mitte hin geneigt an, so daß das selbstthätige Entladen 
noch mehr beschleunigt wird. 
In Deutschland hat Talbot-Aachen Mitte der 90er Jahre „Selbstentlader" für 
5000 bis 15 000 kg Ladung mit Erfolg eingeführt. Diese ganz aus Eisen hergestellten 
Wagen werden für jegliche Spurweite gebaut. Ihr hochliegender Kasten hat nach 
Abb. 269 dreieckförmigen Querschnitt. Im unteren Teile der sehr schrägen Seitenwände 
befinden sich Klappen, die sich unter dem Druck der Ladung nach außen öffnen, sobald 
ein an den Stirnenden sitzender Hebelverschluß sie freigibt. Damit das Frachtgut ge 
nügend weit vom Gleis abstürzt, sind unterhalb der Klappen unter 35 bis 45" geneigte 
Leitbleche angebracht. Die Entladung geht ungemein rasch von statten und erfolgt ent 
weder gleichzeitig nach beiden Seiten oder nur nach einer Seite. Ein Wagen mit 
15 000 kg Ladung erfordert zur Entleerung nur 3 bis 4 Minuten bei zwei Mann Be 
dienung. Die „Selbstentlader" ermöglichen daher eine gute Ausnutzung und bieten für 
die chemische und Eisen-Industrie, in der sie schon vielfach Verwendung finden, beachtens 
werte Vorteile gegenüber den Wagen gewöhnlicher Bauart. 
Als die wichtigeren Spezialwagen sind zu nennen unter den offenen Wagen: 
Koks-, Stroh-, Langholz-, Spiegel-, Dampfkessel-, Geschütz-, Plattformwagen für Schienen, 
Walzeisen und dergleichen, Säurewagen u. s. w., unter den gedeckten Wagen: Vieh 
wagen für Kleinvieh, für Großvieh, für Luxuspferde und für Hunde (England), Fisch 
wagen (lebende Fische), Fleisch-, Milch-, geheizte Wagen (Wein, Südfrüchte), Kühl-, Bier-, 
Gemüse- (Obst), Kalkwagen u. s. w. Alle diese vielen Bauarten zeigen eigenartige, durch 
die Art, Form und Ausdehnung des Versandgntes bedingte Abweichungen. Abb. 270 
zeigt den 32rädrigen Geschützwagen von Krupp, auf welchem die gewaltigen Riesengeschütze 
von Essen nach dem Schießplätze bei Meppen und von da nach den Küstenforts befördert 
werden. Das Eigengewicht des aus vier achträdrigen Drehgestellen gebildeten Wagens 
beträgt 80 800 kg, die größte Ladelast ist auf 140 000 kg bemessen, das bedingt bei 
7000 kg Raddruck 32 Räder. Je zwei Drehgestelle sind durch einen Zwischenträger 
vereinigt, der an den Enden auf beiden Mittelzapfen ausruht, während sich auf die Zwischen 
träger wiederum das große 15,8 in lange Rohrlager stützt. Infolge dieser Lastüber 
tragung schmiegen sich die Räder trotz der Gesamtlänge von 26,s in dieses Fahrzeuges 
und eines Radstandes von 24 m gut den Gleiskrümmungen an und bleibt ihre Belastung 
unveränderlich. Das schwerste Geschützrohr, welches bis jetzt auf diesem Wagen ver 
frachtet worden ist, wog 122 400 kg, hatte 42 cm Bohrung und war 14 m lang.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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