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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

20 
Einleitung: Entwickelung des Verkehrswesens. 
etwaige Städteverbindungen schlossen Hamburg und Lübeck (1241), vielleicht in richtiger 
Erkenntnis der kommenden „kaiserlosen und schrecklichen" Zeit, einen Vertrag zur Siche 
rung und Ausbreitung ihres Handels, eine Verbindung, die sich später zu dem 
berühmten Hansabund erweiterte. Lübeck nahm um diese Zeit, da Bardowiek dem 
Zorne Heinrichs des Löwen zum Opfer gefallen und Julin (1130), sowie Schleswig eben 
falls zerstört worden waren, die Hauptstellung an der Ostsee ein. Für den Verkehr zwischen 
Ostsee und Nordsee kam um diese Zeit die direkte Wasserverbindung um die cimbrische 
Halbinsel kaum in Betracht, vielmehr nahmen die Güter aus dem binnenländischen Nord 
deutschland ihren Weg zu Lande nach dem Gestade der Ostsee. Die Kaufleute der Städte 
Soest, Dortmund, Münster, Soltwedel und Goslar brachten ihre Waren an die Meeres 
küste, mieteten in Lübeck Frachtschiffe und schafften auf diesen die Waren nach Wisby, 
Nowgorod und nach den übrigen Plätzen, an welchen Kolonien angelegt worden lvaren. 
Die stetig wachsende Gefahr vor den Mongolen (13. Jahrhundert) trug viel zur Festigung 
des Bundes bei, dessen Haupt im Jahre 1260 Lübeck wurde. 
Diese Stadt besaß bereits um jene Zeit eine an Wechselfällen überaus reiche Geschichte. 
An der noch jetzt eingenommenen Stelle war sie 1158 von Heinrich dem Löwen gegründet 
worden. Sie lag an der Heerstraße von Italien nach Skandinavien, einem bereits im 
11. Jahrhundert stark benutzten Straßenzuge, der schon in diesem Zeitpunkte genau nach 
Rastorten und Stationen bestimmt war und im Laufe der Zeit eine immer größere Be 
deutung erlangte. Die Straße ging von Italien über Trient, Bozen, Innsbruck, Augsburg, 
Nürnberg, Würzburg, Eisenach, Osterode, Goslar und Braunschweig zur Elbe. Weiter führte 
sie über Mölln nach Lübeck, von wo die Fahrt nach Dänemark und den skandinavischen 
Ländern ging. Auf dem Städtetage zu Köln im Jahre 1367 erhielt der Hansabund ein 
festeres Gefüge. Das gesamte Gebiet wurde in vier Quartiere eingeteilt. Lübeck stand au 
der Spitze des vandalischen, Köln an der des rheinischen, Braunschweig an der Spitze 
des dritten Quartiers, das Sachsen und Westfalen umfaßte. Das vierte Quartier stand 
unter Danzig und enthielt u. a. Elbing, Marienburg, Kulm, Thorn, Braunsberg, Königs 
berg, Dorpat und Reval, sowie Riga. 
Dem inneren vierfachen Gefüge der Hansa entsprechend war auch der auswärtige Ver 
kehr gestaltet. Wohlgeordnete Niederlagen, sogenannte Kontore, dienten der Bermittelung 
des Handels mit dem Auslande. Diese Emporien befanden sich zu Brügge, London (hier 
Stahlhof genannt), Bergen und Nowgorod. Bergen war, wie auch Wisby auf Gotland, 
eine hervorragende Station für den Heringshandel. Der Hering war ein Haupthandelsartikel, 
und selbst für eine Gemeinde von der Bedeutung Lübecks blieb der Hcringsfang bis gegen 
Ende des Mittelalters und selbst darüber hinaus die Grundlage des Handelsbetriebes. 
An der Ostsee entwickelten sich neben Lübeck, gestützt durch die im 13. und 14. Jahr 
hundert sich immer weiter ausbreitende Hansa, Wismar, Rostock, Stettin, sowie weiter 
im Osten Danzig zu Hauptplätzen des Seehandels. Stettin vermochte sich erst selbständig 
zu entwickeln, als Julin, d. h. Vineta auf der Insel Wollin, von den Dänen im Jahre 1177 
zerstört worden war. Durch Julius Fall stieg auch der Handel Wisbys auf Gotland, dem 
Emporium des „nordischen Mittelmeeres". Die Blütcperiode Wisbys fällt in das 12. Jahr 
hundert, in die Zeit, als der große Handelsweg von Asien durch Rußland über Nowgorod 
zur Ostsee führte, Wisbys Reichtum war sprichwörtlich. Der Überfall Waldemar Atterdags 
im Jahre 1361 und der Umstand, daß sich der orientalische Handel nach Südeuropa, ins 
besondere nach Venedig, zog, ließ Wisby von seiner hohen Stellung sinken, die es nie 
wieder erreichte. 
Zwischen den großen Handelsbündniffen: der Hansa und den niederländischen 
Städten einerseits und den oberitalienischen Republiken anderseits entstand im 
Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts ein ganz außergewöhnlich lebhafter Verkehr. Gestützt 
auf die in der Poebene immer mehr aufblühende Industrie und auf die ausgebildete 
eigene Reederei und Seemacht, wußten die geistig begabten und unternehmenden Italiener 
fast um den ganzen Erdteil ein Netz von Handelsbeziehungen zu schlingen. In Venedig 
besaßen die Städte Augsburg, Ulm, Regensburg und Nürnberg in dem Fondaco dei 
TedescM ein gemeinsames Kaufhaus. Wien und Regensburg trieben Handel mit 
Rußland und lieferten dessen Produkte weiter nach Italien. Auch mit Konstantinopel 
standen Wien, Regensburg, Ulm, Augsburg, Nürnberg in einem lebhaften Handelsverkehre. 
Nach Deutschland kamen von Konstantinvpel Kunstprodukte, Spezereien (namentlich Pfeffer), 
rohe Seide, Priesterornamente, Purpurmäntel, Goldstoffe, Degenkoppel. Nach Konstantinopel 
gingen Leibeigene, Waffen, Sattlerarbeiten. Dieser Handel erfuhr durch die Schwierig 
keiten, welche die Konstantinopolitaner in dem Bemühen, sich den Zwischenhandel zu er-
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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