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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

280 
Eisenbahnen: Signalwesen nnd Weichensichernng. 
Die sieben wichtigeren Gruppen seien hier kurz erörtert. 
Läutewerke. Die elektrischen Läutewerke sind bei uns an die Stelle der alten 
durchgehenden Streckensignale getreten. Wie schon erwähnt, versagten die letzteren mit 
unter, und Abhilfe that not. Durch die Erfindung der elektrischen Telegraphie wurde sie 
gründlichst geschaffen. Gauß und Weber hatten 1833 der staunenden Welt zum ersten 
mal die elektrische Fernzeichengabe auf etwas größere Entfernung in Göttingen vorgeführt. 
Noch bedienten sie sich zweier Kupferdrähte für Hin- und Rückleitung des Stromes. Da 
machte Steinheil in München die hochbedeutsame Entdeckung von der Erdleitung und 
zeigte damit, daß zum Telegraphieren nur ein Draht und damit die halbe Anlagesumme 
für die Kupferleitung erforderlich ist. Er vereinfachte nnd verbesserte auch wesentlich die 
Vorrichtung zur Zeichengabe und ist der eigentliche Begründer unserer heutigen Tele 
graphie, zumal die Vorschläge, die Weber 1835 der 
Leipzig-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft zur Einrichtung 
der elektrischen Telegraphie gemacht hatte, nicht durch 
führbar waren. Morse erfand dann die in Amerika und 
auf dem europäischen Festlande schnell verbreitete nach 
ihm benannte elektromagnetische Schreibvorrichtung (Fern 
schreiber) , welche mit Hilfe eines aus Strichen und 
Punkten gebildeten Alphabetes der Empfangsstation die 
elektrisch weitergegebene Mitteilung vorlegt. Cooke, 
Wheatstone u. a. verbesserten die seitdem in England zur 
Zeichengabe gebräuchliche Zeiger- und Nadelvorrichtung, 
und so war bald in der ganzen Eisenbahnwelt ein (in 
der Folge weiter entwickeltes) Mittel in Benutzung, durch 
das sich die Stationen mit Blitzesschnelle sicher über den 
Abgang und die Ankunft der Züge u. s. w. verständigen 
konnten. 
Doch dem Streckenpersonale war erst geholfen, als 
fast gleichzeitig mit der Morse-Erfindung es dem Berliner 
Mechaniker Leonhardt gelang, die Elektrizität auch für 
die durchgehenden Signale dienstbar zu machen. Nach 
seinem Vorschlage wurde im Herbst 1846 zuerst auf der 
thüringischen Eisenbahn jedes Wärterhaus mit einer stark 
tönenden Glocke versehen, deren Anschlaghammer durch 
ein vom Wärter aufzuziehendes Uhrwerk (mit Gewichts- 
säSi^ü antrieb) in Thätigkeit gesetzt wurde, sobald es die Ab 
gangsstation auf elektrischem Wege auslöste. Da die 
" T Leitung hierfür zwischen je zwei Nachbarstationen durch 
mit Dopp-l"wcke. die Erde geschlossen wird (Kreisschluß), so ertönen bei 
dieser Auslösung nur die Läutewerke zwischen diesen beiden 
Stationen. Die Einlösung besorgt das Uhrwerk selbstthätig. Den Bahnwärtern können 
also je nach der Zahl der Hammer- bezw. Glockenschläge gewisse Signale mitgeteilt 
werden. Die nächste Bahnlinie, welche mit Läutewerken ausgestattet wurde, war die 
zwischen Magdeburg und Buckau. Ihre Läutewerke wurden von Kramer unter Ver 
wertung des Leonhardtschen Gedankens selbständig ausgeführt. 
Der Blitzgefahr wegen (vergl. Fußnote S. 311) stellte man sie in besonderen, zuerst 
hölzernen, in der Folge eisernen Häuschen neben den Wärterbuden auf. Man betrieb die 
Läutewerke anfangs durch Batterien (mit Arbeitsstrom oder Ruhestrom). Es zeigte sich 
aber, daß bei diesem schwachen Strome die Auslösung des Glockenhammers viel zu em 
pfindlich war und schon durch die Erschütterungen, die ein vorbeifahrender Zug verursacht, 
in Thätigkeit gesetzt werden konnte. Siemens & Halske in Berlin schlugen deshalb eine 
steifere Auslösung und stärkeren Strom vor, wie er durch ihren Magnetinduktor (vgl. Fuß 
note S. 309) erzeugt wird. Die Verbesserung war so augenscheinlich, daß sie schnell den 
Batteriestrom verdrängte. Seitdem werden die Läutewerke ausschließlich durch Jnduktions-
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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