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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

286 
Eisenbahn-Signalwesen. 
Außerdem bestehen noch Signale mit der Mundpfeife, dem Signalhorn, sowie be 
sondere Signale für den Berschiebedienst (Rangiersignale). 
Die Zuglokomotiven auf Nebenbahnen müssen mit einem Läutewerk versehen sein, 
das bei Annäherung des Zuges an unbewachte Wegübergänge in Thätigkeit zu setzen ist. 
Das Latowskische Dampfläutewerk ist bei uns hierfür weit verbreitet. Es wird gewöhn 
lich auf dem Kessel, seltener auf dem Führerhause angebracht. Ein einfacher Griff am 
Hahn der Dampfzuleitung bringt es zum Läuten. 
In Amerika dienen gleichem Zwecke, auch auf Hauptbahnen, große von Hand zu 
bewegende Glocken (vergl. auch S. 320). 
Als Ersatz für die sichtbaren Signale, falls diese durch Schäden plötzlich unbrauchbar 
oder durch Nebel, Schneetreiben u. s. w. unsichtbar werden, wurden 1845 auf der Bir- 
mingham-Bahu Knallsignale eingeführt, die dann bei allen Bahnen schnellen Eingang 
fanden. Sie bestehen aus einer flachen Blechkapsel mit Pulverfüllung und Zündvorrichtung 
und werden auf den Schienenkopf gelegt und mittels zweier Blechstreifen in ihrer Lage 
festgehalten. Damit das Lokomotivrad sie nicht von ihrem Platze verschiebt, werden sie 
an dem Schienenstöße aufgelegt, so daß der Haltestreifen sich gegen die der Fahrtrichtung 
zugewandten Laschenenden legt. Durch den Raddruck zur Explosion gebracht, erzeugen 
sie einen dem Büchsenschüsse ähnlichen Knall, der dem Lokomotivführer sofortiges 
Halten vorschreibt. 
In dem nebelreichen England haben diese Knallsignale, dort Nebelsignals genannt, wieder 
holt glänzende Proben ihrer Wirksamkeit abgelegt. Der englische Nebel ist bekanntlich oftmals 
sehr dick, so daß jegliches Erkennen irgend welcher sichtbaren Signale ganz ausgeschlossen ist. 
Der Zugverkehr kann dann nur durch Knallsignale geregelt und ausrecht erhalten werden. Zu 
deni Zwecke wird am Fuße eines jeden Distanzsignales ein Ncbelwärter aufgestellt, dessen 
Aufgabe es ist, bei „Halt" einige Knallkapseln auf die Schienen zu legen und sie sortzunehmen, 
sobald das Signal ans „Fahrt" gestellt wird. Schon zur Zeit der ersten Weltausstellung 185l 
im Krystallpalast zu Sydenham, als der Londoner Bahnverkehr ein besonders lebhafter war 
und beispielsweise täglich etwa 200 Züge auf der London und North Western-Bahn von und 
nach London liefen, mußte der äußere Signaldienst während einiger Nebeltage lediglich ver 
mittelst der Knallsignale durchgeführt werden. Wohl gab es damals Zugverspätungen, aber 
keine Unfälle. Ein anderes durch anhaltenden Nebel ungewöhnlich heimgesuchtes Jahr 
war 1888. Während fünf Tage des Monats Januar war ganz England fast ständig in 
undurchdringlichen Nebel gehüllt. Der gesamte Signaldienst mit sichtbaren Zeichen versagte. 
Knallkapseln waren wiederum das einzige Berständigungsmittel zwischen Lokomotivpersonal 
und Signalwärtern. Nach Findlay, seiner Zeit Generalleiter der London und North Western- 
Bahn, waren in jener Nebelwochc nur auf dieser einen, derzeit etwa 3000 km langen eng 
lischen Bahn für 2462 Signalmaste besondere Ncbelwärter vorzusehen. Einschließlich der 
Ablösungen fanden 3752 Mann hierbei Verwendung, gewiß eine staunenswerte Ausdehnung 
dieses Notniittels, das sich aber vortrefflich bewährte. Nicht nur wurde der gesamte Zug 
verkehr in jenen fünf Tagen aufrecht erhalten, sondern es haben sogar nach Findlays An 
gabe die Schnellzüge höchstens Verspätung erlitten, einige sind sogar pünktlich gefahren 
worden. Mit Ausnahme zweier Unfälle bei Güterzügen hat sich der ganze übrige Zugverkehr 
ohne Unglücksfälle abgewickelt, ein glänzendes Zeugnis für die Tüchtigkeit der Bahnbeamten 
und auch für die Brauchbarkeit der Knallsignale. 
Die Nebelwärter werden aus den Streckenarbeitern genommen, da diese während des 
Nebels doch nicht thätig sein können. Die Verwaltung sorgt für das leibliche Wohl dieser 
Leute durch warme Kleidung und Erfrischungen (Brot und Fleisch nebst Kaffee), so daß sie 
ihren anstrengenden Dienst ohne zu starke Ermüdung versehen können. Auch können sie sich 
kleine Feuer anzünden. Von besonderer Wichtigkeit ist ihr schnelles Heranziehen bei plötzlich 
oder zur Nachtzeit sich einstellendem Nebel, zumal wenn die Signalstation gänzlich einsam, 
weit ab von bewohnten Ortschaften liegt. Die genannte Bahnverwaltung hat in der Nähe 
solcher abseits gelegenen Punkte Dienstwohnungen für ihr Streckenpersonal erbaut, die sie zu 
mäßigem Mietspreise abläßt. Die Signalstation ist elektrisch mit der Schlafstube eines der 
älteren Arbeiter verbunden, der nach Enipfang des Alarmzeichcns sofort die übrige Mann 
schaft benachrichtigen muß. Dank dieser Fürsorge sind selbst in der Nacht in kurzer Zeit die 
„lebenden Signalmaste" aufgestellt. Auf anderen Bahnen führt der Stationsvorsteher Listen 
über die Rebelwärter, nach denen diese zum Dienste herangezogen werden. 
Versuche, die Knallkapseln auf mechanischem Wege durch die Distanzsignale legen und 
fortnehmen zu lassen, sind mehrfach in verschiedener ILeise unternommen worden, jedoch stets 
fehlgeschlagen.
	        

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L’ Allemagne Économique Ou Histoire Du Zollverein Allemand. Ainé, 1874.
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