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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

'288 
Eisenbahnen: Signalwcsen und Weichensichernng. 
Weichen- und Tignalstcherung. 
Stellwerke. Der Lauf der Züge ist nur dann ein gesicherter, d. h. gesichert gegen 
einen Zusammenstoß mit anderen Zügen oder einzelnen Fahrzeugen, wenn Signale und 
Weichen sämtlich richtig gestellt sind. Letzteres erfordert die Aufmerksamkeit und Thätig 
keit verschiedener Menschen. Ein Fehler oder Mißverständnis ist da leicht möglich, zumal 
bei der großen Zahl von Weichen, die häufig an eine Fahrstraße anschließen. Auch böser 
Wille kann falsche Weichen- und Signalstellungen veranlassen. Thatsächlich sind eine 
große Zahl von Zugunfällen auf diese Umstände zurückzuführen. Dem Lokomotivführer 
wird es bei rascher fahrenden Zügen zudem selten möglich sein, seinen Zug vor einer 
falsch stehenden Weiche — falls er überhaupt diese erkannt hat — zum Halten zu bringen. 
Gleiskrümmungen sind da besonders ungünstig. Als Beispiel eines völlig in der Krüm 
mung liegenden Bahnhofs diene Abb. 295. Etwa in der Mitte des Hauptbahnsteigs, vor 
dem sich eine größere Weichenanlage befindet, sind besondere Flügelsignale (links in der 
Abb. sichtbar) aufgestellt. 
Je weniger Köpfe mit der Sicherung der Fahrstraße zu thun haben, desto größer 
wird im allgemeinen die Betriebssicherheit sein. Es war deshalb als ein großer Fort 
schritt zu begrüßen, als 1843 die Stellhebel der Signale einer englischen Abzweigstation 
derartig in gegenseitige Abhängigkeit gebracht wurden, daß niemals beiden Bahnlinien 
gleichzeitig das Fahrsignal gegeben werden konnte. Stand das Signal einer Linie auf 
„Fahrt", so blieb das der anderen ans „Halt" verschlossen. Später erweiterte man 
diese Idee dahin, daß auch die Weichenhebel von den Signalhebeln abhängig wurden, 
was eine gemeinsame Lage aller dieser Hebel bedingte. Damit war die Weichen- 
zentralisiernng gefunden, die in genial erdachter und sicher wirkender Art Saxby im 
Jahre 1856 auf der Bricklayers' Arms-Station bei London zum erstenmal praktisch zur 
Ausführung brachte. Die Neuerung, 1860 durch Chambers u. a. verbessert, zeigte so 
große Vorzüge, daß sie in England schnellen Eingang fand. Seit vielen Jahren ist sie 
für alle neuen Bahnen behördlicherseits vorgeschrieben und steht dort in allgemeinster 
Anwendung. 
Auf dem Festland und besonders in Amerika brach sich diese segensreiche Erfindung 
nur langsam Bahn. In Deutschland wurde 1868 das erste Stellwerk in Benutzung 
genommen. Die Braunschweigische Bahn-Verwaltung hatte es versuchsweise nach englischem 
Vorbilde in Deutschland bauen lassen. Der Versuch mißlang jedoch, und 1870 wurden 
zwei Stellwerke von Saxby und Farmer in London beschafft, die auf den Bahnhöfen Börssum 
und Jerxheim zur Anwendung kamen. Anfang der 70 er Jahre gelang es dann Büssing, 
Oberingenieur der Fabrik von Jüdel & Co. in Braunschweig, und unabhängig davon 
Rüppell in Köln, eine von der englischen abweichende Bauart zu ersinnen. Beide Männer 
vereinigten ihre Vorschläge und schufen damit im Jahre 1875 ein vortreffliches Stellwerk, 
das lange Jahre vielfach ausgeführt wurde, bis später Besseres an seine Stelle trat. Die 
Jüdelsche Fabrik, welche erst Ende 1879 ihr 100. Stellwerk hergestellt hatte, vollendete 
bereits 1892 das 1000. Daneben entwickelten sich noch andere Bauarten. Sie alle haben 
in den letzten Jahrzehnten unter dem Zwang des mächtig anschwellenden Verkehrs immer 
mehr Verbreitung gefunden. Gerade Deutschland hat Vortreffliches ans diesem Gebiete 
geleistet. Es seien hier nur noch die Namen Siemens & Halske, Schnabel & Henning, 
Zimmermann & Buchloh genannt. 
Die erforderliche gegenseitige Abhängigkeit der Signal- und Weichenhebel von 
einander und die zwingende Notwendigkeit, einander gefährliche Signale auszuschließen, 
läßt sich am besten an einem Beispiele zeigen. Wir entnehmen ein solches den englischen 
Bahnen, da deren Abzweigungen aus Hauptgleisen reichlicher durch Flügelsignale gedeckt 
werden, als es in Deutschland und anderen Ländern üblich ist. Gegeben sei eine zwei 
gleisige Bahn, aus der eine zweigleisige Linie abzweigt. Nach englischer Vorschrift muß 
jedes Hauptgleis nahe der Abzweigweiche durch ein Signal (Irorns 8ignal) gesichert werden. 
Diese Signale werden häufig aus dem Dache des Weichenturms angebracht. In England 
wird links gefahren, weshalb auch die Mastenflügel vom Zuge aus betrachtet, nach links
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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