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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

290 Eisenbahnen: Signalwesen und Weichensichernng. 
die Aufstellung aller Hebel au einem Orte (Weichenzentralisierung) und sodann ihre 
gegenseitige Abhängigkeit voneinander derart, daß bei falscher Weichenlage kein Fahr 
signal gezogen und bei gezogenem Fahrsignal keine Weiche umgelegt werden kann. 
Diese Vorrichtung heißt Stellwerk. Seine Bedienung erfordert in den meisten Fällen 
nur einen Mann, bei größeren Anlagen auch zwei, vereinzelt drei bis vier Leute. 
Man ist also nicht mehr abhängig von einer Schar von Weichenstellern, und das Stell 
werk arbeitet wie eine Maschine: schnell und zuverlässig. In dem obigen Beispiel 
einer englischen Gleisabzweigung darf also das Stellwerk nur die 13 allein zulässigen 
Hebelgruppierungen ermöglichen. Die hierfür in Frage kommenden Signalhebel-Kombi- 
nationen sind durch die ersten 8 Figuren der Abb. 297 bezw. durch Abb. 296 dargestellt. 
Hiervon gestattet die 1. Figur (Haltsignal) alle vier Weichenhebelstellungen, die 2. bis 4. die 
drei durch Abb. 296 Nr. 2 bis 4 näher erläuterten Fälle, in denen gleichzeitig zwei Gleise 
jener Kreuzung von Zügen befahren werden können, während die 5. bis 8. sechs Hebel 
stellungen möglich machen, also insgesamt 13. 
fl 
4 
Hjti 2 
/ 
M 2.1 
12 13 14 
297. Signatflügrtgrnppen. 
15 
Zur weiteren Beleuchtung diene das Beispiel eines großen Bahnhofs. In der 
Abb. 298 ist das auf hoher Gleisbrücke angeordnete Stellwerkhaus des Londoner Kopf 
bahnhofes „Cannon Street-Station" mit seinem ungewöhnlich großen Signalgruppen 
bilde wiedergegeben. In der Bahnhofshalle liegen 9 Bahnsteiggleise. Das Stellwerk 
enthält hier rund 70 Signal- und Weichenhebel, die, willkürlich bewegt, Millionen ver 
schiedener Hebelkombinationen zulassen würden. Aus dieser Riesenschar heben sich rund 
800 als betriebssicher gegen Zusammenstöße ab. Das Stellwerk benutzt diese letzteren 
Gruppierungen und verhindert gleichzeitig durch seine Einrichtung alle die anderen ge 
fährlichen Fälle. Der Verkehr dieser Station ist ein gewaltiger. Schon vor Jahren liefen 
in drei Vormittagsstunden über 130 Züge ein und aus und fast ebensoviele gegen Abend. 
Die gesamte Zugzahl beläuft sich an Werktagen auf etwa 700, an manchen Tagen sogar 
auf rund 800. Ein Aufenthalt ans der in Abb. 298 dargestellten Gleisbrücke gibt ein 
packendes nachhaltiges Bild von den riesenhaften Verhältnissen des Londoner Eisenbahn 
betriebes. Der Beschauer blickt hier staunend auf ein scheinbar wirres Gedränge von 
Zügen, die alle dank dem sichereren Arbeiten des Stellwerks und der angeschlossenen 
Weichen- und Signaleinrichtungen bei Tage und bei Nacht, im Nebel oder Sonnenschein 
ungefährdet ihren Weg über die wenigen Gleise der an die Halle anstoßenden Themse 
brücke nehmen. Ohne das Stellwerk wäre dieser Verkehr undenkbar. 
Die Wirkungsweise eines Stellwerkes kann man sich etwa wie diejenige einer Orgel 
denken. Bei dieser müssen verschiedene Teile wie Tasten, Register, Pedale u. s. w. in 
ganz bestimmter Weise mittels ihrer Verbindungsstangen, Wellen u. s. w. zusammenwirken, 
um gewisse Töne hervorzurufen. Nur wenn diese jeweilige Zusammenwirkuug gewahrt 
ist, kann durch das Niederdrücken einer bestimmten Taste, z. B. Ist in allen zugehörigen 
U-Pfeifen der Ton § erzeugt werden. Der geübte Orgelspieler wird nur harmonische 
Tongruppen erklingen lassen; ein des Orgelspiels Unkundiger wird lauter Disharmonien 
hervorrufen. Bei einem Stellwerk würden die Stellhebel der Signale und Weichen die 
Klaviatur bilden, die Querstücke, Verschlüsse u. s. >v. die Register und Pedale. Ein ge 
wünschtes Signal kann wie ein gewisser Ton der Orgel auch nur dann gezogen werden,
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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