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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

296 
Eisenbahnen: .Signalwesen und Weichensichernng. 
enthält das größte Stellwerk 143 Hebel. Diese Zahlen werden noch erheblich über 
troffen durch einige englische Ausführungen. So besitzt der Kopfbahnhof Brighton in 
drei einander nahegelegenen Stellwerken 456 Hebel, die sich mit 96, 120 und 240 Hebeln 
auf die einzelnen Anlagen verteilen. Die 240 Hebel sind in einer einzigen langen Reihe 
aufgestellt, und dieses Stellwerk ist wohl das längste, das im Eisenbahnwesen vorkommt. 
Da zwei Nachbarhebel etwa 12 cm Abstand haben, so ergibt sich hier eine Stellwerks 
länge von rund 30 in. Auf Bahnhof Waterloo Bridge (London) und Eastbourne befindet 
sich je ein Stellwerk mit 108 Hebeln in einer Reihe, auf Bahnhof Rugby ein solches mit 
180 Hebeln. Das größte Stellwerk Englands steht auf dem Kopfbahnhof London Bridge 
am Südufer der Themse. Es weist in zwei Reihen 280 Hebel auf und wird in täglich 
drei Schichten von je 4 Signalwärtern bedient. Die Gesamtzahl der wocheutäglich hier 
verkehrenden Züge und Lokomotiven beträgt etwa 600. In den beiden verkehrsreichsten 
Morgenstunden, in denen die Londoner Geschäftsleute in dichten Scharen aus den Vor 
städten Londons und den weiter entlegenen Orten zur City eilen, beläuft sich die Zugzahl 
auf 90! Zieht man hierbei noch die mancherlei Rangierbewegungen, das Umsetzen von 
Lokomotiven u. s. w. in Rücksicht, so kann man die Thätigkeit der Wärter dieses Stell 
werkes ermessen, zumal ihnen auch zum Teil die gesamte elektrische Zeichengabe für den 
Zugsignaldienst obliegt. Bemerkenswert ist noch der Umstand, daß sich diese Riesenanlage 
auf derselben Bahn (Brighton Railway) seit etwa 3 Jahrzehnten befindet, auf der 1856 
die Weichenzentralisierung ihren ersten Triumph gefeiert hat. 
Die große Hebelzahl englischer Stellwerke rührt einmal davon her, daß für alle Spitz- 
weichen, das sind gegen die Spitze des Herzstückes befahrene Weichen, eine besondere Sicherung 
mittels der Druckschiene (vergl. weiter unten Abschnitt „Einzelheiten zur Weichensichernng") vor 
gesehen ist. Zu jeder solchen Weiche gehören demnach 2 Hebel, einer zum Verlegen der Weiche, 
der andere zu ihrem Verriegeln. Sodann aber wird jene große Zahl vornehmlich durch die den 
festländischen Bahnen gegenüber erheblich stärkere Anzahl von hohen Standsignalen bedingt, durch 
die dem englischen Lokomotivführer seine Fahrstraße kenntlich gemacht werden soll. Es fehlen 
dafür teilweise die in Deutschland üblichen Weichensignale, die sich gleichzeitig mit dem Umlegen 
der Weichenznngen verstellen, also keines besonderen Stellhebels bedürfen. Beispielsweise ent 
fallen von den erwähnten 240 Hebeln des mittleren Signaltnrmes in Brighton nur 76 auf 
Weichen und deren Verriegelung, dagegen 161 auf Signale; 3 Hebel dienen anderen Zwecken. 
In den Bahnhof münden 3 doppelgleisige Bahnen und eine eingleisige Linie, also 7 Gleise. 
Sie gabeln sich in 11 Bahnsteig- und 3 Nebengleise. Zu ihrer Sicherung dienen 95 Flügel 
signale und zahlreiche Signalscheiben; 5 dieser letzteren befinden sich über den 5 Haupt- 
gleisen zweier Bahnlinien; durch sie allein können wieder 44 verschiedene Zeichen (Nummern 
oder Buchstaben) gegeben werden, die dem Lokomotivführer eines einlaufenden Zuges das 
Bahnsteiggleis anzeigen, auf welchem er halten soll. Ein Teil der Signale wird von zwei 
Signaltürmen aus gemeinsam gestellt. 
Die erwähnte reiche Ausstattung der englischen Bahnen mit Mastensignalen wird durch 
die in Abb. 3O2 dargestellte Krenznngsstatiou zweier zweigleisiger Bahnen veranschaulicht. 
Jedes Gleis und jede Fahrrichtung ist durch drei Signale: Distanz-, Stations- und Ausfahr 
signal gedeckt, insgesamt sind für die vierMchtungen .20 Mastensignalc aufgestellt, deren Be-, 
deutung ans der der Abbildung beigesetzten Übersicht hervorgeht. Das Stellwerk dieser Kreuzung, 
in der zwei halbe Krcuzungsweichen (14 und 22) liegen, enthält 36 Hebel, wovon 20 für 
Signale, acht znm Weichenstellen und vier für Druckschienen (S. 303) dienen, während vier 
Stück Reservehebel für etwaige spätere Gleisanlagen sind. Für die Signale gilt der Grundsatz, 
daß das am weitesten links stehende Signal zu der auch am weitesten links gelegenen Fahr 
straße gehört; dem benachbarten Fahrgleise entspricht das nächste links stehende Signal (vergl. 
die vier Distanzsignalc 1, 6, 3, 8 u. s. w.) 
Das englische Distanzsignal findet man bis 1000 m vom Stationssignale entfernt. Zeigt es 
„Halt", so muß der Lokoinotivführer die Fahrgeschwindigkeit so weit ermäßigen, daß er vor dem 
Stationssignale sicher anhalten kann, falls dieses bis dahin noch „Halt" zeigt. Damit ein ein 
fahrender Zug die Strecke freigibt, schiebt man in England die Ausfahrtsignale mitunter 
bis 350 m über den Weichenturm hinaus, wie die Signale 5, 10, 27 und 32 in Abb. 302 
zeigen. Der haltende Zug wird dann durch das Dcckungssignal (hörne signal), z. B. 4, 
hinten gesichert. 
Bedenkt man, daß manche englische Station täglich von rund 1000 Zügen ver 
schiedener Richtung durchfahren wird, wie z. B. Clapham Junction in Südlondon (vergl. 
auch Fußnote der S. 318), so erscheint der oben gezogene Vergleich zwischen Stellwerk 
und Orgel um so zutreffender. Die Hebelreihen gleichen auf solchem Bahnhöfe einer
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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