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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

298 
Eisenbahnen: Signalwesen. 
Sigrud- 
UnißteUvorriditung [ 
Signal- 
Vmsteävorrichtiuig | 
Ilaujptrokr % 
Hakn, 
Jfülfs- 
Luftbekäüer 
Anfang 1900 sind 54 solcher „elektro-pneumatischen" Stellwerke mit insgesamt 2000 Stell 
hebeln für nordamerikanische Bahnen ausgeführt, darunter der Union-Bahnhof in 
St. Louis mit 13 t Hebeln, der im Jahre 1899 eröffnete Südbahnhof in Boston mit 
143 Hebeln u. s. w. Auch in London und München besteht eine derartige Anlage kleineren 
Umfanges. Zu diesen Hebelzahlen ist zu bemerken, daß der mechanische Stellbetrieb das 
Kuppeln von Weichen in größerem Umfange gestattet, als der Handbetrieb, was die 
Anzahl der Hebel vermindert. Ein sprechendes Beispiel hierfür ist die genannte Anlage 
aus neuester Zeit in Boston: 
Die 174 m breite, dreischiffige Stationshalle enthält 28 paral 
lele Gleise, die von vier dem Vorortverkehr dienenden Gleisen — 
rechts in Abb. 304 erkennbar — in 5,2 m Tiefe schleifenförmig 
unterfahren werden. Links der Halle wickelt sich der Post-, Ge 
päck- nnd Eilgntverkehr ab. Rechts der Halle liegt das mit großen 
Dampf- und Arbeitsmaschinen ausgestattete Kraftwerk für die 
Heizung, sowie zur Erzeugung von elektrischem Strom für Licht- 
und Arbeitszwecke, von Preßluft für die Signal- und Weichen- 
stellung, von Kunsteis für das Trinkwasser der Perfonenzügc u. s. w. 
Der Bahnhof ist für eine größte tägliche Zugzahl lFernzüge) von 
750 berechnet, während die Zahl der auf den Tiefgleisen ein- und 
ansfahrenden Vorortzüge etwa doppelt so hoch veranschlagt ist. 
Hätte man das Gleisuetz mit seinen etwa 160 Weichen und 
156 Flugelsignalcn durch ein von Hand betriebenes Stellwerk sichern 
wollen, so wären dazu ungefähr 360 Hebel notwendig gewesen. 
Durch die Wahl des mechanischen Betriebes hat sich diese Zahl auf 
154 einschränken lassen, was zugleich eine vorteilhaftere Ausnutzung 
des Bahnhossgeländes ergab. In dem Hauptweichcnturm — inmitten 
der Abb. 304 sichtbar — sind 143 Hebel für 148 Signale und 
140 Weichen (einschl. 31 doppelter Kreuzungsweichen) vereinigt, 
während ein zweiter kleiner Turm (rechts in der Abb.) 11 Hebel für 
einige Signale und Weichen zur Bedienung der vier Tiefglcise 
besitzt. Außer den erwähnten Mastensignalen dienen noch zahlreiche 
Scheiben zur Zugsicherung. 
Nicht weniger als 128 Uügelsignale sind auf 9 eisernen Gleis 
brücken, wovon 7 in Abb. 304 sichtbar, außerhalb der Halle auf 
gestellt. Der Bahnhof dürfte wohl in 
der Eisenbahnwelt der an solchen Sig 
nalen reichste sein. Das große Stell 
werk erfordert zu seiner Bedienung 
ständig je drei Wärter, die in drei 
Schichten täglich abgelöst werden, außer 
dem einen Telegraphisten für die Sta- 
tionsmeldungen, einen Telephouwärtcr 
für den Hallenbetrieb sowie für den ge 
samten Zugverkehr einen Oberleiter mit 
einem Assistenten. Die beiden letzteren 
Beamten haben ihren Platz in einem 
der Halle zugekehrten Glascrker oben 
am Weichenturm. Die Stellwerks 
einrichtung gestattet das gleichzeitige Ausfahren oder Einlaufen von 11 Zügen, wozu ferner 
noch 4 Züge der Ticfgleise kommen, also insgesamt 15! 
Vor wenigen Jahren haben sodann Siemens & Halste in Berlin, die auf dem 
Gebiete der Zugsicherung Hervorragendes geleistet haben, den elektrischen Antrieb für 
Signale und Weichen ausgebildet. Die Umstellung der Weichen und Signale erfolgt 
hier durch kleine Elektromotoren, welche neben jeder Weiche bezw. an jedem Signal 
mast sich befinden. Dünne Kabel leiten den Strom von etwa 110 V Spannung 
von den Umschaltern des Stellwerks nach den einzelnen Motoren. Als Stromquelle 
dient eine Speicherbatterie, welche ans der Lichtleitung des Bahnhofs geladen wird. 
Die Antriebsweise für Weichen und Signale ist verschieden; die für Mastensignale 
zeigt Abb. 305. Der Motor treibt mittels „Schnecke" ein sich erheblich langsamer 
drehendes Schneckenrad an, das auf jeder Seite mit einer sog. Hubrinne versehen ist, 
von der aus die Belvegung durch Zwischenteile schließlich auf die Flügel-Stellstange über 
tragen wird. 
Jfeichen- 
Umsfellvornchtung 
Jfül/s- 
Luftbekälter 
303. Weichen- und Signal-Stellvorrichtung mit Luftdruck 
und etektrischer Auslösung.
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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