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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

804 Eisenbahnen: Weichensichcrung. 
also in jedem Falle nur bei richtig stehender Weiche möglich. Wird im Falle des Gestänge 
bruchs der Weichenhebel umgelegt, so ist dieses sür den Riegelhebcl der Druckschicne nicht 
möglich, die Freigabe des Signals also wirksam gehindert. Neuerdings hat man die Druck 
schiene auch an die Außenseite der Fahrschiene gelegt (bessere Reinigung bei Schneefnll). 
Sie liegt dann bei verriegelter Weiche fast in Schienenhöhe und erhebt sich beim Losriegeln 
über diese. Auch hat man keilartige Riegel eingeführt, die sich in entsprechend geformte 
Zungenstühle schieben und die Zungen sicher festhalten. In Deutschland wird die Außenlage 
vorgezogen. Um die Abnutzung der Druckschiene durch ausgelaufene Radreifen zu ver 
meiden, hat Büssing (Braunschweig) die (aus einem Flacheisen gebildete) Schiene in wage 
rechter Ebene beweglich angeordnet, derart, daß sie bei verriegelter Weiche so weit von der 
Fahrschiene abliegt, daß die Räder sie nicht berühren. Bei der Entriegelung wird sic dann 
gegen die Fahrschiene bewegt und stößt, falls sich noch ein Rad in ihren: Bereiche 
befindet, gegen dasselbe, so daß sie nicht umgelegt werden kann. Diese Bauart ist zweck 
mäßig. Alle diese Druckschienen bedingen aber Fahrzeuge mit nicht zu großem Rad- 
stande (—Abstand der äußeren Radachseu voneinander!, da sie sonst zu lang und zu schwer 
beweglich ausfallen. Auf den deutschen Bahnen kommen Wagen mit sehr verschiedenen und 
sehr großen Radständcn vor (bei Langholzwagen bis 20 in). Hier werden deshalb die Schutz 
schienen nicht so allgemein benutzt wie in Eng 
land. In letzterem Lande haben sie sich gut be 
währt und finden deshalb auch häufige An 
wendung sür andere Sicherungszwecke. Bei 
kurzen Stationsabständen, wie sie in Industrie- 
gegenden mit dichtem Gleisnctz l Cleveland 
bezirk n. s. w.!, sowie auf Stadtbahnen vor 
kommen, z. B. auf den Londoner Untergrund 
bahnen, hat mau solche Drnckschienen mit Vcni 
Ansfahrsignal in Verbindung gebracht. Die 
Schutzschieneu liegen dann neben dem Bahnsteig, 
und solange ein Zug hier hält, können sie 
natürlich nicht angehoben und umgelegt werden. 
Das Ansfahrsignal der rückwärts gelegenen 
Station, das an diese Druckschienen an 
geschlossen ist, kann daher auch nicht versehent 
lieh gegeben werden, da sein Hebel versagt. 
Das Aufeinanderrennen zweier Züge ist da 
durch unmöglich gemacht. Ferner werden sie 
mit Vorteil bei Bahnkreuzungen verwendet, 
um das Einfahren eines Zuges in das Ende 
eines anderen zu hindern, der zwar die 
Kreuzung schon durchfahren hat, aber noch 
nicht mit seinem letzten Wagen über den Merk 
Pfahl*) hinausgerückt ist. In der Abb. 302 
liegen bei 13 u. 24 Druckschienen neben dem 
Merkpfahl, während die bei 18 n. 20 gezeich 
neten zur vorerörtcrtcn Sicherung der Spitz- 
weichen dienen. 
Da die Bewegung langer Druckschienen für den Stellwerkswärter anstrengend ist, so hat 
man jene auch selbstthätig gemacht. Federn oder Gegengewichte erhalten sie "in der höchsten 
Stellung — bei Außenlage etwa 20 mm über dem Schienenkopf, bei Jnnenlage in Schienen- 
kopfhöhe. Die überrollenden Räder drücken sie nieder und bewirken dadurch das Verriegeln, 
während die Federkrast u. s. w. sie nach Vorbeifahrt des Zuges wieder hochdrückt und die 
Weiche entriegelt. 
Seit 1898 ist auf den preußischen Staatsbahnen vielfach ein sogenannter Zeitverschluß 
für die Druckschiene eingeführt worden. Hierbei kommt ein doppelarmiger Radtaster in An 
wendung, dessen längeres Ende beim Niederdrücken des kürzeren hochgeht, die Weiche verriegelt 
und gleichzeitig in einem eisernen, durch Ledermembrane abgeschlossenen Doppelbehälter mit 
Ventilverschluß eure Lustverdünnung erzeugt. Da die Anßenluft nur langsam wieder ein 
dringen kann, so dauert die Verriegelung eine gewisse Zeit lang. Diese Anordnung ist von 
gedrängter Bauart und rm Gleise bequemer einzubauen, als die Druckschiene. Bis" jetzt hat 
sie sich gut bewährt. 
Riegeltopf für Spitzwcichen. Nach deutscher Vorschrift muß jede Weiche einer Haupt 
bahn, gegen deren Spitze fahrplanmäßige Züge fahren, während des Durchganges des "Zuges 
*) Nach den Vorschriften für deutsche Eisenbahnen muß zwischen zusammenlaufenden Schienen- 
strängen ein Merkzeichen angebracht sein, welches die Stelle angibt, über die hinaus auf dem 
einen Gleise Fahrzeuge mit keinen! ihrer Teile vorgeschoben werden dürfen, ohne daß der Durch 
gang von Fahrzeugen auf dem anderen Gleise gehindert wird. 
,. X. 
I ' 
314. Meichenvrrriegrlnng durch das Signal.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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