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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

316 
Eisenbahnen: Sigiialwesen und Weichensichernng. 
werden und so lange verschlossen bleiben, bis Freigabe von der vorgelegenen Blockstation 
erfolgt. Die Einfahrts-Blockfelder (1 in A und 2 in 35) sind vom Stationsbüreau ab 
hängig, zeigen somit, solange die Einfahrt gesperrt ist, rot. 
Mit dem Farbenwechsel der Fenster hat der Wärter auch hörbare Signale, sogenannte 
Vorwecksignale, den Nachbarwärtern zu geben. So drückt z. B. der Wärter in A bei 
Ausfahrt des Zuges nach B die Weckertaste über Feld 2 nieder und dreht gleichzeitig die 
Jnduktorkurbel. Sofort nach dem Vvrwecken stellt A das Fenster 2 rot ein. Wärter B gibt 
als Empfangsbescheinigung das hörbare Signal zurück nach A, zieht das Fahrsignal und 
beobachtet die Strecke. Nach Vorbeifahrt des Zuges weckt er nach 0 vor, stellt sein Feld 
2 auf rot, das in A damit auf weiß. Von 0 erhält er das Empfangsbescheinigungs- 
signal, desgleichen von A ein solches für die Freigabe der Strecke B—A. 
_ Wird in der Art von jedem Blockbeamten nach Vorschrift verfahren, so ist eine zu 
schnelle Zugfolge und ein Aufeiuanderrennen von zwei Zügen in einem Blockabschnitt un 
möglich. Leider ist aber mit der Unachtsamkeit und Vergeßlichkeit mancher Menschen auch 
hier zu rechnen, und so sind trotz der so trefflich erdachten Blockwerke und des so sinn 
reich angeordneten Blockverfahrens Unglücksfälle vereinzelt aufgetreten. Es ist z. B. vor 
gekommen, daß ein Wärter, sagen wir in 0 der Abb. 326, eingeschlafen war, so daß der 
Zug infolge des Haltsignals zum Halten vor 0 gezwungen wurde. Der Wärter, durch 
die Lokomotivpfeife geweckt, blockierte, um einen Entschuldigungsgrund für sein Halt 
signal zu haben, schleunigst die vorgelegene Strecke 6—D, machte also sein Feld 2 rot, 
was mit einer Freigabe der rückwärtigen Strecke 6—B verbunden war. Dadurch wurde 
der Wärter B veranlaßt, einem zweiten Zuge das Fahrsignal zu geben, der auf den vor 
0 haltenden Zug aufrannte. 
Im Jahre 1881 haben Siemens & Halske das Blockwerk und das Blockier 
verfahren mit Erfolg dahin verbessert, daß derartige, durch Unaufmerksamkeit der Wärter 
veranlaßte Unglücksfälle nicht mehr möglich sind. Der Blockwärter kann bei dieser 
neueren Einrichtung nicht ohne weiteres über das weiße Feld 2 verfügen, wenn dieses 
durch die vorgelegene Station bei ihm eingestellt wird, sondern er ist gezwungen, zuvor 
das Haltsignal auf „Fahrt" zu stellen, und dann den gezogenen Flügel wieder auf „Halt" 
zurückzulegen. Erst dann kann er an seinem Blockwerk die weiße Scheibe in rot ver 
wandeln, also vorwärts die Strecke sperren, rückwärts die andere freigeben. Wollte hier 
ein Wärter sich blockieren, lvenn sein Signal bei weißem Felde auf „Halt" steht, so 
müßte er dieses zuvor auf „Fahrt" und dann wieder auf „Halt" legen. Eine derartige 
Flügelbewegung Ivürde aber von dem Zug- und Lokomotivpersonal bemerkt werden, das 
dann von dem Wärter die nötige Aufklärung verlangen würde. 
Nur durch böswillige oder völlig überflüssige Bewegungen des Signalhebels kann 
sonach ein Blockwärter einen Zusammenstoß ans der Strecke herbeiführen. Um auch hier 
gegen gesichert zu sein, finden (schon an zahlreichen Stellen) sogenannte elektrische Druck 
knopfsperren Verwendung. Sie hindern so lange ein Niederdrücken der Blocktaste und 
damit ein Bewegen des Signalhebels, bis der Zug selbst durch Befahren eines Schienen 
kontaktes die Sperre elektrisch auslöst. Die Betriebssicherheit ist demnach eine sehr große 
und nur getrübt, wenn auch das Lokomotivpersonal es an der erforderlichen Aufmerksam 
keit fehlen läßt oder die Blockvorrichtung versagt. 
Für Linien mit besonders schneller Zugfolge haben neuerdings Siemens & Halske 
ein noch weiter verbessertes Blockverfahren erdacht, das auf einigen Bahnen sich bereits 
gut bewährt hat. Hierbei werden ans den Blockstationen statt der vorerörterten zwei 
fenstrigen Blockwerke solche mit vier Feldern verwendet. Zu jeder Fahrtrichtung ge 
hören zwei Felder des Blockwerks, eins für die vorgelegene, das andere für die rückgelegene 
Strecke. Beide Endfelder einer Blockstrecke aber werden hier durch den Wärter überein 
stimmend in der Farbe gehalten, so daß ein von einem Zuge besetzter Blockabschnitt an 
seinen beiden Enden rote Felder zeigt; ein freier weiße. Hier kann also der Wärter sofort 
sehen, ob seine rückgelegene Strecke besetzt ist oder nicht. Die Blocktasten sind bei dieser 
Einrichtung paarweise gekuppelt, infolgedessen stellt der Wärter z. B. 0 in Abb. 327, 
falls ein Zug in den Abschnitt 0—v eingefahren ist, die beiden zu 6—D gehörigen Felder
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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