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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

26 Einleitung: Entwickelung des Verkehrswesens. 
und zwang mit ihrem Beirate den Wanderer, Genugthuung zu leisten. Gab sich derselbe 
nicht zufrieden, so sollte er als Räuber bestraft werden. Vereinzelt gab es Herbergen. 
Eine der ältesten Anstalten dieser Art war das Hospiz von Lyon, welches von dem 
König Childerich errichtet worden ist. 
Seit dem 14. Jahrhundert gab es bereits in Deutschland in manchen Städten, so 
z. B. in Mainz, ein eigentliches Hotelwesen. 
Die deutschen Hauptverkehrsstraßen in diesem Zeitraume waren die folgenden: 
Von Norden nach Süden erstreckten sich vier bis fünf Hauptrouten; zwei derselben gingen 
den Rheinufern entlang. Die östliche Route wandte sich über Höchst der Bergstraße zu, 
deren Namen bereits im Jahre 1002 vorkommt; sie ging weiter über Cannstatt nach 
Ulm. Die westliche Straße ging über Worms, Speier, Straßbnrg, Breisach nach Basel. 
Vom Wesergebiete ging die Hauptstraße von Minden aus. Die Route ging in südöst 
licher Richtung über Fritzlar nach Würzburg. Von Würzburg ging die Straße weiter 
über Rothenburg ob der Tauber und Nördlingen und vereinigte sich bei Donauwörth 
mit der Nürnberger Heerstraße. Den nördlichen Endpunkt der Nürnberger Linie bildete 
zur Zeit Karls des Großen Bardowiek; Braunschweig, Goslar waren bedeutende Etappen 
dieser Route. Von Erfurt führte die Straße nach Suhl und über Mellrichstadt nach 
dem Main und über Bamberg nach Nürnberg. Die Donau erreichte diese Straße bei 
Regensburg. Links der Elbe war Leipzig ein wichtiger Knotenpunkt, der von Schwerin 
und Magdeburg über Dessau erreicht wurde, während die Straße von Stettin über 
Berlin ging. Die Fortsetzung dieser Route spaltete sich bei Hof, südwestlich ging es nach 
Nürnberg, südöstlich nach Regensburg. Später erhielt die Route Stettin, Frankfurt a. O., 
Kottbus, Bautzen größere Bedeutung. Von Bautzen ging es nach Prag und über Zittau 
und Reichenberg nach dem Inneren von Böhmen. Sehr alte Linien waren auch Salz 
burg, Ulm, Cannstatt, Pforzheim, Straßbnrg, Nancy. Für Schlesien war besonders die 
große Mainz-Leipziger Straße von Bedeutung. Die Route Köln-Elbe ging über Altena, 
Iserlohn, Soest, Lippstadt, Paderborn, Höxter, Einbeck, Gandersheim, Wolfenbüttel. 
Was die Zeitdauer des Transports anbetraf, so betrug diese beispielsweise von 
Utrecht nach Köln etwa fünf Tage, von Köln nach Braunschweig acht Tage. Ebenso 
lange dauerte mindestens der Transport von Köln nach Heilbronn, derjenige von Heil 
bronn nach Augsburg erforderte etwa fünf Tage. Für die Route Augsburg-Straßburg 
sind acht Tage anzusetzen. Vom Inn bis Wien betrug die Transportdauer sechs Tage. 
Von Magdeburg ausgehende Waren langten in Hamburg oder Lübeck in sechs Tagen an. 
Der Osten Europas wurde teils durch den von Byzanz aus geübten Einfluß in die 
Kulturwelt einbezogen, teils waren es, und zwar vom 12. Jahrhundert an, Germanen, 
insbesondere der Schwert- und Deutschherrenorden und die Hansa, welche von den 
Ostseeufern aus die abendländische Bildung den slawischen Stämmen zuführten. Riga 
und Nowgorod erhoben sich als Verkehrszentren zu großer Bedeutung, wozu hinsichtlich 
Rigas die Schaffung von Straßen und die Einrichtung einer Staatspost durch den 
Deutschherrenorden manches beitrug. Die bereits seit dem 9. Jahrhundert bekannte 
Stadt Nowgorod war insbesondere für den hanseatischen Handel von Wichtigkeit. Die 
Waren gingen von hier nicht nur auf dem Landwege ab, sondern auch per Schiff und 
zwar nach dem Ladogasee und durch die Newa nach der Seeküste; den gleichen Weg 
schlugen die importierten Waren ein. Bon Nowgorod erstreckte sich die Straße bis nach 
Wjätka und nach der Hauptstadt des silber- und pelzreichen Fürstentums Perm, einem 
Stapelorte des Pelzhandels des Kamagebietes. Im Wolgabecken stritten Twer an der 
Wolga und Wlademir um den Vorrang miteinander. Um die Mitte des l2. Jahr- 
bunderts wurde Moskau von Kiew aus gegründet und erlangte infolge seiner günstigen 
Lage eine immer größere Bedeutung. An der unteren Hälfte der Wolga entstanden die 
beiden hervorragenden Plätze Bolgar, die bulgarische Reichshauptstadt, und Sarai, die 
mongolische Residenz der Tatarenchane. Als östlichster Sammelpunkt für den Waren 
austausch zwischen dem unteren Wolga- und Dongebiet und dem byzantinischen Reich, 
sowie als Seehandelsplatz der Republiken Genua und Venedig bildete sich Tana am 
Asowschen Meer, das heutige Asow aus. Auf der Krim wurde Kertsch und besonders
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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