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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

336 
Eisenbahnen: Seilbahnen. 
Seilenden die Lokomotive mit ihrem Wagenzuge gehängt. Während ein Zug mit Loko 
motive am Seil abwärts fuhr, wurde ein anderer hinaufbefördert. Aber auch diese Seil 
bahnen sind später meistens als freie Reibungsbahnen umgebaut. — Unter den wenigen 
zur Zeit noch erhaltenen ist die vorgenannte auf der Strecke Düsseldorf-Elberfeld zwischen 
den Stationen Erkrath und Hochdahl gelegene die einzige in Deutschland. Hier sind auf 
der mit 33% °/ 00 abfallenden, 2,4 km langen Rampe drei Gleise angeordnet. Eines davon 
dient ohne Zuhilfenahme des Seiles für die thalabwärts fahrenden Züge, deren Bremskraft 
durch besonders eingestellte schwere Bremswagen entsprechend erhöht wird. Die beiden 
anderen Gleise sind für die Bergfahrt der Züge bestimmt. Der Betrieb geht jetzt in der 
Weise vor sich, daß der an das Seil geschlossene Zug von einer Lokomotive gezogen, von 
einer zweiten geschoben wird, während gleichzeitig an dem anderen um eine Umkehrrolle 
geführten Seilende eine Lokomotive zu Thal fährt. Die vorgenannte Schiebelokomotive 
bleibt an dem oberen Rampenende halten und fährt später am Seile abwärts, um einem 
anderen zu Berg gehenden Zuge die Fahrt zu erleichtern. 
Auch die ersten in London einmündenden Bahnen zeigten im Stadtgebiete Teil 
betrieb. Ihre Gefällverhältnisse hatten allerdings hierzu nicht Anlaß gegeben, sondern die 
Vorschrift, die Züge ohne Rauchentwickelung in das Stadtinnere zu leiten. In dieser Weise 
wurde z. B. die im Jahre 1840 unter Leitung Stephensons auf 6 km langem Stein 
viadukt errichtete, von Greenwich nach London führende Blackwall-Bahn betrieben. Hier 
wurde zum erstenmal für das Anhängen der Wagenzüge an das endlose Seil und für 
ihr Loskuppeln eine zweckmäßig gestaltete Greiservorrichtung angewendet. Mit dem 
schnell anwachsenden Verkehre jener Riesenstadt verschwanden aber diese Seiltriebe wieder 
und die Lokomotive trat in ihre Rechte. Immerhin sind jene die Vorläufer der heutigen 
„Kabelbahnen", wie die mit endlosem Seil arbeitenden Linien zum Unterschied von den 
vorerwähnten Seilbahnen mit offenem Seil, kurz als „Seilbahnen" bezeichnet, genannt 
werden. 
Der erste Vorschlag zur Verwendung eines endlosen Seiles für Eisenbahnzwecke 
rührt von dem Wiener Professor Purkinje her. Dieser wollte (nach Prechtls Jahrbüchern 
des polytechnischen Instituts Wien, 1825) Eisenbahnen mit Pferden betreiben. Die 
größeren Steigungen sollten auch durch schiefe Seilebenen überwunden werden, aber deren 
Seil in sich geschlossen, also endlos sein und an beiden Rampenenden um eine Rolle laufen. 
Die untere Rolle sollte durch einen Göpel, die heute noch viel benutzte Maschine für 
Muskelkräfte, angetrieben werden und zwar „von denselben Pferden, welche die Last in 
der Ebene gezogen haben. Auf diese Art ziehen die Pferde die Lastwagen hinauf, gehen 
selber ganz ledig hinauf und setzen ihren Zug auf der Ebene wieder fort." Die erste 
praktische Verwendung des endlosen Seiles für Eiseubahnzwecke wurde in England gemacht. 
In erneuerter Form sind die Kabelbahnen seit den 70 er Jahren besonders in ameri 
kanischen und einigen englischen Städten in Aufnahme gekommen. Auch im Hügellande 
sind sie zuweilen angelegt (Pyrmonter Bergbahn 1897). Sie sind aber in den letzten 
Jahren durch die elektrischen Bahnen sehr zurückgedrängt worden. In stark hügeligen 
Städten behaupten sie allerdings auch jetzt noch siegreich das Feld, wie in San Francisco 
mit Steigungen bis 230°/ 00 und Portland mit solchen bis 3OO°/ 00 . 
In San Francisco läuft das endlose von Rollen gestützte und geführte Seil in zwei 
parallelen, in die Straßenfahrbahn gebetteten eiförmigen Kanälen, die aus Beton und in 
etwa 1 '/z m Abstand verlegten eisernen Rohrstücken befielen Oben besitzen diese Kanäle 
einen etwa 2 am breiten Schlitz, durch den die am Wagengestell sitzende Greifervorrichtung 
hindurchragt, deren Backen durch Hebel oder Schranbendruck an das Seil gepreßt werden. 
In dem Kraftwerk ist letzteres mehrmals um 2 hintereinander liegende Trommeln geschlungen, 
die von einer Dampfmaschine während der Betriebszeit ununterbrochen gedreht werden. Eine 
selbstthätige Spannvorrichtung hält das Kabel stets straff, so daß seine durch Wärme und 
mechanische Dehnung bewirkten Längenändcruugen ohne Einfluß auf die Seilspanuuug bleiben. 
Die erste Seilbahn San Franciscos wurde 1873 von Hallidie gebaut. Seitdem bestehen dort 
6 verschiedene Kabelgesellschaften, die über ein Netz von 70 km Doppelbahn mit einer gesamten 
Seillänge von etwa 160 km (einschl. der Leitungen nach den zusammen 3000 Pferdestärken 
entwickelnden Kraftwerken und nach den Wagenschuppeu) verfügen. Die größte Seillänge 
beträgt 8'/2 km, das Gewicht dieses Riesenseils 31 500 kg. Längere Straßen werden durch 
mehrere hinter einander geschaltete Kabel von verschiedenen Kraftwerken aus betrieben. Die
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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