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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Elektrische Tunnelröhrenbahnen: Die Zentral-Londonbahn. 
363 
führen und beim Einlaufen in die Stationen schneller anhalten zu können, sind die Stations 
gleise um 11/4 m höher als die Anschlußstrecken gelegt und mit diesen durch Rampen ver 
bunden. Für einen flotten Betrieb mit dichter Zugfolge hat sich dieses Mittel sehr gut be 
wahrt und ist auch auf anderen Röhrcnbahuen in Anwendung gekommen. Mit Eröffnung 
des Betriebes zeigten sich alsbald einige bemerkenswerte Störungen an allen in der Nähe 
der Bahn befindlichen magnetischen Meßinstrumenten. So wurden ans der 3 Kni ent 
fernten Sternwarte zu Greenwich die Nadeln solcher Instrumente durch vagabondierende 
Ströme dieser Bahn abgelenkt. 
Die Baukosten haben einschließlich des Krafthauses und der gesamten Ausrüstung 
3 330 000 Mark für das km betragen. Auch sie verzinsen sich nur recht mäßig. Der 
Verkehr beläuft sich im Jahre auf 5 bis 6 Millionen Reisende, an besonderen Tagen 
steigt er bis auf 25 OOO Personen. Durch Erweiterung der Linie nach Süden und 
Norden hofft man eine wesentlich größere Zahl von Personen der Bahn zuzuführen. 
Die Fahrt auf dieser Linie ist nicht sehr behaglich, sie ist hart und etwas geräuschvoll, 
was die Reisenden aber gern in den Kauf nehmen, da ja die Fahrtdauer nur kurz und 
von keiner Rauchplage begleitet ist und die Linie eine vortreffliche Verbindung des südlichen 
Londons mit der City, dem Herzen der Londoner Geschäftswelt, herstellt. 
Der Bau dieser Bahn bildet in der Geschichte der Stadtbahnen einen Merkstein. 
Er lehrte, wie man auch in schwierigen Bodenarten und inmitten der Städte Bahntunnel 
ohne Störung des Straßenverkehrs her 
stellen kann, während ihr Betrieb erkennen 
ließ, wie sehr die Elektrizität dem Dampf 
gegenüber bei Tunnelbahnen den Vorzug 
verdient. Die Bahn wurde vorbildlich 
für verschiedene Tnnnellinien in Paris 
(Entwurf), New Dork, Berlin u. s. w. Die 
großartigste Anwendung für Eisenbahnen 
hat ihre Bauweise bei dem Tunnel unter 
dem St. Clairflnsse (Nordamerika) ge 
sunden. Hier wurde ein Schild von 
6,4 m Durchmesser und m Länge be 
nutzt, der durch 24 Wasserdruckpressen von 
>e 125 OOO kx Druck vorgetrieben werden konnte. Sodann sind in den letzten Jahren 
wiederholt in London mehrere Tiefbahnen dieser Art zur Ausführung gebracht, weitere 
sind dort noch im Bau. Zwei der ersteren sind auf der Tafel zu S. 86 verzeichnet. Die 
eine läuft von dem großen Waterloobahnhofe aus unter der Themse her, unterfährt die 
Distriktuntergrundbahu und mündet bei Mansion House, der Dienstwohnung des Lord Mayor. 
Die andere, für den Londoner Verkehr noch bedeutsamere Anlage ist die Zentral- 
Londonbahn, welche vom Mansion House in fast gerader Richtung nach der 9.3 km ent 
fernten Shepherds Buschstation im Westen von London läuft und lauter verkehrsreiche 
Straßenzüge in etwa 2O m Tiefe unterzieht. Unter zwölf Straßenkreuzungen sind 100 m 
lange Stationen errichtet, so daß der Bahn zweifellos ein namhafter Verkehr gesichert sein 
wird. Bei ihrem Bau wurden nicht nur die 3,5 m weiten Streckentunuel mittels des 
Schildes (4 m Durchmesser) vorgetrieben, sondern auch die Stationen und zwar diese mit 
einem Schild von 7 m Durchmesser. Für jede Fahrrichtung ist ein besonderer Stations 
tunnel angelegt. Beide Tunnel habe» aber gemeinsame Treppen- und Aufzugsanlagen. 
Vèit Ausnahme der beiden Endstationen sind sie deshalb nach Abb. 366 in verschiedener 
Höhenlage erstellt. Von jedem Tunnel führen kurze Treppen nach der gemeinsamen Platt 
form, auf der die Aufzüge münden. 
Von besonderem Interesse ist die Stationsanlage bei Mausion House (Abb. 367). 
Der enge Platz vor diesem, auf den mehrere wichtige Straßen münden, wird eingerahmt von 
der Börse, der englischen Bank u. s. w. Auf ihm spielt sich vom Morgen bis zum Abend ein 
Wagen- und Fußgängerverkehr ab, wie er kaum zum zweitenmal in der Welt zu finden ist. 
Unter ihm zogen sich mehrere Abzugskanäle, sowie ein Netz von großen Gas- und Wasser- 
46* 
gemeinsamer 
Zugang 
366. Schnitt durch eine Awischrnftation der 
Aentrat Lsndon-Sahn.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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