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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

427 
Korrektionen im Flutgebiet. 
selben sich bewegenden Flutwellen. Die Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind im all 
gemeinen ein sich von der Mündung nach oben bis zur Flutgrenze angemessen verengendes, 
von allen die Bewegung der Flutwelle abschwächenden Hindernissen befreites Flußbett. 
Solche Hindernisse sind scharfe Krümmungen, Spaltungen des Flußlaufes durch Inseln und 
Sandbänke, Unregelmäßigkeiten in den Querschnitten des Flußbettes, namentlich auch von 
früheren Regulierungen herrührende Einbauten, wie Buhnen. In scharfen Krümmungen 
wird die Flutwelle zu forttvährendem Richtungswechsel gezwungen, und dadurch wird ein 
Teil ihrer lebendigen Kraft unnütz verbraucht; ferner entstehen in Krümmungen leicht 
Unregelmäßigkeiten im Flußbett, Vertiefungen auf der konkaven, Verlandungen auf der 
konvexen Seite und dadurch Querschnittsverengungen. Solche scharfe Krümmungen müssen 
durch Ausführung von Durchstichen abgeschnitten werden, kleine Krümmungen können 
durch Abgrabung auf der konvexen und Ausbau der konkaven Seite verbessert werden. 
Noch ungünstiger als Krümmungen wirken Spaltungen durch größere Inseln. Wie ein 
in zwei Arme gespaltener Fluß in diesen einen größeren Widerstand findet als im un 
geteilten Bett, so ist dies auch bei der sich durch Arme durchzwängenden Flutwelle der 
Fall; dazu kommt noch, daß sich die Flutwelle in den beiden Armen nicht mit gleicher 
Geschwindigkeit bewegen wird, so daß am Ende der die Spaltung herbeiführenden Insel 
die Flutwelle in dem einen Arme früher ankommt als im anderen und dadurch ein 
Teil der Welle in den anderen Arm fließt und der dort sich bewegenden Welle ent 
gegenströmt; die Folge ist natürlich eine bedeutende Abschwächung der nach oben weiter 
strömenden Flutwelle. Das Mittel zur Beseitigung einer Spaltung besteht in der Ab 
dämmung des ungünstig gelegenen Armes. Der Sperrdamm wird am oberen Ende des 
abzuschließenden Armes hergestellt, damit ein großer Teil desselben als Spülbecken für 
die untere Strecke erhalten bleibt; ein solches Spülbecken füllt und entleert sich in jeder 
Flutperiode, und dadurch wird eine viele Millionen Kubikmeter betragende Wassermenge 
über die unterhalb des Spülbeckens gelegene Strecke des Flntgebietes hin und her bewegt, 
welche an der Vertiefung und Reinhaltung dieser Strecke mitarbeitet Und so gleichzeitig 
die Flutentwickelung oberhalb fördert. Kleinere Arme, die als Spülbecken wertlos sind, 
werden zweckmäßigerweise zugeschüttet. Es wird dadurch einmal der Vorteil erreicht, daß 
die bei der Regulierung künstlich gewonnenen Erbmassen in möglichster Nähe, also billig 
abgelagert werden können, sodann daß der Sperrdamm leichter gebaut werden kann, als 
wenn er — bei offen gehaltenem Arm — dem Angriff und dem Übersturz des Wassers 
ausgesetzt bliebe, und endlich, daß wertvolles, ertragfähiges Land gewonnen wird. Mit 
der fortschreitenden Abdämmung des Nebenarmes wächst die Stromkraft im Hauptarm, 
denselben erweiternd und vertiefend. Sollte die Sohle des Flußbettes den Angriffen 
der Stromkraft zu großen Widerstand entgegensetzen oder die Erweiterung des Haupt 
armes durch die Stromkraft allein zu lange dauern, so muß durch Baggerung nach 
geholfen werden. 
Unter einem Bagger versteht man eine Vorrichtung, um von der Sohle eines 
Wasserlanfes den Boden zu entfernen. Auf die verschiedenen Formen der Bagger wird 
gelegentlich zurückzukommen sein. 
Die Thätigkeit der Bagger hat auch vorteilhaft einzutreten bei der Beseitigung 
etwaiger das Flußbett auf die ganze Breite durchsetzender Sandbänke, sogenannterBarren, 
die bei größeren Flüssen oft in der Gegend der Flutgrenze, bei kleineren mehr vor der 
Mündung vorkommen. Nachdem durch Durchstiche und Abdämmungen ein einheitlicher 
Flußschlauch hergestellt ist, muß der durch die Strömung entstehenden Verlegung des 
tieferen Niedrigwasserbettes entgegengewirkt werden. Das geschieht durch die Anlage von 
Leitdämmen, die bis zur Höhe des Niedrigwasserbettes reichen, der Raum zwischen diesen 
Leitdämmen und dem Hochwasserufer kann unter Umständen für die natürliche Ablagerung 
der vom Strom bewegten Sinkstoffe frei bleiben oder mit Baggermaterial bis zur Niedrig 
wasserhöhe angeschüttet werden. Die Baggerungen sind bei den Korrektionen im Fluß 
gebiete ein unentbehrliches Hilfsmittel, da der Erfolg bei einer nur durch Sperrdämme 
und Leitdämme bewirkten Korrektion zu lange auf sich warten ließe. Auch nach gelungener 
Regulierung wird die Baggerung nie ganz überflüssig werden, da hohe Sturmfluten und 
54*
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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