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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

444 Flußkanalisierungen: Nadelwehre. 
Die wichtigste Forderung, die an ein brauchbares bewegliches Wehr gestellt werden 
muß, ist zunächst die, daß es bei Hochwasser und Eisgang die notwendige Durchfluß 
öffnung schnell, sicher und vollständig freigibt. Alle festen Teile müssen daher so an 
geordnet sein, daß sie eine Verengung des Querprofils in keinem nennenswerten Umfang 
herbeiführen. Vor allem muß eine feste Überbrückung, wenn sie zur Wehrkonstruktion 
gehört, stets über dem höchsten Hochwasserstand liegen. Auch darf sie in keinem Falle 
der freien Schiffahrt Erschwerungen auferlegen. Dieselben Anforderungen sind in Bezug 
auf alle Teile des Wehres zu stellen, die an dieser Brücke befestigt sind und hochgezogen 
werden können. Hinter den beweglichen Teilen dürfen im aufgerichteten Zustande sich 
die Ablagerungen von Schlamm und Sand nicht so hänfen oder festsetzen, daß im ent 
scheidenden Augenblicke eine gefährliche Verzögerung der Freigabe verursacht werden kann. 
Die auf dem Boden umlegbaren Teile des Wehres dürfen nicht über die feste Wehrkrone 
hervorragen, damit sie bei umgelegtem Wehre der Schiffahrt nicht hinderlich sind, und 
damit Eisgang und etwa am Boden rollende feste Körper sie nicht beschädigen. Ihre 
einzelnen Teile müssen ferner im niedergelegten Zustande so liegen, daß sich während des 
Hochwassers ans oder zwischen ihnen keine erheblichen Schlamm- oder Sandablagerungen 
bilden, da sonst die zum Aushub nötige Kraft so groß wird, als daß sie noch von leichten 
Winden geleistet werden kann. 
Außer den Anforderungen, die sich auf das Wehr hinsichtlich seiner Beweglichkeit 
beziehen, sind noch andere im Schiffahrtsinteresse zu stellen. Hier soll nämlich das Stau 
werk einen festen und möglichst dichten Verschluß gewähren, denn in den Sommermonaten 
ist die Wassermenge mancher Flüsse so gering, daß jeder andere Abfluß als die unbedingt 
zum Durchschleusen nötige Wassermenge und der Ersatz der Verdunstungsverluste in den 
einzelnen Haltungen schon einen ungünstigen Einfluß für die Schiffahrt hervorrufen kann. 
Je dichter also eine Wehrkonstruktion schließt, und je einfacher und daher billiger und 
sicherer ihre Anlage und Bedienung sind, um so besser eignet sie sich für die Zwecke der 
Flußkanalisierung. 
Die gebräuchlichste Art beweglicher Wehre ist das Nadelwehr. Die Abb.447 u.448 
veranschaulichen ein solches Wehr. In diesem Falle ist hinter dem Nadelwehr noch ein 
Klappenwehr angeordnet. Die Abbildungen zeigen die Anlagen in dem Baustadium, 
weshalb noch kein Wasser vorhanden ist. Die Stauwand des Nadelwehres besteht aus 
dicht nebeneinander liegenden Hölzern von rechteckigem Querschnitt und ausreichender 
Länge und Festigkeit. Diese, Nadeln genannt, stützen sich mit ihrem unteren Ende 
gegen einen auf der Flußsohle im festgegründeten Wehrboden befindlichen Vorsprung, 
mit dem oberen gegen den sogenannten Holm oder die Nadellehne, einem quer über den 
Fluß gehenden Balken. Die Stütze des Holmes Bilben eiserne Böcke, die um eine wage 
rechte Achse auf den Wehrkörper niederlegbar sind. Über sie wird eine Brücke gelegt, 
um die Bedienung des Wehres zu ermöglichen. Der Holm, dessen Material ebenfalls 
Eisen ist, besteht aus einzelnen Teilen, die so lang sind, wie die Entfernung der Böcke 
von einander. 
Die Freigabe der Öffnung beginnt damit, daß man den Nadeln entweder die untere 
oder obere Stütze entzieht. Die erstere Art findet an den Wehren der oberen Oder 
Anwendung. Ein oder zwei geübte Arbeiter heben jede Nadel einzeln mit geeigneten 
Hebewerkzeugen so hoch, daß sie ihre Stütze gegen die Wehrkrone verliert. Das gänzliche 
Abschwimmen wird durch einen Haken, der sich um den Holm legt, verhindert. Erst 
nachdem die ganze Stauwand ausgehoben ist, findet die Bergung der Nadeln statt. Oder 
man hat auch die einzelnen Teile des Holms um eine senkrechte Achse am Ständer 
beweglich gemacht. Die Drehung wird durch Vorschieben einer Art Riegel gewöhnlich 
verhindert. Naht Gefahr, so löst man diesen aus, und alle Nadeln zwischen zwei 
Ständern sind mit einem Mal beseitigt. Damit sie nicht verloren gehen, sind sie unter 
einander mittels einer Kette zusammengeschlossen. Das Auffangen dieser Bündel ist 
daun leichter zu bewerkstelligen als das der einzelnen Nadeln. Nach Beseitigung der 
Stauwand legt man, von einem Ufer aus anfangend, die Böcke und mit ihnen die darüber 
führende Bedienungsbrücke auf die Flußsohle nieder.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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