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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

448 Flußkanalisierungen. 
kanalisierung zur Anwendung gekommen. Man hat sich dort aber wieder den Nadel 
wehren zugewandt, da die Bewegung der Zahnstange oft durch Versandung oder da 
zwischen geklemmte Steine gehemmt worden war. 
Auch durch Wasserdruck selbstthätig sich öffnende und schließende Klappenwehre hat 
man erfunden. Sie sind aber nur bei den Speisebecken einiger Kanäle und für Bewässerungs 
anlagen in Anwendung gekommen, denn für die Schiffahrt waren sie unbrauchbar, weil 
sie die Öffnung nicht ganz freigeben. In dem in Abb. 450 dargestellten Klappenwehre 
ist die Klappe mittels Drehpunkt P an dem Schwimmer befestigt, der seinerseits sich um 
den Punkt v dreht. 
Nach ähnlichen Gesichtspunkten sind die für Schiffsdurchlässe und Floßgassen sehr 
zweckmäßigen Trommelwehre gebaut. Sie bestehen aus einer zweiteiligen Klappe, die 
um eine wagerechte, auf der Wehrkrone liegende Achse P drehbar ist. Der kleinere, nach 
rechts gerichtete Teil stellt die Stauwand dar, der untere, größere liegt in einer im Wehr 
körper ausgesparten, kreiscylindrischen Kammer, welche von allen Seiten verschlossen ist 
und durch die aufrechtstehende Klappe in zwei Teile zerlegt wird. Beide sind durch einen 
Kanal sowohl mit dem Ober- als auch Unterwasser in Verbindung zu bringen. Je nach 
dem man nun das Oberwasser auf der einen oder der anderen Seite der großen Klappe 
wirken läßt, richtet sich dieselbe auf oder legt sich nieder, und zwar geschieht diese Be 
wegung in sehr kurzer Zeit; an dem Wehre im Floßdurchlaß der Küddow bei Tar- 
nowske z. B. in wenigen Minuten. 
Die Verbesserungen dieser Anlage zielen alle darauf hin, die Abmessungen des 
größeren Klappenteils und damit den Raum der Kammern zu vermindern, da man dadurch 
besonders bei großen Stauhöhen bedeutend an Gründungstiefe spart. Die angewandten 
Konstruktionen mögen hier als zu sehr ins einzelne gehend nicht besonders erwähnt werden. 
Zum Schluffe sei noch auf eine an einem Kanal in Südfrankrcich angewandte 
besondere Bauart eines Wehres hingewiesen. Dort kreuzt der Kanal, welcher Cette 
mit der Rhône verbindet, einen der kleinen Küstenflüsse des Mittelmeeres. Die sehr plötz 
lich eintretenden Hochwasser des Flusses mußten, weil sie viel Sinkstoffe führten, vom 
Kanal abgehalten werden. Man brauchte dazu ein Wehr, das mit geringer Bedienungs 
mannschaft gegen einen Überdruck von 1,75 m zu schließen war. Als Stauwand wählte 
man, entsprechend versteift, einen genügend hohen Streifen eines Kreiscylindermantels, 
dessen gedachte Achse quer über dem Kanäle lag. An den Usern war dieser Streifen je 
an ein durch eine Winde bewegliches Rad von gleichem Durchmesser befestigt. Schließen 
und Öffnen wurde mittels einer entsprechenden Drehung des Rades durch einen Mann in 
wenig Minuten bewirkt. Die Einrichtung hatte außerdem noch den Vorteil, daß keine 
Teile des beweglichen Wehres auf der Krone befestigt waren und die ganze Stau 
vorrichtung leicht über Wasser gefördert werden konnte. Die Breite des Wehres betrug 
20 in, die Kosten rund 11 000 Mark. Auch in Charlottenburg befindet sich am Werder- 
scheu Mühlgraben ein, allerdings etwas anders konstruiertes Cylinderwehr. 
Welche von den hier beschriebenen Bauarten im einzelnen Falle am zweckmäßigsten 
ist, müssen die örtlichen Umstände ergeben. Im allgemeinen werden für Flußkanalisierung 
noch immer die Nadelwehre vorzugsweise angewandt, wenigstens auf Flüssen, die einen 
starken Eisgang haben, und wo nicht zu große Stauhöhen gefordert werden. Wo plötzlich 
eintretende und starke Anschwellungen zu befürchten sind, besteht die Gefahr, daß ° der 
Bedienungssteg des Nadelwehres vor gänzlicher Niederlegung desselben schon überflutet 
wird. Es steht dann meist eine Zerstörung der Wehranlage zu erwarten. Noch schlimmer 
aber ist der Schaden, den das nunmehr aufgestaute Hochwasser in der Umgebung des 
Wehres anrichtet. Man wendet deshalb neben dem Nadelwehr noch eine andere Kon 
struktion an, die es gestattet, vom hochwasserfreien Ufer aus einen beträchtlichen Teil des 
Wehres schnell niederzulegen, so daß dadurch eine wesentliche Erniedrigung des Aufstaues 
herbeigeführt wird. Dadurch erleichtert man nicht nur das Niederlegen des Nadelwehres, 
sondern man verlängert auch die dazu verfügbare Zeit. Die Floß- und Schiffsdurchlässe 
bieten für solche Anlagen eine besonders passende Gelegenheit, denn sie sind meistens nicht 
so breit, als daß nicht ein Trommelwehr oder eine ähnliche Konstruktion anwendbar wäre.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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