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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

450 Flußkanalisierungen. 
Lassen sich diese einfachen Hilfsmittel nicht anwenden, so ist eine künstlicheFischtreppe 
nötig. Ihre Anlage muß so sein, daß sie die Fische bequem benutzen können, vor allem, daß 
sie ihre Mündung im Unterwasser leicht finden, damit nicht Herstellungskosten und Wasser 
verlust umsonst aufgewendet sind. Bei Wehrkonstruktionen mit fester Bedienungsbrücke legt 
man die Fischtreppe gern in einen Mittelpfeiler, weil sie dann dem Stromstriche näher ist 
und ein Mißbrauch weniger zu befürchten steht. Bei Wehren, die ganz niedergelegt werden, 
ist ihre Lage in einem hochwasserfreien Landpfeiler besser, weil bei solchen die Mittelpfeiler 
überströmt werden, und folglich die Fijchtreppe Beschädigungen ausgesetzt ist. Das Bauwerk 
besteht aus einer Anzahl von 
Becken in den vorgeschriebenen 
Maßen mit dazwischen liegenden 
Sperren. Ihre Kronen sind ent 
weder mit einem abwechselnd ge 
richteten Seitengefälle versehen, 
oder mit versetzt angeordneten 
Einschnitten, um die durchflie 
ßende Strömung abzulenken und 
so ihre lebendige Kraft zu ver 
zehren. Deshalb müssen auch 
alle vom Wasser benetzten Teile 
rauh gelassen werden. Man dar 
aber dabei nicht so weit gehen, 
daß ein wirbelreicher Strom 
entsteht, weil diesen die Fische 
meiden. 
Bei der Cailschen Fisch- 
454. Caitkche Treppe. Grundriß. treppe sind die Öffnungen in den 
Sperren am Boden angebracht 
und so bemessen, daß die Fische hiudurchschlüpfen können. Diese Anordnung bildet den Über 
gang zu den Fischpässen. Die einfachsten Arten lassen sich bei Wehren mit sanft geneigter 
Krone anordnen. Es sind dies senkrecht zur steilsten Neigung gerichtete Einschnitte, in denen 
stets eine kräftige Strömung vorhanden ist, auch wenn über den Fachbaum wenig oder gar 
kein Wasser fließt. Ist der Wehrrücken hierzu zu steil, so ordnet man den Fischpaß schräg 
an; oft genügt ein schräg auf dem Wehr befestigter Balken. Diese Pässe werden von den 
Fischen lieber aufgesucht als die verwickelter gebauten Treppen, sie verbrauchen aber mehr 
Wasser. Für Flüsse mit stark wechselnden Wasserständen empfehlen sich die einfachen An 
ordnungen nicht, da einmal in ihnen das Wasser zu stark, das andere Mal zu schwach strömen 
wird; dort wendet man künstliche Fischpässe an. Es sind dies steinerne oder hölzerne 
Rinnen von oft 
mals bedeutender 
Länge. Um sie zu 
kürzen, ermäßigt 
man die Strö 
mung durch Ein 
bauen teilweiser 
Sperren aus Holz 
oder Stein, zwi 
schen denen das 
Wasser in oft sehr 
gewundenem 
Laufe fließt. Bei 
größerer Länge 
sind Ausruhplätze 
„ .,,, ,, erforderlich. 
455. Caükche Treppe. Langenschnitt. Besonders zu 
erwähnen ist hier 
Macdonalds Fischpaß, weil er eine sehr steile Neigung (1:3) zuläßt. Bei ihm wird 
die lebendige Kraft des Wassers durch Gegenströmung verzehrt, die durch passend an 
geordnete Leitschaufeln erzeugt wird. Der Vorteil dieses Fischpasses besteht nicht nur in 
der steilen Neigung, sondern auch iu der gerader Richtung und in der großen Tiefe des 
strömenden Wassers. 
Alle diese Bauten zur Erhaltung des Fischreichtums sind in Amerika, Norwegen 'und 
Großbritannien viel zahlreicher und großartiger ausgeführt, als bei uns. So ist z B. der 
Sevcrnfluß in besonders musterhafter Weise damit ausgestattet. In den genannten Ländern 
hat man auch ganze Flußgebiete, die durch Wasserfälle bisher gesperrt waren, den Fischen neu 
eröffnet, so z. B. den Ballysadarefluß in Irland. In ihm steigerte sich der Fischreichtum so, 
daß in dem einen Jahr 1870 9750 Lachse gefangen wurden.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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