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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Schiffahrtskanäle im Altertum. 
465 
SchiffahrksKsnälr. 
In unserer viel bewegten Zeit tritt der Kanalbau seit einer Reihe von Jahren, 
nachdem man in der Periode des stärksten Eisenbahnbaues geglaubt hatte, daß er seine 
Rolle für alle Zeiten ausgespielt habe, wiederum bedeutend hervor. Von allen Seiten 
tauchen Projekte für neu anzulegende Kanäle auf, und wenn man sich einst zu dem Vor 
schlage versteigen konnte, die bestehenden Kanäle zuzuwerfen und auf diesen Schüttungen 
Schienen zu verlegen, so sucht man heute die Vorzüge dieses Transportvermittlers in 
das hellste Licht zu setzen und seine Überlegenheit rechnerisch darzuthuu. Bedeutende Kanal 
anlagen hat die Jetztzeit bereits entstehen sehen, und groß ist die Zahl der geplanten 
Unternehmungen dieser Art. 
In der That ist das Wasser, wie auch das Vorangegangene zur Genüge hat erkennen 
lassen, ein so vollkommenes Verkehrsmittel, daß es nicht überraschen kann, wenn die 
Menschen sich früh desselben bedienten und dort, wo die Natur es versagt hatte, bestrebt 
waren, dieses Transportmittel künstlich zu schaffen. Die erste Bethätigung auf diesem 
Gebiete fand bereits im hohen Altertume statt, sie knüpft an die Schaffenskraft der Baby 
lonier und Ägypter an. Die Herstellung der Schiffahrtskanäle erfolgte ohne Zweifel in 
Anlehnung an die zu Bewässerungszwecken in zahlreichen antiken Kulturländern angelegten 
Gräben und Kanäle. In den meisten dieser Länder bildeten die Bewässerungsanlagen 
die Grundbedingung des hohen Kulturzustandes. Diese Behauptung trifft im gleichen 
Maße für die Tigris- und Euphratländer, wie für Ägypten, China und Indien zu. In 
allen genannten Ländern sind die auf uns gekommenen Reste von einem Umfange, der unsere 
Bewunderung und unser Erstaunen erregen muß und ahnen laßt, wie außerordentlich 
bedeutend diese Werke einst gewesen sein müssen. Von dem guten Funktionieren dieser 
Bewässerungskanäle hing das Gedeihen des gesamten Volkes ab, und mit ihrer Ver 
nachlässigung oder Zerstörung sanken jene Völker rasch von ihrer hohen Kulturstufe herab. 
Diese Jrrigationskanäle sind als die Vorstufe der eigentlichen Schiffahrtskanäle anzusehen. 
Nicht wenige dienten im Laufe der Zeit beiden Zwecken. 
Die ältesten Schiffahrtskanäle zweigten entweder von einem Flusse ab oder ver 
banden zwei Wasserläufe miteinander, und zwar war es erforderlich, daß die Höhenlage 
derselben eine solche war, die eine freie Verbindung ermöglichte. Es dauerte lange, ehe 
der Mensch ein Mittel erfand, die Höhendifferenz zweier durch einen Kanal zu verbindender 
Wasserläufe künstlich zu überwinden, was erst vollkommen durch die Erfindung der 
Kammerschleuse im 14. Jahrhundert unserer Zeitrechnung geschah. 
Zu den ältesten Nachrichten über Schiffahrtskanäle gehören die Mitteilungen über 
die Herstellung einer künstlichen Wasserverbindung zwischen dem Mittelländischen und 
Noten Meer. Unter Ramses dem Großen (Sesostris, 1396 — 1328 v. Chr.) soll zuerst der 
Versuch gemacht worden sein, den Kanal von Suez zu bauen. Als Hauptursache 
dieses Unternehmens wird der Verkehr mit dem arabischen Kupferlande angesehen, mit 
welchem die Ägypter einen großen Handel trieben. In späterer Zeit nahm Necho (Neku) 
die Ausgrabung des Kanals wieder auf, priesterliche Orakelsprüche schreckten ihn jedoch 
von der Fortsetzung der Arbeit zurück. Erst der Achämenide Darius Hystaspis vollendete 
einen Kanal zwischen den beiden Meeren, der etwas oberhalb Bubastus von dem Nil 
abging. Herodot beschrieb als Augenzeuge diesen Wasserweg. In der Folgezeit geriet 
dieses Werk in Verfall, wurde jedoch von Ptolemäus Philadelphus wieder in sehr voll 
kommener Weise hergestellt. Nach den auf uns gekommenen Nachrichten besaß derselbe 
künstliche Schleuseneinrichtungen, deren genaue Beschaffenheit jedoch nicht bekannt ist. Der 
Kanal erhielt sich bis zur Römerherrschaft, bis zu den Zeiten Marc Aurels, ja vielleicht 
bis zu den Zeiten des Kaisers Septimius Severus, also über vier und ein halbes Jahr 
hundert. Im Jahre 640 n. Chr., nach der Eroberung Ägyptens durch die Araber, ließ 
der Kalif Omar den Kanal von neuem öffnen, Al Mansor aber ihn um 760 aus mili 
tärischen Gründen wieder verschütten. Dicuil, ein irischer Mönch, berichtete im Jahre 825, 
daß sein Lehrer auf einer Wallfahrt nach dem Heiligen Lande einen Kanal vom Nil nach 
IX 59
	        

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Om Kredit Och Vexlar. Edlund, 1880.
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