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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

468 Schiffahrtskanäle. 
eine Verbindung des Saresvati mit dem Jamuna hergestellt werden, dieser kühne Plan 
kam jedoch nicht zur Durchführung. 50 000 Arbeiter waren in Thätigkeit, um einen 
hohen Berg zu durchbrechen, aber wie in der Neuzeit beim Panama-Kanal, so mußten 
damals die Arbeiten als nicht ausführbar eingestellt werden. Durch die Vollendung des 
Werkes wären der Indus und Ganges, deren Mündungen 2850 km auseinander liegen, 
für die Binnenschiffahrt in unmittelbare Verbindung gesetzt worden. Schah Baber und 
Schah Jchan, dem vierten Nachfolger Ferozes, ist die Schaffung bedeutender Kanal 
anlagen, darunter der berühmte Delhi-Kanal, zu danken. 
In der Neuen Welt sollen seitens der alten indianischen Könige prächtige Kanäle 
für die Städte Mexiko und Cusco angelegt worden sein. 
Wie auf allen Gebieten, so trat auch auf dem des Kanalbaues nach dem Untergang 
des Römerreiches in den betreffenden Ländern ein vollständiger Stillstand ein. Jahr 
hunderte vergingen, ehe man z. B. in Deutschland von Unternehmungen dieser Art 
wieder hörte. Karl dem Großen wurde bei seiner Anwesenheit in Regensburg die Aus 
führung eines Kanals zwischen dem Rhein und der Donau unter Benutzung der Altmühl 
und Rednitz nahegelegt. Man begann auch diese Arbeit, jedoch ließen neue kriegerische 
Verwickelungen bald dieses Unternehmen zum Stillstand kommen. Niedersachsen, mit seinem 
thatkräftigen Volksstamm weist die älteste Kanalanlage in Deutschland auf. Die Anregung 
zur Erbauung des Stecknitzkanals ging von Lübeck aus und entsprang dem Wunsche 
nach Herstellung einer von Sund und Belt unabhängigen Verbindung zwischen der Ost- 
nnd Nordsee. Der Kanalbau wurde 1390 begonnen. Die sogenannte Stecknitzfahrt, die 
infolge der Erbauung des Elbe-Trave-Kanals im Jahre 1896 ihr Ende erreichte, ging 
aus der Trave die Stecknitz hinauf in den Möllnschen See und durch den Delvenau- 
Graben nach der Elbe. Dieser Kanal bestand in fast unveränderter Weise bis in die 
Jetztzeit. In den Jahren 1779—1789 ließ die hannöversche Regierung Austiefungs- 
arbeitcn auf der Scheitelstrecke vornehmen. Während der Jahre 1811 und 1812 richtete 
die französische Regierung ihre ganz besondere Aufmerksamkeit auf diese Kanalverbindung. 
Der Kanal wurde zum Schlußglied in der großen Wasserverbindnng der Seine mit der 
Ostsee, dem ,,0anal äs in Lsins ä la Baltique“ bestimmt, dessen Fertigstellung jedoch 
infolge der bald eintretenden Umwälzungen unterblieb. Der Kanal war durch die erste 
Anwendung der Stauschlensen in Deutschland besonders bemerkenswert. 
Die Anwendung von Stauschleusen war für die Ausbildung des Kanalbauwesens 
von besonderer Bedeutung, wurde doch in dieser Konstruktion zum erstenmal ein Mittel 
geboten, Schiffe, ohne daß dieselben das Wasser zu verlassen brauchten, aus einer Kanal 
haltung mit höher liegendem in eine solche mit tiefer liegendem Wasserspiegel zu bringen. 
Die Konstruktion dieser Stauschleusen ist die folgende. Auf jeder Seitenwand befindet 
sich ein Thürrahmen, der aus drei Ständern, zwei Querriegeln und einem Querbande 
besteht. Der Thürrahmen bewegt sich in Angeln, unten legt sich derselbe gegen die Schwelle, 
oben gegen einen Drehbalken, der gleichzeitig als Steg dient. Die Breite der Thürrahmen 
ist nur so groß, daß zwischen denselben in geschlossener Lage eine Öffnung verbleibt, die 
der halben Thürrahmenbreite gleich ist. In geschlossener Lage entstehen sonach fünf 
gleich weite Öffnungen. Diese Öffnungen werden von dem Schleusenwärter durch Ein 
setzen von Schüttbrettern geschlossen. Die Schleusung findet in der Weise statt, daß der 
Schleusenwärter ein Schüttbrett nach dem anderen aus den Thürrahmen herauszieht und 
alsdann die Thürrahmen zur Seite dreht. Das Schiff passiert mit oder gegen den Strom. 
Nach seiner Durchfahrt wird die Schleuse wieder geschlossen. 
Diese Vorrichtung ermöglichte einen Schleusenbetrieb, und dieser Umstand mußte den 
großen durch dieselbe bedingten Wasserverbrauch als nebensächlich so lange erscheinen 
lassen, bis an deren Stelle eine bessere Vorkehrung trat. Diese Verbesserung, die gewiß 
an vielen Orten und von verschiedener Seite angestrebt wurde, bot die Kastenschleuse. 
Bisher konnte nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden, wer diese Erfindung gemacht hat, 
und wo dieselbe zuerst Verwendung fand. Simon Stevin, ein Holländer, führt in 
seinem 1618 herausgegebenen mathematischen Werke die Kastenschleuse als eine ganz neue 
Erfindung an. Er schrieb, daß er in Verbindung mit den Zimmermeistern Adrian Janßen
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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