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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

469 
Stau- und Kammerschleujen. 
von Rotterdam und Cornelius Dirixen Muys von Delft sich bemüht habe, den Schleusen 
durch Herstellung brauchbarer Thüren eine gute und den früheren Konstruktionen über 
legene Anordnuugsweise zu geben. Während diese Quelle auf Holland als das Geburts 
land der ersten Kastenschlense verweist, deuten andere Nachrichten auf Italien und den 
Ingenieur Alberti als Erfinder hin (1500 n. Chr.). 
Für die Geschichte des Kanalbauwesens ist dessen Förderung in Italien von be 
sonders großer Bedeutung. Im 11. Jahrhundert begann in diesem Lande nach jahr 
hundertlanger Barbarei eine neue Ära des Aufschwungs. Zahlreiche Städte traten 
in eine neue Entwickelungsepoche ein und suchten durch die Schaffung schiffbarer Kanäle, 
die gleichzeitig Bewässeruugszwecken dienten, diesen Prozeß zu befördern. Das Aufblühen 
der Künste und Wissenschaften kam auch der Wasserbaukunst zu gute, deren Ausbildung 
die größten italienischen Mathematiker ihre Aufmerksamkeit zuwandten. An das Beispiel 
der Römer anknüpfend, bauten die Italiener im Jahre 1460 bei Ausführung des 
* Kanals Martesana über den Küstenfluß Molgora den ersten Aquädukt für Schiff 
es fahrtszwecke. Dieser Brückenkanal bestand aus drei Bogen von je 60 Fuß Spann- 
J weite. Etwa 20 Jahre später wurden auf der Brenta in der Nähe von Padua von 
Üjj zwei Ingenieuren, deren Namen die Geschichte nicht überliefert hat, die ersten Kanal 
schleusen in Italien geschaffen. Es ist anzunehmen, daß 
die beschwerliche Durchfahrt der Schiffe gegen den Strom 
fall bei den Schüttschleusen die Anregung zu der'weiteren 
Ausbildung gegeben hat. Um die Durchfahrt zu erleichtern, 
blieb nur übrig, die Strö 
mung in der Zeit dieses Vor 
gangs nach Möglichkeit zu 
schwächen oder ganz aufhören 
476. Längenprofil des Soarkohlrnkanols. 
Nach „Handb. d. Ing. Miffensch." 
zu lassen. Dies konnte nur durch Einbauung einer zweiten Abschlußvorrichtung erreicht 
werden, wodurch eine Schleusenkammer entstand. Im Jahre 1497 wandte Leonardo 
da Vinci Kammerschlensen auf den von der Adda und dem Ticino abgeleiteten Kanälen au. 
Fortan wurden die Kanäle, sofern dieselben in Terrain mit größeren Erhebungen 
angelegt wurden, aus einzelnen Strecken (Haltungen) mit nahezu wagerechter Sohle her 
gestellt und untereinander durch Kanalschleusen resp. in der neuesten Zeit durch andere 
Hebevorrichtungen verbunden. Die Kanäle können hierdurch annähernd den Erhöhungen 
und Vertiefungen der Erdoberfläche folgen. Sie unterscheiden sich somit von den schiff 
baren Flüssen durch das ganz geringe Gefälle, so daß die Schiffe in ihnen nach beiden 
Richtungen gezogen werden müssen, während dieses auf den Flüssen nur für die Berg 
fahrt nötig ist. 
Die Kammerschleuse besteht in der Hauptsache aus einem Raum, der das zu be 
fördernde Schiff aufnimmt, und zwei Thoren b b für die Ein- und Ausfahrt und zum 
Abschluß der Kammer. Die Thore sind mit Schützen und mit Vorrichtungen zur Be 
wegung versehen. Der Vorgang bei einer Durchschleusung eines Schiffes ist, wenn z. B. 
die Beförderung von unten nach oben erfolgen soll, folgender: 1. das etwa in der Kammer 
befindliche Wasser wird durch Ziehen der Schütze am unteren Thore bis zum Unter 
wasserspiegel abgelassen. Nachdem dies geschehen, wird das untere Thor geöffnet, das
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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