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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

500 
Seekanäle. 
Es hat keinen Wert mehr, auf die Kämpfe einzugehen, die von Lesseps zu führen 
waren, um das gewaltige Unternehmen zu einem glücklichen Ende zu bringen. Nachdem 
am 5. Januar 1856 die Konzession zum Bau erteilt war, begannen am 22. April 1859 
die Arbeiten. Nach und nach waren 20 000 Fellahs im Frondienste auf der ganzen 
Strecke beschäftigt. Durch die im Jahre 1864 erfolgte Abschaffung der Fronarbeit 
wurde eine Änderung in der Arbeitsweise nötig. An die Stelle des Spatens und Schieb 
karrens traten nun mächtige Arbeitsmaschinen, Bagger, Exkavatoren und Ablademaschinen, 
die alle durch Dampfmaschinen getrieben wurden, deren gesamte Leistungsfähigkeit 
10 000 Pferdestärken betrug. Heute, wo die Verwendung derartiger Maschinen eine 
allgemeine ist, haben die damaligen Leistungen etwas von ihrem Glanze eingebüßt, und 
doch verdienen sie in vollem Umfange den Ruhm, deu sie einst genossen, und das Auf 
sehen, das sie erregten. Nicht nur die neue Arbeitsmethode, sondern vor allem die 
klimatischen Verhältnisse bereiteten außerordentliche Schwierigkeiten. Die Versorgung 
der Arbeitermassen mit Wasser und Nahrungsmitteln, mit Obdach und den sonstigen 
Bedürfnissen verursachte zahlreiche Mühen, und nicht leicht war es, eine Abwehr gegen 
die epidemischen Krankheiten zu finden. 1600 Kamele waren nötig, um täglich das er 
forderliche Trinkwasser für die im Beginn der Arbeit beschäftigten 20 000 Arbeiter 
herbeizuschaffen. Um dem Wassermangel ein für allemal wirksam abzuhelfen, wurde ein 
Süßwasserkanal vom Nil bis zum Isthmus hergestellt, an welchem Werk 15000 Menschen 
2 Jahre lang thätig waren. Die an die Stelle der Fellahs getretenen Arbeiter stammten 
aus Südeuropa und der Levante und waren in hohem Grade durch Seuchen gefährdet. 
Zu den technischen Schwierigkeiten und den sonstigen Verwaltungssorgen kamen namentlich 
finanzielle hinzu und brachten das Unternehmen beinahe dem Stillstand nahe. Mit 
großem Geschick und zäher Ausdauer gelang es Lesseps jedoch immer wieder von neuem, 
die Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Am 16. November 1869 wurde in 
Gegenwart zahlreicher Fürsten und zahlreicher Abgesandter aller Nationen sowie im An 
gesicht von über 30 000 Teilnehmern aus allen Erdteilen die festliche Eröffnung des 
Kanals vollzogen. 
Der Kanal erstreckt sich von der an seinem Nordende liegenden Hafenstadt Port 
Said bis Suez an seinem Südende. An ersterem Orte hat man durch zwei 2500 m in 
das Meer hinausreichende künstliche Dämme, Molen, einen guten Hafen gebildet, der mit 
allen Erfordernissen eines solchen Platzes ausgestattet ist, und woselbst sich die Agenturen 
der großen Dampfergesellschaften, Konsulate, Post- und Telegraphenämter befinden. Von 
Port Said führt der Kanal zwischen künstlichen Dämmen durch den Mensalehsee, durch 
sticht dann die Bodenschwelle El Käntara (d. h. die Brücke), geht durch den kleinen Ballahsee 
und weiter südlich durch die Schwelle El Gisr, woselbst bedeutende Durchstiche nötig 
waren. Der Kanal tritt alsdann in den Timsah- oder Krokodilsee ein. In diesem und 
in dem Bittersee sind keine Dämme geschüttet; die Route ist durch Seezeichen kenntlich 
gemacht. Das schwierigste Stück der ganzen Anlage folgt bei Tussum, vor dem Bittersee. 
Die Ausdehnung des Bittersees ist so bedeutend, daß man das jenseitige Ufer nicht zu 
erkennen vermag. An der Ein- und Ausfahrt stehen Leuchttürme. Der Kanal durchzieht 
alsdann die Schwelle Schaluff, tritt dann in den Bereich von Ebbe und Flut des Roten 
Meeres und erreicht dieses bei Suez, woselbst die Kanalrinne noch 4 km weit in das 
Meer fortgesetzt ist. 
Die durchschnittliche Tiefe des Suezkanals beträgt gegenwärtig 9 m, während sie 
anfänglich nur 7 1 /» m war. Die Wasserbreite schwankt zwischen 50 und 100 in. Für 
das Begegnen der Schiffe waren zahlreiche Ausweichungen angelegt, doch haben sich die 
selben nicht als ausreichend erwiesen, so daß das Kanalprofil im Laufe der Jahre, und 
zwar während der Kanal in Benutzung war, erweitert worden ist. Diese Erweiterungs 
arbeiten begannen im Frühjahr 1884. 
Die Bedeutung des Suezkanals ist eine sehr große, durch ihn ist die Verbindung 
mit Ostasien und Australien ganz außerordentlich abgekürzt und zwar für die Schnell 
dampfer um 15 bis 22, für die gewöhnlichen Frachtschiffe um 27 bis 40 Tage. Die 
Differenz des Seeweges um das Kap der guten Hoffnung nach Bombay gegen die Kanal 
route beträgt z. B. für
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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