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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

502 
Seekanäle. 
Wenn der Kanal bisher auch Manchester noch nicht alle von demselben erhofften 
Vorteile gebracht hat, so läßt sich doch eine Verkehrsentwickelung in aufsteigender Linie 
konstatieren. Während die Zahl der in Manchester angekommenen Schiffe im Jahre 1894 
562 betrug, ist sie für das Jahr 1897 auf 834 gestiegen und betrug sogar im Jahre 1896 
917. Der Raumgehalt der im letzteren Jahre angekommenen Schiffe betrug jedoch nur 
562 000 Registertonnen gegen 585 000 Registertonnen für 1897. 
Der Kaiser Wilhelm-Kanal. Der Wunsch, durch eine Durchstechung der die 
Nord- und Ostsee trennenden Halbinsel eine kürzere und gefahrlosere Wasserstraße, als 
sie der Weg um Skagen bietet, zu erhalten, läßt sich eine lange Reihe von Jahrhunderten 
zurückverfolgen. Der Jetztzeit war es vorbehalten dieses Streben der Erfüllung entgcgen- 
zuführen. Solange der mächtige Städtebund der Hansa die Nord- und Ostsee beherrschte, 
machte sich dieser Wunsch weniger geltend, da zu jener Zeit weder der Seeweg nach Ost 
indien noch nach Amerika entdeckt war. Damals gelangten die Produkte Asiens und 
Afrikas nicht auf dem Seewege nach den Küstenländern der nordischen Meere, sondern 
sie wurden diesen über Land von den in jenem Zeitraum besonders blühenden italienischen 
Seestädten zugeführt. Die oben'angeführten bedeutenden Entdeckungen hatten eine ge 
waltige Umwälzung auch auf dem Gebiete des Transportwesens im Gefolge. Die bis 
dahin so belebten Straßen von Italien über die Alpen durch Deutschland nach dem 
Norden verödeten. Ein ausgedehnter überseeischer Verkehr entivickelte sich und ließ die 
Hafenplätze an der Nordsee einen großen Aufschwung nehmen, während gleichzeitig die 
Seestädte der beiden abgeschlossenen Meere, der Ostsee und des Mittelländischen Meeres, 
in ihrer Bedeutung zurückgingen. Am Ende des 14. Jahrhunderts waren zwar die Lübecker 
bemüht, durch den jetzt dem Elbe-Travekanal zum Opfer gefallenen Stecknitzkanal eine 
Verbindung zwischen Elbe und Trave zu schaffen, und es kam sogar durch die Benutzung 
der Alster und Beste schon früher eine Wasserverbinduug zwischen Lübeck und Hamburg 
zu stände, dennoch glaubt man und wohl mit Recht hierin nicht den Beweis für den 
Wunsch zur Herstellung eines Nord-Ostseekanals erblicken zu können. Erst unter 
Christian III. von Dänemark (1533—1559) wurde eine solche Verbindung geplant, doch 
kam dieser Gedanke nicht zur Ausführung. Christians III. Bruder, Herzog Adolf I. 
von Schleswig-Holstein, faßte den Plan, unter Benutzung der Eider einen Seekanal zu 
schaffen, doch fehlen alle Nachrichten darüber, was mit diesem Plan geschehen ist. Wallen 
stein beschäftigte sich nach seiner Ernennung zum „General der ganzen Kaiserlichen Schiffs 
armada zu Meer wie auch des Ozeanischen und Baltischen Meeres" eingehend mit dem 
Gedanken einer Durchstechung der jütischen Halbinsel, wodurch er vornehmlich der in den 
Häfen seines Herzogtums Mecklenburg gebauten und versammelten Flotte einen nicht den 
Angriffen der Dänen und Schweden ausgesetzten Weg in die Nordsee schaffen wollte. 
Auch dieser Plan kam nicht zur Durchführung. Das gleiche gilt von den Projekten des 
Herzogs Friedrich III. von Holstein-Gottorp (1616—1659) und des Königs Christian IV. 
von Dänemark. Die weitausschauenden Absichten Cromwells, der von Wismar aus einen 
Kanal nach dem Schweriner See und von da durch die Elde nach der Elbe schaffen lassen 
wollte, teilten das Schicksal der früheren Pläne. 
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts plante Lübeck in Gemeinschaft mit 
der holländischen Republik eine Verbreiterung des Stecknitzkanals, um diesen Seeschiffen 
zugänglich zu machen, doch scheiterte dieses Projekt an dem Widerstande des Herzogs von 
Lauenburg. Nachdem die Idee eines Nord-Ostseekanals ein Jahrhundert lang geschlummert 
hatte, sollte sie endlich ihre Verwirklichung finden. Am 11. Mai 1774 wurde eine 
„Kanalsausführungskommission" in Kiel zusammen berufen. Unter der Leitung des 
Generalmajors von Wegner und der Ingenieur-Kapitäne von Peymann und Detmer 
kam der Kanal zur Ausführung. Die Breite in der Sohle betrug 18 m, im Wasser 
spiegel 28,7 in, die Tiefe war 3 in. Die Bauausführung hatte mit mancherlei 
Schwierigkeiten zu kämpfen; so herrschte beispielsweise sehr stark das „Faulfieber" (ein 
Marschfieber), an dem zeitweilig 1300 bis 1400 Arbeiter daniederlagen. Die Eröffnungs 
fahrt auf dem 45 üin langen, von Holtenau an der Kieler Bucht bis nach Tönning 
sich erstreckenden Kanal fand am 18. Oktober 1784 statt. Die Kosten dieses Kanals be 
trugen etwas über 9000000 Mark. Die Einführung der Dampfschiffahrt sowie namentlich
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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