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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Seekanäle. 
504 
Ausmündung dieses Kanals in den Kieler Hasen ein, der hier seine größte Breitenansdehnung 
hat und darum ein- und auslaufcnden Schiffen selbst beim stärksten Verkehr ein genügend 
geräumiges Fahrwasser bietet. 
Die genaue Länge des an beiden Mündungen mit Schleusen versehenen Kanals 
beträgt 98,es km; hiervon liegen 62,15 km, 63 °/ 0 der Gesamtlänge, in der Geraden, 
36,bv km, 37 °/ 0 , in Krümmungen von 1000 bis 6000 m Halbmesser. Obgleich sich die 
Kaiserliche Marine mit einem kleinsten Halbmesser von 750 m begnügt hätte, wurde, 
um die Durchfahrt möglichst bequem zu gestalten, dieses Maß ans 1000 m erhöht und 
in Krümmungen von 1000 bis 2500 m Halbmesser die Kanalbreite um 16 m ver 
größert. Der Kanal ist ein weiter Durchstich zwischen Ostsee und Elbe, und der Wasser 
stand im Kanal ist gleich dem niittleren Wasserspiegel in der Kieler Bucht. An der Elb 
mündung des Kanals treten in der Elbe infolge von Ebbe und Flut tägliche Schwankungen 
im Wasserstande ein, deren Höhenunterschied für gewöhnlich ungefähr 3 m beträgt; der 
Höhenunterschied zwischen den bisher beobachteten höchsten und tiefsten Wasserständen 
beträgt aber 8,40 in. Wäre vor der Mündung des Kanals kein Abschluß vorhanden, so 
Ivürden diese äußersten Wasserstände auch im Kanal eintreten, und um eine Überschwemmung 
der an der Elbe gelegenen Niederung zu verhüten, müßte der Kanal an beiden üferu mit 
über 6 m hohen Dämmen eingefaßt werden, deren Herstellung große Summen verschlungen 
hätte und wohl auch bei der geringen Tragfähigkeit des moorigen Untergrundes in der 
Niederung kaum möglich gewesen wäre. Aber auch gegen das zu tiefe Absallen des 
Wasserstandes im Kanal zur Zeit der Ebbe war die Anordnung eines Abschlusses nötig, 
weil sonst die Sohle des Kanals noch viel tiefer hätte gelegt werden müssen, damit auch 
bei den niedrigen Wassersländen noch die nötige Fahrwassertiefe im Kanal vorhanden ge 
wesen wäre. Ein großer Wechsel der Wasserstände wäre aber auch infolge der veranlaßten 
Strömungen für die Schiffahrt, sowie auch für den Hafenbetrieb und für den Verkehr 
auf dem Kanal höchst lästig gewesen. Im Kieler Hafen findet keine Ebbe und Flut 
statt, und die Schwankungen des Wasserstandes sind deshalb dort für gewöhnlich nur 
gering; durch Ostwind kann aber das Wasser dort auch 3.in über seinen mittleren Stand 
angestaut werden und bei Westwind 2 in unter diesen fallen, deshalb ist auch in Holtenau 
eine Schleuse gebaut worden, die aber fast immer für die Schiffahrt offen steht und erst 
geschlossen wird, wenn der Wasserstand im Kieler Hafen sich 0,5 in über Mittelwasser 
erhebt oder darunter sinkt, was nach den bisherigen Erfahrungen an 25 Tagen im Jahr 
eintritt. Die Thore der Elbmündung werden geöffnet, wenn das Elbwasser auf die Höhe 
des Wasserstandes im Kanal gefallen ist, und bleiben offen, bis der Elbwasserstand 1% m 
unter den mittleren Kanalwasserstand gefallen ist, damit durch den ausgehenden Strom 
der Vorhafen gespült wird. Bei weiterem Abfallen der Elbe werden die Thore geschlossen, 
um ein zu tiefes Absinken im Kanal zu verhüten. Von Holtenau bis zu den Obereiderseen 
ist die Sohle des Kanals wagerecht angelegt worden, und zwar 9 in unter dem mittleren 
Ostseewasserspiegel, und fällt von da bis zur Elbmündung auf 40 km Länge mit einem 
von 1:200000 bis 1:8000 allmählich zunehmendem Gefälle, so daß die von der 
Kaiserlichen Marine verlangte Wassertiefe von 8,5 m zu jeder Zeit, an jeder Stelle 
vorhanden ist. Die Abmessungen des Kanalquerschnitts sind in Abb. 495 angegeben. An 
die 22 m breite Sohle schließen sich bis 3 m Höhe 3fache und von da bis zu dem in 
7 m Höhe über Sohle liegenden Unterwasserbankett 2 fache Böschungen, von da bis zu 
dem Uberwasserbankett 1 Ursache Böschungen. Die Breite des Unterwasserbanketts wechselt 
je nach der Bodenbeschaffenheit von 2‘/ ä bis 9 '/* m und dementsprechend auch die 
Wasserspiegelbreite von 67 bis 91 in. 
Bei mittlerem Wasserstand beträgt die Querschnittsfläche 413 gm und bei 0,5 m 
unter Mittelwasser noch 380 gm, während der Amsterdamer Seekanal nur 366,5 gm, der 
Manchester Seekanal nur 352 gm, der Suezkanal nach seiner Erweiterung 511 gm 
Wasserquerschnitt besitzt. Der Wasserquerschnitt des Kaiser Wilhelm-Kanals beträgt das 
6fache des 60 bis 62 gm messenden eingetauchten Querschnittes der größten Handelsfahr 
zeuge und reicht für das Begegnen zweier solcher Fahrzeuge aus. Für das Begegnen mit 
großen Kriegsschiffen sind neben den von der Natur geschaffenen Ausweichstellen im Mcckelsee 
und in den Obereiderseen noch 5 weitere Ausweichstellen, im Mittel in Entfernungen von
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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