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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Panamakanal. 515 
das menschliche Können als nicht ausreichend erwiesen. An dieser Stelle kann nicht auf alle 
Verhältnisse eingegangen werden, die es bewirkt haben, daß bis jetzt ein kolossales Kapital 
nutzlos aufgewandt zu sein scheint. Ob und wann die Vollendung der Arbeiten zu er 
warten ist, kann in diesem Momente niemand sagen. Eine neue französische Gesellschaft ist 
nach dem skandalösen Zusammenbruch der alten Kompagnie gebildet und hat die Arbeiten 
wieder aufgenommen. 
Bestimmte Formen nahm das Projekt, eine Durchstechung der Landenge, zuerst unter 
dem König Karl IV. an, der Vermessungen vornehmen ließ. Damals glaubte man, eine 
solche Verbindung nur unter Benutzung der vorhandenen Flüsse und Seen schaffen zu 
können. Nach Loßreißung des Staates Nicaragua von Spanien im Jahre 1821 wurde 
das Projekt von der Regierung des neuen Staates aufgenommen. Verschiedentlich 
bildeten sich Gesellschaften zur Verwirklichung des Projektes. Eine dieser Gesellschaften 
gelangte durch ihre Vorarbeiten zur Herstellung der Panama-Eisenbahn. Im Jahre 1851 
baute die Kompagnie Vanderbilt nach Ausführung von Vorarbeiten eine Straße längs 
des Flusses San Juan nach dem Nicaraguasee und stellte durch direkte Dampferlinien 
von New Jork nach San Juan und von San Francisco nach der westlichen Küste der 
Landenge einen gewissen direkten Verkehr her, jedoch kam die eigentliche Sache nicht 
weiter. Im Jahre 1875 wurde von dem Kongreß der Bereinigten Staaten eine Kom 
mission mit dem Studium dieser Frage beauftragt. Dieselbe untersuchte sowohl die frühere 
sogenannte Nicaragualinie, als eine solche über den Isthmus von Panama. Diese Kom 
mission gab der ersteren Linie den Vorzug. 
Nach der Fertigstellung des Suezkanals erschien dessen Schöpfer, Lesseps, auf 
dem amerikanischen Schauplatz. Nachdem auch dieser sich für die Nicaragualinie aus 
gesprochen hatte, trat er mit einem Male mit dem Projekt eines Kanals ohne Schleusen, 
d. h. also mit einer Verbindung der beiden Ozeane durch einen Niveaukanal, auf. Im 
Jahre 1880 gelang Lesseps die Bildung einer Gesellschaft für den Bau eines Kanals 
zwischen Panama am Stillen Ozean und einem in der Nähe von Colon am Atlantischen 
Meere gelegenen Punkte. Die zu überwindenden Schwierigkeiten bestehen nicht nur in 
der Bewältigung ganz kolossaler Erd- und Felsmassen, sondern auch in den ungünstigen 
klimatischen Verhältnissen des Landes. Die enormen Summen, die der Bau bereits ver 
schlungen hat, und die große Schwächung, welche der Baufonds durch Unterschlagungen 
und Bestechungsgelder erlitt, zwangen Lesseps bereits im Jahre 1887, die ursprüngliche 
Idee fallen zu lassen und die Herstellung eines Schleusenkanals ins Auge zu fassen. 
Bierzehnhundert Millionen Frank sind für dieses Unternehmen aufgewandt worden, ohne 
daß bisher ein greifbares Resultat erzielt worden ist. Dieser traurige Ausgang kann 
nach Lage der Verhältnisse nur zu einem geringen Teile dem Unvermögen der Ingenieur- 
technik zugeschrieben werden. Die zu überwindenden Verhältnisse sind zwar außer 
gewöhnlich schwieriger Art, aber bisher ist es der Jngenieurtechnik noch überall möglich 
gewesen, die sich ihr entgegenstellenden Hindernisse aus dem Wege zu räumen, und so 
darf die Hoffnung gehegt werden, daß es derselben, nicht gehemmt und gelähmt durch 
menschliche Schwächen und Laster, dereinst vergönnt sein wird, den Triumph der Voll 
endung auch dieses Werkes zu feiern. 
Das gleiche Schicksal, wie der Panamakanal, haben bis jetzt die beiden Konkurrenz- 
unternehnlungen gehabt, der Nicaragua-Schiffskanal und die Schiffseisenbahn von 
Tehuantepec, d. h. auch diese beiden Projekte sind noch nicht vollendet. Das Projekt des 
Kapitäns Eads, eine Schiffseisenbahn zu bauen, dürfte mit dem Tode des Erfinders gleich 
falls zu Grabe getragen sein. Dieser Plan hat daher nur geschichtliches Interesse. Durch 
die Bahn sollten Schiffe bis zu 5000 t Tragfähigkeit, nachdem dieselben aus dem Wasser ge 
zogen waren, über Land auf einem Untergestell transportiert werden, dessen Räder auf 
Schienen laufen sollten, also eine ähnliche Konstruktion, wie sie in neuester Zeit für geneigte 
Ebenen in Vorschlag gebracht worden ist. 
Die vom Bundeskongreß der Vereinigten Staaten von Nordamerika eingesetzte Komiuission 
zur Untersuchung des Planes für den Nicaragua-Kanal hat die Vorarbeiten dieses Unternehmens 
beendet. Ob das Projekt zur Aussührnng kommen wird, muß zur Zeit dahingestellt bleiben. 
Von großem Einfluß wird in dieser Beziehung sein, ob es der neuen Pananiakanal-Gesellschaft 
gelingen wird, den Ausbau dieses Kanals zu fördern oder nicht.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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