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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

517 
Seehäfen des Altertums. 
scheinlich das schöne hier abgebildete Meerschloß (Abb. 506), das leider im Jahre 1840 
durch das Bombardement der englisch-österreichischen Flotte zerstört wurde. Der antike 
Hafen, zu dessen Schutz die Phönizier mächtige Molen errichtet hatten, ist durch den ein 
gebrachten Schutt unbrauchbar geworden. Die Eifersucht und der Neid spornten die Römer 
an, der Herrlichkeit Karthagos ein jähes Ende zu bereiten. 
Von bescheidenen Hafenanlagen berichtet die älteste Geschichte Griechenlands. Zu 
Pylos und Methone finden wir heute noch die unbedeutenden Überreste der einstigen 
künstlichen Häfen. In den kleinasiatischen Kolonien entstanden die ersten bedeutenderen 
griechischen Hafenbauten, und stattlich wurde nach und nach die Zahl der griechischen 
Seestädte, von welchen sich eine nicht geringe Anzahl eines großen Ruhmes erfreute, 
es sei hier nur an Ephesos, Samos, Rhodos, Knidos, an Cyzicus, Heraklea, Siuope, 
Trapezus und auf Sizilien an Syrakus erinnert. In Griechenland selbst entstanden 
die bedeutendsten Hafenanlagen im Piräus, woselbst sich die Kriegs- und Handelshäfen 
Athens befanden. Von dem Handelshafen war ein Teil als Emporium abgegrenzt. Man 
verstand hierunter einen abgegrenzten Hafenteil, in dem der Seehandel mit fremden 
Nationen und die Einfuhr ausländischer Handelswaren gestattet war. Hier standen das 
Hafen- und Zollamt, die Börse, das Handelsgericht, hier lagen die Kanfstellen und Entrepvts, 
die Gasthäuser, Herbergen, Kaufläden und andere Anstalten, die zur Erleichterung des 
Handels und für die Bequemlichkeit der Seefahrer bestimmt waren. Die athenischen 
Kriegshäfen bildeten in erster Linie die Hafenbecken Zea und Munychia im Piräus. Hier 
befanden sich die zahlreichen Schiffshäuser, in welchen die Kriegsschiffe aufbewahrt wurden, 
und hier stand das viel bewunderte Zeughaus des Philon, das auf Sullas Befehl, wie 
auch alle Schiffshäuser, der Vernichtung durch Feuer anheimfiel (86 v. Chr.). 
Bon den durch griechischen Einfluß in späterer Zeit entstandenen Hafenanlagen sind 
besonders Alexandria und Selencia Pieria, das Emporium der orientalischen Prachtstadt 
Antiochia am Orontes, zu nennen. Infolge der ungünstigen Wind- und Stromverhältnisse 
war die Einfahrt in den großen Hafen von Alexandria nicht immer leicht, und um dieselbe 
bei Nacht weniger gefahrvoll zu gestalten, wurde auf der Insel Pharus ein mächtiger 
Leuchtturm errichtet. Dieser Bau, der von dem Baumeister Sostratus, dem Sohne des 
Texiphanes, errichtet war. wurde zu den Weltwundern gerechnet. Seine Herstellungs 
kosten sollen über 3^ Millionen Mark betragen haben. 
Die Römer wurden verhältnismäßig erst spät ein seefahrttreibendes Volk. Die 
Küstenbildung Italiens ist für die Anlage von Häfen nicht günstig, und diese Anlagen 
bedingten mächtige Kunstbauten. Unter den Kaisern entstanden bei Ostia an der Tiber- 
mündung große Hasenbassins. Die ersten Arbeiten kamen hier unter Kaiser Claudius 
zur Ausführung. Die Lage des Wellenbrechers war gegen den Rat der Ingenieure 
erfolgt und erwies sich für die Einfahrt der Schiffe als sehr ungünstig. Noch bedeutender 
waren die Hafenbauten Trajans an der Tibermündung. Mit dem Trajanshafen standen 
umfangreiche Magazine, Dockanlageu und alle sonstigen, für eine ausgedehnte Seeschiffahrt 
erforderlichen Anstalten in Verbindung. 
In Rom selbst, wohin im Altertum die weit kleineren Seeschiffe gelangen konnten, 
wurden an dem Tiberufer Kaimauern mit Landungsanlagen hergestellt. Für die Handels 
schiffe diente das Emporium, für die Kriegsschiffe waren die Navaliet, bestimmt. Die starke 
Sandmitführung des Tiberstromes und die Anladung der italienischen Küste bewirkten 
im Laufe der Jahrhunderte eine vollständige Versandung der großartigen Hafenanlagen 
an der Mündung, von welchen heute nur noch Spuren vorhanden sind, die weit von der 
Meeresküste abliegen. 
Bon den römischen Hafenstädten sind außerdem Puteoli, Antium, Ancona, Centum- 
cellae zu nennen. Nicht unerwähnt darf die Schöpfung Herodes des Großen bleiben, 
jener Wunderban zu Cäsarea, von dem heute nur noch einige, wenn auch gewaltige Reste 
Kunde geben. Bei dem Stratonstnrme baute er einen geräumigen Hafen, dessen Größe 
diejenige des Piräus übertraf. Der Schutzdamm hatte eine Tiefe von 20 Ellen. Der 
selbe diente als Wellenbrecher und zur Aufnahme einer Mauer, deren Höhe über dem 
Meeresspiegel 65 in gewesen sein soll. Um den ganzen Hafen ließ Herodes die schönsten
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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