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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

520 Seehäfen. 
hinauszufahren. Hat das Schiff beim Durchfurchen des trügerischen Elementes Schaden 
genommen, weil es vielleicht im Eismeer zu hart mit den Schollen oder auf dem be 
lebten Fahrwasser in der Nähe des Hafens zu nahe mit einem ihm begegnenden Schiff 
zusammengeraten ist, oder haben Wind und Wellen seiner Ausrüstung zu schlimm mit 
gespielt, so trifft es im Hafen Anstalten, wo es in Pflege genommen wird und seine 
Schäden geheilt werden. Alle diese Einrichtungen müssen von dem Wasserbaumeister 
erst geschaffen werden, während das Hafenbecken mit genügend großer und tiefer Wasser 
fläche manchmal von der Natur selbst hergestellt ist. Ein solcher natürlicher Hafen 
ist z. B. die Kieler Bucht, die, mit bequemer Einfahrt tief ins Land einschneidend, Hunderten 
von Schiffen einen sicheren Ankergrund und Schutz gegen Sturm und Seegang bietet 
und im inneren Hafen für die Handelsschissahrt und für die Kriegsmarine genügend 
Raum zur ungestörten Entfaltung gewährt. Im Gegensatz zu den natürlichen Häfen 
sind künstliche Häfen solche, deren Wasserbecken ganz oder teilweise durch Ausgrabung 
und Ausbaggerung oder durch Umschließung vorhandener Wasserflächen mit Molen her 
gestellt sind. Zn diesen künstlichen Häfen zählt der Kriegshafen in der Nordsee, Wilhelms 
haven, dessen Wasserbecken, Ufer, Schleusen und Molen erst durch Menschenknnst und 
Menschenfleiß geschaffen wurden. Auch der Hamburger Hafen war bis zum Jahre 1866 
ein natürlicher Hafen, da bis dahin die Schiffe in natürlichen Buchten und seitlichen 
Armen der Elbe ihre Liegeplätze fanden; durch Herstellung künstlicher Wasserbecken nun 
mehr zum größten Hafen des europäischen Festlandes erhoben, müssen wir ihn jetzt zu 
den künstlichen Häfen rechnen. 
Der Zweck aller Häfen, von den Kriegs- und Zuflnchtshäfen abgesehen, ist, den 
Schiffen einen Ort zu schaffen, an dem sie vor Stürmen geschützt liegen, ihre Ladung 
löschen und neue Fracht einnehmen können. Die größeren Handelshäfen sind je nach 
den Warengattungen und Schiffsarten in besondere Wasserbecken geteilt, wie Holzhafen, 
Petroleumhafen, Segelschiffhafen, Oberländerhafen (d. h. Häfen für die auf den Wasser 
straßen des Binnenlandes verkehrenden Schiffe) u. s. w. Fischereihäfen dienen ausschließlich 
den Fischerfahrzeugen, damit diese ihren Fang ans Land bringen und vor Sturm geschützt 
sich mit dem nötigen Bedarf versehen können. Kohlenhäfen dienen zur Verfrachtung der 
in der Nähe gewonnenen Kohlen für die Ausfuhr; zum Anlaufen in der Winterszeit und 
znm Schutze vor Stürmen an gefährlichen Küsten dienen die Winter- und Schutzhäfen. 
Diese letztgenannten Arten von Häfen finden sich auch mit großen Handelshäfen vereinigt, 
z. B. in Bremen. Daß mit dem Hafen auch Anstalten zur Ausbesserung von Schiffen 
verbunden sind, ist schon oben gesagt, und selbstverständlich können auch die Werften für 
den Neubau von Schiffen keinen geeigneteren Platz finden als in der Nähe der Häfen. 
Die größte Verschiedenheit der Seehäfen besteht in ihrer Einfahrt. In dieser Be 
ziehung ist zwischen offenen Häfen und geschlossenen, sogenannten Dockhäfen zu unterscheiden. 
Offene Häfen sind solche, die wie die Häfen von Kiel, Hamburg, Cuxhaven, Bremen 
mit der See in offener Verbindung stehen und auch jederzeit den von der See kommenden 
Schiffen zugänglich sind. Sind jedoch an einem Hafenplatze die Schwankungen der Wasser 
stände infolge von Ebbe und Flut sehr groß, so müßten die Ufereinfassungen sehr hoch 
werden, damit die Schiffe auch bei hohem Wasserstande gelöscht und beladen werden 
können; diese Schwankungen der Wasserstände haben aber für das Löschen und Be 
laden viele Übelstände im Gefolge, und diese, sowie die großen Kosten für die hohen 
Ufermaucrn fallen weg, wenn der Hafen durch eine Schleuse gegen die See abgesperrt 
wird, so daß im Hafen ein fast gleichbleibender Wasserstand gehalten werden kann. 
Natürlich ist dann im geschlossenen Hafen das Ein- und Auslaufen der Schisse mit 
Zeitverlust verbunden, weil dieselben durchgeschleust iverden müssen. 
Die wichtigste Anforderung an einen Hafen ist, daß er eine sichere, jederzeit zu 
gängliche Ein- und Ausfahrt besitzt. Wo diese fehlt, muß vor dem Hafen ein sicherer 
Ankerplatz, eine Reede vorhanden sein, wo die Schiffe, ohne der gefährlichen Brandung 
ausgesetzt zu sein, den richtigen Zeitpunkt für das Ein- und Auslaufen, günstigen Wind, 
den Eintritt der Flut oder die Ankunft des Schleppdampfers erwarten können. An den 
an einem Flusse gelegenen Seehäfen, wie Hamburg, Bremen, London tritt an die Stelle
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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