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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

532 Seehäfen. Trockendocks. 
Werke betreiben gewöhnlich gleichzeitig den Bau von neuen Schiffen, da die zur Aus 
besserung dienenden Anlagen auch zum Neubau geeignet sind. Da die Anlagen für den 
Neubau im Abschnitt über Schiffbau geschildert werden, so können wir uns hier auf 
die Anstalten zur Ausbesserung beschränken. 
Um kleinere Schiffe reinigen, frisch kalfatern und teeren zu können, läßt man 
diese bei Flut auf den Strand auflaufen, wo sie bei zurückgehendem Wasser aufsitzen und 
dann gegen den Boden abgesteift werden. Man nennt dies das Banken der Schiffe. 
Mit Wiedereintritt der Flut wird das Schiff wieder flott. Die Arbeiten müssen also in 
wenig Stunden beendigt sein. 
Für länger dauernde Arbeiten wird, wo kein Trockendock vorhanden ist, das Kiel 
holen des Schiffes vorgenommen. An entsprechend zugerichteten Stellen am Ufer, den 
sogenannten Kielholplätzen, wird das Schiff durch Taue, die an dem oberen Ende 
der Untermasten befestigt sind, mittels Winden so weit auf die Seite gelegt, daß der Kiel 
über Wasser tritt und die eine Hälfte des Schiffes zur Untersuchung und Ausbesserung 
vollständig zugänglich ist. Die Arbeiten müssen möglichst beschleunigt werden, weil der 
Schiffskörper in der seitlichen Lage nachteilige Spannungen auszuhalten hat, die bei 
längerer Dauer sein Gefüge lockern könnten; kann die Arbeit an einem Tage nicht beendigt 
werden, so wird das Schiff über Nacht wieder in seine schwimmende Lage gebracht. Das 
Kielholen findet zur Zeit nur noch für kleinere Segelschiffe Anwendung, weil der Schiffs 
körper durch dieses Verfahren leicht Not leidet. Auch die früher üblich gewesenen Dock 
bänke, die bei Ebbezeit vollständig trocken liefen, sind mehr und mehr außer Gebrauch 
gekommen. 
Zur gründlichen, längere Zeit dauernden Ausbesserung muß ein Schiff ganz außer 
Wasser gebracht werden, und dazu dienen die Trockendocks. Ein solches Trocken 
dock ist ein vom Hafen ins Land einspringendes längliches Becken, das auf 3 Seiten von 
festen Wänden eingefaßt ist, an der einen Schmalseite durch das sogenannte Dockhaupt 
mit dem Wasser in Verbindung steht und durch eine Verschlußvorrichtung wie eine 
Schleusenkammer dicht abgeschlossen werden kann. Ältere Docks haben hölzerne Sohle 
und hölzerne Wände, die neueren Docks sind massiv aus Stein und Beton gebaut. Das 
erste Trockendock in England ist, wie sich aus den Archiven ergibt, in Portsmouth in den 
Jahren 1495—96 auf Befehl des Königs Heinrich VII. gebaut worden. Das Dock 
war aus Holz und sein Eingang durch zwei Pfeilerreihen, deren Zwischenraum durch 
Stein und Kies ausgefüllt war, geschlossen. Jedesmal, wenn ein Schiff in das Dock 
oder aus demselben herausgebracht werden mußte, wurde der Eingang in der vor 
erwähnten Weise geschlossen oder wieder freigemacht, was natürlich eine lange Arbeits 
zeit erforderte. 
Soll jetzt ein Schiff trocken gelegt, gedockt werden, so wird dasselbe mit Hilfe von den 
auf dem Dockhanpt und auf den Seitenmauern aufgestellten Gangspills in die Dockkammer 
verholt, diese wird hinter dem Schiff durch Thore oder ein Ponton abgeschlossen, und das 
Wasser alsdann durch kräftige Kreiselpumpen in der Dockkammer gesenkt. Findet in dem 
betreffenden Hafen Ebbe und Flut statt, so bleibt der Wasserspiegel in der Dockkammer 
so lange mit dem Außenwasser in Verbindung, bis der tiefste Stand der Ebbe eingetreten 
ist, damit möglichst wenig Wasser durch die Pumpen gehoben werden muß. Mit dem 
Sinken des Wasserstandes senkt sich das Schiff, bis es mit dem Kiel auf den in der Mitte 
der Sohle errichteten Böcken, den Kielstapeln, aufsitzt. Gegen Umfallen wird das Schiff 
mit dem Sinken des Wassers rechtzeitig durch Stützen gegen die Dockwände gesichert. 
Um diese Stützen bequem für die verschiedenen Schiffsformen anbringen zu können, sind 
die Dockwände abgetreppt. Die Länge der Dockkammer richtet sich nach den größten 
Schiffen, die gedockt werden sollen. 
Vielfach sind mehrere Docks von verschiedenen Größen nebeneinander angelegt, um 
für kleinere Schiffe an Kosten für die Trockenlegung und für die Unterhaltung des Docks zu 
sparen. Die Breite eines Docks wird so bemessen, daß zwischen Schiff und Dockwand ge 
nügend Raum zum Arbeiten bleibt und Luft und Licht reichlich Zutritt haben. Die Ver- 
schlnßvorrichtung eines Docks besteht entweder ans Thoren wie bei Schleusen, oder in
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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