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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Schiffbau
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

637 
Schwingungen des Schiffes. Besegelung. 
sich ganz mit den Wellen bewegen. Bei schmalen und ranken Schiffen mit entsprechend 
großer Stillwasserperiode wird die Bewegung zum Einstellen in die Richtungslinie des 
Auftriebes eine sehr langsame sein. Das Schiff hat dann die Schwingung noch nicht 
beendet, wenn die halbe Wellenlänge vorüber ist und demnach die Richtungslinie des 
Auftriebs ihre Schwingung beendet hat. Eine Welle, deren Periode demnach kleiner ist 
als die doppelte Stillwasserperiode eines Schiffes, wird daher dasselbe nur wenig in 
seiner aufrechten Lage stören; das Deck bleibt fast horizontal liegen und bildet eine 
stetige Plattform. Diese Eigenschaft des Schiffes, welche man vorzüglich bei Schnell' 
dampfern antrifft, nennt man Stetigkeit. Ist nun die Stillwasserperiode eines Schiffes 
gleich der halben Wellenperiode, so wird jeder Wellenzng, da Schiff und Richtungslinie 
des Auftriebs gleichmäßig schwingen, den Neigungswinkel vergrößern, und das Schiff 
wird nach dem Passieren einiger Wellenzüge überrollen oder kentern, wenn nicht der be 
deutende Seitenioiderstand des Wassers die Bewegung des Schiffes bremst. Es entspricht 
dies dem Fall eines Pendels, welches zu großen Ausschlägen gebracht werden kann, 
wenn dasselbe in bestimmten Zeitintervallen kleine Impulse erhält. Dieser theoretisch 
begründete Satz hat sich durch die Erfahrungen bestätigt. Wenngleich ein Kentern von 
Schiffen wegen der beim Rollen auftretenden Widerstände nicht immer eintritt, so hat man 
doch Neigungen bis zu 40 und 50 Grad beobachtet, wenn das sonst ruhig schlingernde Schiff 
in Wellen zu liegen kam, deren Periode doppelt so groß war, als die Schiffsperiode. 
Man muß daher bestrebt sein, dem Schiff beim Entwurf eine Stillwasserperiode zu geben, 
welche größer ist, als die halbe Wellenperiode der größten Ozeauwellen. Da letztere eine 
Periode von 10 bis 11 Sekunden haben, so ist eine Stillwasserperiode von 5^ Sekunden 
günstig. Sobald die Lage des Schiffes zur Welle nicht mehr querstes ist, wenn also 
das Schiff unter einem Winkel zum Welleuzuge sich bewegt, so wird sich die relative 
Wellenperiode ändern, und ergeben sich dann andere Schlingerbewegungen. Man muß 
daher den Schiffskurs so wählen, daß man eine Übereinstimmung der Schiffsperiode mit 
der halben Wellenperiode vermeidet. 
Als seiner Zeit das erste französische Panzerschiff „Gloire" auf See sich durch heftiges 
Schlingern auszeichnete, glaubte mau beim Bau des Schwesterschiffes diesen Übelstand 
dadurch beseitigen zu können, daß man die Hauptgewichte und dementsprechend den 
Systemschwerpunkt tiefer brachte, da man irrtümlich annahm, daß das heftige Schlingern 
durch die Topschwere veranlaßt sei. Die hierdurch vergrößerte metazentrische Höhe ver 
ursachte jedoch ein weit heftigeres Schlingern mit größeren Ausschlägen als anfänglich, so 
daß wieder Gewichte nach oben verschoben werden mußten. Diese irrtümliche Auffassung, 
daß ein heftiges und weitausholendes Schlingern des Schiffes ein Zeichen der Topschwere 
bezw. eines unstabilen Schiffes sei, ist noch vielfach vertreten, man sucht in solchem Fall 
irrtümlicherweise Ballasteisen tief zu verstauen, da man ein Kentern zu befürchten glaubt, 
während anderseits die ranken und meist wenig stabilen Schnelldampfer, weil sie in See 
ruhig liegen und sanfte, wenig ausholende Bewegungen machen, im Kreise der Laien 
als Schiffe von großer Stabilität gelten, was sie in der That nicht sind. 
Besegelung und Ruder. 
Die Verwendung der Segel zur Fortbewegung der Schiffe gehört, wie wir in der 
Einleitung gesehen haben, zu den ältesten Hilfsmitteln des Schiffbauers, und dieselbe ist 
bis in die neueste Zeit demselben treu geblieben. Der mächtige Aufschwung der Dampfschiff 
fahrt hat freilich einen Rückgang der Segelschiffe zur Folge gehabt, doch sind schnelle 
Segler zu jeder Zeit von Bedeutung gewesen. So gehörten seiner Zeit die spanischen 
und portugiesischen Sklavenschiffe, welche den Menschenhandel zwischen Afrika und Amerika 
betrieben, später die sogenannten Frachtschiffe, welche im Frühjahr die ersten Süd 
früchte vom Mittelmeer nach England und Hamburg brachten, zu den besten Seglern. 
Später bauten die Amerikaner die sogenannten Klipperschiffe, schnelle Segler mit 
schlanken Schiffslinien, für den Verkehr nach den Goldfeldern in Kalifornien um das 
Kap Horn herum, und heutzutage reihen sich diesen Seglern die gewaltigen eisernen
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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