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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Schiffbau
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

647 
Schissswiderstand und Maschinenkraft. 
Die Begründung der Formel ergibt sich aus folgenden Betrachtungen. Der Wider 
stand, welchen die Wasserfäden dem in Fahrt befindlichen Schiff entgegensetzen, wächst 
im allgemeinen mit dem Quadrat der Schiffsgeschwindigkeit. Nun ist aber die Arbeit, 
welche die Schiffsmaschine zur Aufrechterhaltung der Geschwindigkeit leisten muß, gleich 
dem Produkt aus Schiffswiderstand und Schiffsgeschwindigkeit, mithin verhalten sich die 
Widerstaudsarbeiten ein und desselben Schiffes wie die dritten Potenzen seiner Geschwindig 
keiten. Die Widerstandsarbeit, ausgedrückt in Meterkilogramm geteilt durch 75, ergibt 
nun die Anzahl der Pferdestärken. Diese nur für die Überwindung des Wasserwiderstandes 
erforderliche, von der Schiffsmaschine zu leistende Arbeit nennt man die effektive Pferde 
stärke. Außer dem Schiffswiderstand muß nun die Schiffsmaschine noch weitere Wider 
stände, wie Reibung in den Maschinenlagern, Betrieb der zur Maschiuenanlage gehörigen 
Luft-, Zirkulations-, Speise- und Säugpumpen, Widerstände, welche der Propeller, sei es 
nun Rad, Schraube oder Turbine, mit sich bringt, überwinden. Hierzu kommt ferner noch 
die Rücklaufsarbeit des Propellers, da derselbe das Wasser mit größerer Geschwindigkeit 
nach hinten wirft, als das Schiff Fortgang hat, so daß ein Teil dieser Arbeit verloren 
geht. Alle diese Widerstände, welche für die Fortbewegung des Schiffes nutzlos sind, 
erreichen meist die Höhe des reinen Schiffswiderstandes, so daß von den von der Maschine 
zu leistenden indizierten Pferdestärken etwa 45—55 Prozent durch Reibungsarbeit und 
Nutzeffekt des Propellers verloren gehen. 
Obgleich nun dieser Prozentsatz für alle Schiffsmaschiuentypen und Propeller nicht 
gleich ausfällt, am günstigsten wirkt der Schraubenpropeller und unter diesen im be 
sonderen die Zweischraubenmaschine, so kann man doch im allgemeinen die effektive 
Pferdestärke, innerhalb bestimmter Grenzen der Schiffsgeschwindigkeit, der indizierten Pferde 
stärke proportional setzen, so daß auch die letztere ebenso wie die Widerstandsarbeit des 
Schiffes mit der dritten Potenz der Schiffsgeschwindigkeit ab- und zunimmt. Erfordert 
z. B. ein Dampfer zur Erzielung einer Geschwindigkeit von 12 Seemeilen eine Leistung 
von 1000 indizierten Pferdestärken, so berechnet sich diejenige für eine Geschwindigkeit von 
14 Seemeilen annähernd wie folgt: 
1000 : x = 12 3 :14 3 
also x = 1588. 
Zur Vermehrung der Geschwindigkeit um zwei Seemeilen muß demnach die Maschinen 
leistung um mehr als die Hälfte erhöht werden. 
Neben ver Schiffsgeschwindigkeit hängt nun die Größe der Maschineukraft auch von 
der Größe des Deplacements ab, und zwar variiert die Maschinenkraft im allgemeinen mit 
der dritten Wurzel aus dem Quadrat des Deplacements. Wird z. B. angenommen, daß 
der Dampfer von 12 Seemeilen Geschwindigkeit und 1000 indizierten Pferdestärken ein 
Deplacement von 1300 t besitzt, so würde, wenn das Deplacement um das fünffache, 
also auf 6500 t vergrößert würde, eine Maschinenkraft von 2904 indizierten Pferde 
stärken genügen, um das Schiff mit 12 Seemeilen zu treiben. Es erhellt hieraus, daß 
größere Dampfer wirtschaftlicher arbeiten, da sie mit Bezug auf die Menge der zu trans 
portierenden Güter eine geringere Maschinenkraft erfordern. Mit der Größe der 
Maschinenkraft hängt nun ferner der Kohlenverbrauch zusammen, und derselbe ist pro 
portional der indizierten Pferdestärke zu setzen, er wächst also auch mit der dritten 
Potenz der Schiffsgeschwindigkeit und der dritten Wurzel aus dem Quadrat des Deplace 
ments für die Zeiteinheit. Für die Zurücklegung einer bestimmten Wegstrecke variiert der 
Kohlenverbrauch, welcher zum Durchlaufen derselben erforderlich ist, nur mit dem Quadrat 
der Schiffsgeschwindigkeit, da bei größerer Fahrgeschwindigkeit die Strecke naturgemäß 
auch in kürzerer Zeit zurückgelegt wird. Wählen wir als Beispiel die Route von 
Southampton nach New Jork, also eine Strecke von rund 3000 Seemeilen, so gebraucht 
z. B. der Schnelldampfer „Lahn" bei einem Deplacement von 7700 t und einer Ge 
schwindigkeit von 18 Seemeilen pro Stunde täglich an 175 t Kohlen und demnach für 
die 7 tägige überfahrt 1225 t. Würde man nun für dieses Schiff die Geschwindigkeit 
auf 21 Seemeilen erhöhen, so würde sich der tägliche Kohlenverbrauch von 175 t auf 
278 t steigern, entsprechend 18 3 zu 21 3 ; da jedoch die Reise sich von 7 Tage auf 6 Tage
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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