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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Schiffbau
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

653 
Holzschiffbau: Die Spanten. 
Hintersteven verbolzt ist. Das Kantspant, welches über die Enden des Heckbalkens reicht, 
heißt Randsomholz. Der zwischen diesem und dem Hintersteven frei bleibende Raum 
wird entweder in vertikaler Richtung durch Kantspanten, oder in horizontaler Richtung 
durch die sogenannten Worpen- oder Spiegelwrangen ausgefükt. Zwischen den Rand- 
somhölzern werden auf dem Heckbalken die Heckstützen oder Spiegelhölzer verzapft, die 
mit den sie überkleidenden und an den Auflanger des Randsomholzes abschließenden 
Planken das Heck oder den Spiegel bilden. Stehen die hinteren Kantspanten so, daß die 
Planken in kreisförmiger oder elliptischer Kurve von der einen Schiffsseite nach der 
anderen überlaufen, so nennt man das Heck ein Rundgatt. 
Das Zusammenlegen und Verbolzen der einzelnen Spanthölzer zu einem Spant 
geschieht auf einer nahe dem Kiel errichteten Plattform, der sogenannten Zulage. Ist 
das Spant fertig, so nagelt man in der Mitte und am oberen Ende starke Querbalken, 
auf denen die senkrechte Mittellinie genau bezeichnet wird, über dasselbe, transportiert 
es mit größter Vorsicht an die Stelle des Kiels, auf der es stehen soll, und richtet es 
mittels Richtbäumen und Flaschenzug auf. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß das Spant 
nicht lotrecht, sondern entsprechend dem Fall der Helling nach hinten zu geneigt aufgestellt 
werden muß, falls die Spanten normal zum Kiel stehen sollen. Bei steuerlastigen Schiffen 
stehen sie vielfach auch normal zur Konstruktionswasserliuie. 
Die Spanten werden nicht dicht an dicht gesetzt, sondern bleiben meist um ihre halbe 
Breite, d. h. 12 — 22 cm voneinander entfernt. Dieser Zwischenraum wird das Fach 
genannt. Bei den hölzernen Kriegsschiffen pflegt man das Fach vom Kiel bis zur Kimm 
mit Füllhölzern dicht zu setzen und die Fugen zu kalfatern. Das Spantsystem wird auf 
diese Weise im Boden gegen Verschieben gesichert und der Kiel gegen durchsacken verstärkt. 
Auch bietet diese Anordnung den großen Vorteil, daß, wenn bei Grundberührungen die 
Bodenplanken beschädigt bezw. weggerissen sind, das Schiff auf den Füllhölzern dicht fährt. 
Ehe alle Spanten gerichtet und auf dem Kiel verbolzt sind, werden in den sich jetzt 
schon deutlich kennzeichnenden Schiffsraum starke Langhölzer eingebracht und auf den 
Bodenwrangen oberhalb des Kiels gelagert. Diese Hölzer werden als Kielschwein oder 
Kolschwein bezeichnet und dienen zur Verstärkung des Kiels als Hanptlängsverbandstück. 
Das Kielschwein wird mit den Bodenwrangen und dem Kiel durch Haken bezw. Klink- 
bolzen verbunden und ist in ähnlicher Weise wie der Kiel aus einzelnen Hölzern zusammen 
geballt. Das Kielschwein läuft vorn und hinten auf das Totholz bezw. die Steoenkniee 
auf, bei Schraubenschiffen endet es am Stopfbüchsenklotz. Bei größeren Schiffen genügt 
bisweilen ein Kielschwein nicht, man wendet dann außerdem Seitenkielschweine an, welche 
bei Dampfschiffen zugleich als Kessel- bezw. Maschinenfundament verwertet werden. 
Ist der Kiel gestreckt, sind sämtliche Spanten sowie die Steven gerichtet, und ist 
das Kielschwein befestigt, so sagt man, das Schiff steht in Spanten. Zur Verstärkung 
dieses Schiffsgerippes werden an der Außenfläche der Spanten im Boden, in der Kimm 
und an den Topstücken starke Latten, die sogenannten Senten, fest genagelt und dieselben 
durch Stützen gegen den Hellingboden verstrebt. 
Man beginnt nun mit dem Schlichten der Hölzer, um innen die Wegerungsplanken, 
außen die Außenhautplanken befestigen zu können und so gewissermaßen dem Spanten 
gerippe die schützende und abschließende Haut anzufügen. Man beginnt in der Regel mit den 
Balkwegern der Zwischendecksbalken, um möglichst frühzeitig eine Lage Querbalken 
einbauen zu können und so dem Spantgerippe eine solide Versteifung querschiffs zu geben, 
so daß die Spanten möglichst in ihrer nach den Mallen des Schnürbodenrisses festgelegten 
Lage erhalten bleiben. Das Einbauen der Balkenweger bietet im besonderen im Vor-' 
und Achterschiff insofern einige Schwierigkeiten, als die Hölzer eine stärkere Krümmung 
— Bucht — erhalten müssen, entsprechend der Kurve der Wasserlinien bezw. Senten. Zu 
diesem Zweck werden die Hölzer vor dem Anbringen einem Dampfbade in dem sogenannten 
Steamkasten mehrere Stunden lang ausgesetzt, damit sie geschmeidig werden, und dann 
sofort in das Schiffsgerippe hineingebracht und mittels Daumkräfte und Taljen gegen 
die Spanten von innen gepreßt bezw. angeholt. Hierfür ist naturgemäß eine solide 
Abstützung der Spanten gegen die Helling erforderlich. Nach dem Erkalten werden dann
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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