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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Landstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

61 
Entwickelung des Straßenbaues in der Neuzeit. 
In Europa blieben bis über die Mitte des 18. Jahrhunderts hinaus die Wege 
verhältnisse iui allgemeinen sehr traurige. In Brabant und Flandern ging man zuerst 
damit vor, dem Wegekörper eine feste Beschaffenheit zu geben. In Deutschland erwies sich 
die Kleinstaaterei erklärlicherweise als ein sehr hemmendes Element in der Förderung eines 
durchgehenden einheitlichen Wegenetzes, welche Bestrebungen in Frankreich, begünstigt 
durch die Zentralisation der Staatsgewalt, neben welcher die Verwaltung der einzelnen 
Staatsgebiete bis zur Revolution eine sehr dezentralisierte war, einen viel günstigeren 
Erfolg aufwiesen. Der erste französische kunstgemäße Straßenbau kam im Jahre 15b6 
zur Ausführung, ohne jedoch zunächst weitere Anlagen dieser Art nach sich zu ziehen. 
Der Wegekörper der genannten Straße ward in einer Breite von 2,5 Toisen = 4,87 m 
aus Steinmaterial hergestellt, die Seitenflächen blieben in ihrem losen Naturzustand. 
Die unablässig erlassenen Mandate der Könige bewirkten wenigstens so viel, daß das 
Land mit einem zusammenhängenden Netz von Straßen und den erforderlichen Brücken 
überzogen wurde. Im Jahre 1576 wurde die Benutzung der Post, die bis dahin aus 
schließlich staatlichen Zwecken diente, den Privatpersonen freigegeben, 1605 wurde diese 
privatseitige Benutzung auch auf die Beförderung von Personen und Gepäckstücken aus 
gedehnt. Die Beschaffenheit der Straßeuoberfläche war jedoch noch während langer Zeit 
eine ziemlich primitive, und der Hauptuuierschied zwischen den sogenannten „grands 
cliemins“ uni) den Straßen untergeordneter Bedeutung bestand lediglich in der verschiedenen 
Breiteuabmessung. Erst mit dem 17. Jahrhundert begann eine merkliche, jedoch sehr 
langsame Besserung. Heinrich IV. 
(1589 bis 1610) übertrug seinem 
Minister Sully das Amt eines Ober 
aufsehers über alle Straßen. Sully 
schlug dem König vor, jährlich eine 
gewisse Summe auf die Wege zn 
verwenden. Im Jahre 1 600 wurden 28. Franköstschrr KtraHeimnterbair. 
für diesen Zweck 18 000 Frank aus 
geworfen, 1606 betrug die Summe bereits 3 Millionen. Colbert führte das von 
Sully Begonnene weiter. Nicht selten wurden besondere Maßregeln ergriffen, so bei 
dem Bau der Straße von Paris nach Orleans, einer der ersten gepflasterten Straßen 
Frankreichs. Der Bau begann 1675, die Fuhrleute, welche gewöhnlich Wein von 
Orleans nach Paris brachten und leer zurückfuhren, mußten Sand und Pflastersteine 
auf ihre Karren laden und sie nach der Stelle bringen, an welcher an dem Wege gebaut 
wurde. Die Mehrzahl der Wege blieb jedoch auch jetzt noch in einem wenig befriedigenden 
Zustande, an dem die Unterhaltungsweise der Straßen durch Frondienste einen nicht ge 
ringen Anteil hatte. Sämtliche Landbewohner von 16 bis 65 Jahren mußten 20, 30, 
in manchen Gegenden 40 Tage im Jahre unentgeltlich an der Herstellung der Straßen 
arbeiten, und die nächstgelegenen Gemeinden mußten die Arbeiter verpflegen. Als die 
Verarmung der Landbewohner zu sehr zunahm, wurde endlich im Februar 1776 der 
Frondienst abgeschafft und an dessen Stelle eine allgemeine Geldsteuer eingeführt. 
In Deutschland war seit 1516 eine Posteiurichtung vorhanden, die Franz von Taxis 
übernommen hatte. Die von den Posten benutzten Straßen erhielten den übrigen 
gegenüber eine erhöhte Bedeutung, und ihrer Beschaffenheit mußte naturgemäß eine 
weitergehende Beachtung wie früher zugewandt werden, doch war diese Pflege zunächst 
noch eine sehr wenig weitreichende. Der übliche Einwurf von Reisig und Steinen in 
etwaige Vertiefungen bezeugt zur Genüge den tiefen Stand der Straßcubantechuik. Ter 
Dreißigjährige Krieg wirkte in dieser Beziehung sehr nachteilig, und so ist es zu erklären, 
daß erst seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Wandlung zum Guten zu 
bemerken ist. 
Zu diesem Zeitpunkte begann man in Europa erst wieder mit dem Ausbaue besteiuter 
Straßen außerhalb der Städte, und zwar ging die Anregung von Fürsten aus, welche 
in der Nähe ihrer Hauptstädte breite Wege mit schmalen Steinbahneu und stattlichen 
Banmreihen herstellen ließen. Für den Straßenunterbau kam zunächst namentlich die
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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