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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

746 Posten und Postwesen. 
sie nunmehr mit den Funktionen einer Beförderungsanstalt auch diejenigen eines Bank 
instituts in sich vereinigt. 
Die Post der Gegenwart unterscheidet sich von den vormaligen verwandten Anstalten 
ganz wesentlich. Während nämlich die Posten der alten Zeit, insbesondere die persischen 
und römischen Staatsposten, als ausschließliche Staatsanstalten fast nur dynastischen, 
polizeilichen und Verwaltungszwecken der Machthaber dienten und ihre Benutzung in 
Privatangelegenheiten im allgemeinen ausgeschlossen war, während weiterhin die Boten 
anstalten des deutschen Mittelalters außerhalb der öffentlichen Verwaltung des Staates 
standen und meist nur den Insassen der Klöster, den ansehnlicheren Bürgern der Handels 
städte sowie den Lehrern und Schülern an den höheren Unterrichtsanstalten zu gute kamen, 
zeichnet sich die moderne Post charakteristisch dadurch aus, daß sie ihre Thätigkeit weder 
auf staatliche und dynastische Zwecke, noch auf einzelne Körperschaften beschränkt, vielmehr 
den Verkehr aller vermittelt und den Bedürfnissen sämtlicher Staatsangehörigen dient. 
Die Posten im Altertum. Um einen Vergleichsmaßstab für die Einrichtungen 
der modernen Post zu gewinnen, wollen wir zuvörderst einen Blick auf das Postwesen 
der alten Völker werfen. Die ältesten Nachrichten über postalische Einrichtungen finden 
wir bei Herodot, Tenophon und anderen griechischen Geschichtsschreibern, sowie in der Bibel 
im Buche Esther vor. Als Gründer der ersten Posten wird der Perserkönig Cyrus ge 
nannt. Aber erst Darius, der große Organisator des persischen Reiches, hob und 
vervollkommnete das Postwesen. Schriftsteller jener Zeit sprechen mit Anerkennung und 
Bewunderung von dieser nützlichen Anstalt, deren zweckmäßige Einrichtungsweise auch uns, 
wenn wir die frühe Zeit ihrer Entstehung in Betracht ziehen, überraschen muß. In den 
3 bis 4 Meilen voneinander entfernten, an den Straßen gelegenen Stationshäusern standen 
stets gesattelte Pferde und zum Aufbruche fertige Männer bereit. Der erste Reiter über 
gab das zu Befördernde dem zweiten, der zweite dem dritten u. s. f., bis der letzte mit 
seiner Sendung ans Ziel gelangte. Diese Kuriere hießen auf Persisch „Angaren". Ein 
griechischer Berichterstatter sagt von ihnen: „Nichts auf der Welt ist schneller als sie. Die 
Tauben und Kraniche vermögen ihnen kaum zu folgen. Auf jeder Station wechseln Roß 
und Reiter, die ihren Lauf zu vollenden weder Regen, noch Schnee, noch Frost, noch Hitze, 
noch die Finsternis der Nacht hindern kann." Diese Angaren brauchten, um die Strecke 
von Susa nach Sardes (13 500 Stadien oder 337 deutsche Meilen) zurückzulegen, nicht 
länger als sechs Tage. Sie machten also, ohne den notwendigen Aufenthalt zu rechnen, 
in einem Tage 56, in einer Stunde 2 1 / 3 deutsche Meilen. Nach der Zerstörung des 
Perserreichs durch Alexander den Großen kam das persische Postwesen auch nach Ägypten 
und nach anderen Teilen des Orients, verlor aber nach dem Verfall des von dem genannten 
Welteroberer gegründeten Reichs seine Bedeutung. 
Der Postverkehr im alten Griechenland fand, gemäß der Beschaffenheit des küsten- 
und inselreichen Landes, vielfach zur See statt. Landboten, die bei Tag und Nacht ihrem 
Berufe oblagen, kannte man nicht. Die Hemerodromen oder Schnellläufer, welche 
in einzelnen Fällen dem provinziellen Verkehre dienten, wechselten nicht regelmäßig ab, 
gingen auch über die Grenzen des einzelnen Staates nicht hinaus. Ihre Schnelligkeit 
war berühmt, und manchem von ihnen wurden wegen seiner hervorragenden Leistungen 
Auszeichnungen zu teil. Von den zahlreichen Häfen liefen zeitweilig Postschiffe nach dem 
Archipelagus oder der ionischen Küste aus. Mit der Sicherheit sah es freilich schlimm 
aus, denn im Hinterhalte lauerten nicht selten Seeräuber und Abenteurer, die in den Baien 
und Meeresbuchten sichere Schlupfwinkel fanden. Der Ordnung des griechischen Post 
wesens stand die politische Zerfahrenheit hindernd im Wege, die Landstraßen waren ge 
wöhnlich schlecht, denn fast nur zu den nationalen Heiligtümern, den Orakeln und den 
Wettkampfplätzen führten gute Wege. Die Fahrpreise für die Passagiere, welche den Ge 
fahren einer Reise Trotz boten, waren bei weitem billiger als heutzutage, selbst wenn man 
den veränderten Geldwert in Betracht zieht. So machte man beispielsweise die Seefahrt 
nach Ägypten für nur zwei Drachmen oder 1 1 j 2 Mark! Erst in späteren Zeiten begingen 
regelmäßige Boten die griechischen Landstraßen und brachten Nachrichten und Briefe
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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