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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

770 
Posten und Postwesen. 
wurde die Post zum Regal erklärt, doch übernahm die Regierung die Verwaltung des 
Postwesens nicht sogleich selbst, sie verpachtete dasselbe vielmehr noch auf mehrere Jahre. 
Erst 1716, nach Auflösung des Pachtverhältnisses begann die Wirksamkeit der Post als 
unmittelbare Staatsanstalt. Durch Einführung von Verbesserungen, namentlich von 
billigen Taxen, und durch sonstige zweckmäßige Einrichtungen tvurde der Postverkehr so 
gehoben, daß aus demselben schon im Jahre 1738 eine Reineinnahme von 3203000 Realen 
erzielt tvurde. Das war zu jener Zeit eine sehr bedeutende Summe. Bald darauf folgte 
die Einrichtung von Eilwagenfahrten durch einen gewissen Diego Rudolph, welcher sich 
zugleich anheischig machte, an den Straßen, auf welchen diese Fahrten stattfanden, zur Be 
quemlichkeit der Reisenden Gasthäuser zu erbauen. Das Unternehmen gewann bald eine 
große Ausdehnung und trug mit anderen Berkehrserleichterungen dazu bei, das Postwesen 
auf eine sehr hohe Stufe der Vervollkommnung zu bringen. Schon im Jahre 1764 
wurde staatlicherseits eine regelmäßige Postverbindung zwischen Spanien und den Kolonien 
dieses Landes in Amerika hergestellt. Die zur Beförderung der Postsachen benutzten Schiffe 
verkehrten einmal monatlich zwischen der spanischen Hafenstadt Coruña und dem westindischen 
Hafenplatze San Cristobal de la Habanna. Die politischen Ereignisse, welche gegen Ende 
des 18. Jahrhunderts sich in Frankreich vollzogen, und später die langen, andauernden 
Kriegswirren im eigenen Lande übten auf das Verkehrsleben Spaniens eine beinahe 
vernichtende Wirkung ans, und erst in den 40 er Jahren des 19. Jahrhunderts gelang 
es den Anstrengungen des an die Spitze der Verwaltung gestellten Grafen de Quinto, 
die postalischen Zustände des Landes wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen. Bei 
der Neuregelung des Betriebsdienstes nahm man ans die Bedürfnisse des Reiseverkehrs 
durch Wiedereinrichtung von Eilwagenkursen besondere Rücksicht, denn mit dem Eisenbahn- 
bau war man damals in Spanien noch weit zurück. Eine Fahrt auf solchem Kurse wird 
uns, wie folgt, geschildert: „Die Maultiere sind paarweise voreinander gespannt, oft 
acht, zehn und zwölf, mit buntem Kopfzeug und Schellengeläuten geschmückt und durch 
Riemen und Geschirr miteinander sehr einfach verbunden. Auf dem Rücken bis zur Hälfte 
des Bauches sind diese Tiere geschoren, damit sie nicht so von Ungeziefer und Schweiß zu 
leiden haben. Die Bespannung ist derart, daß die Stränge, aneinander ohne Wage ge 
knüpft, bis unter dem Sitze des Majorats (Kondukteurs) zusammenlaufen, und daß man 
von Zügeln und Leitseilen, außer bei den Deichselpferden, auch nicht viel gewahr wird. 
Der Ruf des Führers und die gute Abrichtung der Tiere ist die Hauptsache, und man 
wird es in Deutschland gar nicht für möglich halten, daß so ein langer Postzug vom Bocke 
aus im vollsten Trabe und Galopp gelenkt tverden kann. In den engen Straßen der 
Städte bei schroffen plötzlichen Biegungen und Wendungen oder bei gefährlichen Stellen 
rennt dann der Zagal (Fuhrmann) neben den Tieren her, ergreift mit Blitzesschnelle das 
vorderste bei der Halfter, galoppiert über die gefährliche Stelle weg, schwingt sich wieder 
gewandt auf seinen Sitz und unter dem Gebrülle: auäa, arriba a la montana, Cabrera, 
Gitana u. s. w. stürmt der Postwagen vorwärts. Der Spanier ist ein vortrefflicher Fuhr 
mann, insbesondere versteht der Katalonier die Kunst, bei schlechten Wegen schnell und 
sicher zu fahren. Das spanische Fuhrwesen zeigt viel Eigentümliches, und der Fremde 
wird beim Anblick desselben vielleicht ebenso überrascht, als um Hals und Beine besorgt 
gemacht." So waren die Postbetriebsmittel in Spanien vor 40 Jahren beschaffen; heut 
zutage freilich, wo die Eisenbahnen ihr Netz auch über dieses Land ausgebreitet haben 
und meist nur noch Nebenkurse von Posten befahren werden, tvird man ähnliche Post 
züge wohl kaum noch antreffen. 
Bon den Fortschritten, welche das spanische Postwesen in den Jahren 1875 bis 1897 
gemacht hat, legen die nachstehenden Zahlen Zeugnis ab. Von diesen beziehen sich die 
nicht in Klammern eingeschlossenen auf das Jahr 1897, die eingeklammerten hingegen 
auf das Jahr 1875. Der Postdienst wurde bei 2929 (2494) Postanstalteu von 10425 
(7370) Beamten und Unterbeamten versehen. Briefkasten waren 12 542 (350) vor 
handen. Zur Versendung kamen 129189000 (79 Millionen) Briefe, 1057 000 (1376000) 
Postkarten, 120200000 (51393000) Drucksachen, Zeitungsnummern, Geschäftspapiere
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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