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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

775 
Die russischen Postanstalten. Postwesen in der Türkei. 
angabe, 1 842 000 Pakete; dagegen wurden 1897 befördert: 333 Millionen Briefe, 
61 Millionen Postkarten, 266 Millionen Drucksachen, Zeitungsnummern, Geschäftspapiere 
und Warenprobensendungen, 17 245 000 Briefe mit Wertangabe, 5 227 000 Pakete. 
Die Einnahmen aus dem Post- und Telegraphenwesen bezifferten sich 1897 auf 
136 128 000 Mark, die Ausgaben auf 105 694 000 Mark. 
In der eigentlichen Türkei gab es noch vor 70 Jahren Posten fast gar nicht. 
Später wurden zwar einige Veranstaltungen zur Vermittelung des Postverkehrs getroffen, 
dieselben erfreuten sich aber so wenig des Vertrauens der auswärtigen Mächte, daß die 
meisten von diesen zur Förderung ihrer Handelsinteressen dazu übergingen, an ver 
schiedenen Orten der Türkei, in Verbindung mit dem dort mit ganz besonderen Vorrechten 
ausgestatteten Konsulatswesen, eigene Postanstalten zu errichten. So befinden sich jetzt in 
der Türkei 38 österreichische und sechs deutsche Postämter (hiervon zwei in Konstanti 
nopel und je eins in Smyrna, Beirut, Jaffa und Jerusalem) sowie verschiedene französische, 
englische und russische Postanstalten. In neuerer Zeit hat die hohe Pforte wiederholt 
Versuche gemacht, die fremden Postanstalten ans ihrem Betriebe zu verdrängen, es ist 
ihr dies jedoch nur hinsichtlich des griechischen und des ägyptischen Postamts in Kon 
stantinopel gelungen, während die üvrigen fremden Mächte ihr entschiedenen Widerstand 
leisteten, da die türkischen postalischen Einrichtungen nicht derartig sind, um die fremd 
ländischen Postanstalten in genügender Weise zu ersetzen. Zwar hat die Regierung in 
der letzten Zeit große Anstrengungen gemacht, um ihr Postwesen in die Höhe zu 
bringen, der Erfolg ist aber nur ein sehr bescheidener gewesen. Der Postverkehr mit 
dem Auslande wird vorzugsweise von den fremdländischen Postanstalten vermittelt; 
die Thätigkeit der türkischen Postämter erstreckt sich daher mehr auf den Verkehr 
im Inneren des Landes. Dieser ist aber nur wenig entwickelt, weil bei den meisten 
Bewohnern das Bedürfnis gegenseitiger schriftlicher Mitteilungen noch kein reges, auch 
die Zahl der schreibknndigen Personen nur eine geringe ist. Es fehlt hiernach vielfach 
noch an der Grundbedingung zum schriftlichen Austausch der Gedanken, und diesem 
Mangel abzuhelfen, liegt außerhalb der Aufgabe der Post. Sie kann den schriftlichen 
Verkehr wohl erleichtern, ist aber nicht im stände, ihn hervorzurufen. Daß unter den 
dargestellten ungünstigen Verhältnissen die auf Verbesserung der postalischen Zustände 
gerichteten Bestrebungen der türkischen Regierung nicht erfolgreicher gewesen sind, ist 
begreiflich. Ein Teil der Schuld davon mag übrigens ans die Rechnung des Charakters 
der Türken gesetzt werden, der sich in ihrem umständlichen und gemächlichen Wesen kund 
gibt und sie daran verhindert, den raschen Pulsschlägen unseres Verkehrslebens zu folgen, 
denn der Grundsatz „Zeit ist Geld" kommt bei ihnen noch wenig zur Geltung. Die 
Beförderung der türkischen Posten geschieht zu Wagen oder zu Pferde. Auf den großen 
Poststraßen, z. B. zwischen Angora und Bagdad, Eskischehr und Damaskus, Trapezunt 
und Wan u. a. kursieren in der Regel einmal wöchentlich Kurierposten, welche von Tataren 
begleitet werden und Briefe sowie Wertsendungen befördern. Zwischen Damaskus und 
Bagdad verkehrt ebenfalls einmal wöchentlich eine Kamelpost, die aber nur Briefe und 
Postkarten mitnimmt. Sie legt ihren Weg in zehn bis elf Tagen zurück. 
Im Jahre 1894 wurden von den Posten in der Türkei (einschließlich der asiatischen 
und afrikanischen unmittelbaren Besitzungen) versandt: 15896000 Briefe, 225000 Post 
karten, 4400000 Drucksachen, Zeitungsnummern, Geschäftspapiere und Warenprobeu- 
sendungen, 319000 Pakete. Postanstalten waren 1048 im Betriebe, Briefkasten gab es 
284. Das Postpersonal bestand aus 1357 Beamten und Unterbeamten. Die Einnahmen 
beliefen sich auf 4 579000 Mark, die Ausgaben auf 1471000 Mark. Die in der Türkei 
befindlichen fremden Postanstalten sind hierbei außer Betracht gelassen. 
Das deutsche Postamt in Konstantinvpel, welches im Jahre 1870 errichtet wurde, 
hatte anfänglich keinen bedeutenden Verkehr. Der letztere hat sich aber im Laufe der Jahre 
sehr gehoben, denn 1895 betrug die Zahl der durch das genannte Postamt expedierten Brief 
postsendungen schon 1218000, der Pakete 12000, der Postanweisungen 8270 Stück über 
544000 Mark und der abonnierten Zeitungen 1300 Stück mit mehr als 250000 Nummern.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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