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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

781 
Die Post in den Vereinigten Staaten. 
Seite ist nach außen gekehrt, so daß im Falle eines Sturmes der Schnee und Regen 
nicht eindringen kann, sondern von der mehr oder minder öligen Substanz in den Haaren 
abläuft. Die Brieftaschen, vier an der Zahl, befinden sich dicht unter dem Sattelknopfe 
am Pferde. Vier achtzöllige Coltrevolver, jeder zu sechs Schuß, vollständig geladen, sind 
so angehalftert, daß sie halb aufgezogen fertig zum Dienst sind; sodann führt der Reiter 
ein Messer von ungefähr J / 2 m Länge mit sich, dessen Rücken eine Höhlung bildet, welche 
mit Quecksilber gefüllt ist, so daß beim Stoße das Quecksilber nach vorn schießt und den 
Stoß kräftiger macht. 
Es ist in den Vereinigten Staaten bei den meisten Postanstalten nicht Brauch, die 
angekommenen Postsachen dem Adressaten durch Briefträger ins Haus bringen zu lassen, 
die ersteren sind vielmehr von der Post abzuholen. Zur Bequemlichkeit des Publikums 
hat man bei den bedeutenderen Postämtern Briefausgabeschränke mit einer großen Anzahl 
von Fächern herstellen lassen, welche von der Außenseite verschließbar eingerichtet und 
dem Publikum zugänglich sind. In ein solches Fach, welches den Abholern gegen Ent 
richtung einer Fachgebühr zur Benutzung überlassen wird, legen die Postbeamten die für 
den betreffenden Korrespondenten eingegangenen Postsachen nieder. Dieser kann das Fach 
mittels eines von der Postverwaltung ihm überwiesenen Schlüssels öffnen und aus dem 
selben jederzeit die für ihn vorliegenden Briefschaften entnehmen, ohne daß es dazu eines 
Postbeamten bedarf. Die gleiche Einrichtung besteht auch in verschiedenen anderen 
Staaten, im deutschen Reichs-Postgebiete bei den Postämtern in Bremen und Mannheim. 
Man hat hier damit einen Versuch gemacht, der indes nicht zu gunsten der Neuerung aus 
gefallen zu sein scheint, da man mit derselben nicht weiter vorgegangen ist. Hierbei wird 
ausschlaggebend gewesen sein, daß das Vorkommen von Unrichtigkeiten beim Sortieren 
der Sendungen in die Fächer, selbst wenn es durch die gewandtesten Beamten geschieht, 
nicht ganz ausgeschlossen ist. Die falsch sortierten Briefe u. s. w. geraten alsdann in 
unbefugte Hände, was zu begründeten Klagen Anlaß gibt. Werden die Sendungen am 
Schalterfenster durch einen Beamten ausgegeben, so unterwirft sie dieser in der Regel 
vorher noch einer Durchsicht, wobei die beim Sortieren vorgekommenen Versehen entdeckt 
und berichtigt werden. 
In mehreren größeren Städten der Vereinigten Staaten ist im Jahre 1863 zuerst 
ein Briefbestelldienst eingerichtet, der im Laufe der Jahre auf andere verkehrsreiche Orte 
ausgedehnt worden ist, so daß bis zum Jahre 1898 688 Plätze dieser Verkehrs 
verbesserung teilhaftig geworden sind. Von der gleichen Vergünstigung sind jedoch alle 
diejenigen Orte ausgeschlossen, die nicht mehr als 10000 Einwohner zählen, oder in 
denen die Posteinnahme nicht mindestens 10000 Dollar ausmacht. Mit der Landbrief- 
bestellnng werden seit einigen Jahren Versuche gemacht, die sich indes noch in sehr engen 
Grenzen bewegen. 
Die Verwaltung der nordamerikanischen Post lvird nicht nach fiskalischen Grundsätzen 
geführt. Die Post will dort lediglich eine gemeinnützige Anstalt sein und verzichtet deshalb 
grundsätzlich auf finanzielle Erfolge. 
Demgemäß zeichnen sich die amerikanischen Posten durch einen sehr billigen Tarif 
aus. Derselbe ist insbesondere hinsichtlich der Zeitungen so niedrig, daß die Ausgaben 
in der Regel die Einnahmen übersteigen. Gleichwohl führt die Bundesregierung fort 
während Erleichterungen und Verbesserungen ein. Da die amerikanische Post Pakete 
nur gegen Briefporto befördert, auch noch bis vor kurzem für den Verlust oder die 
Beschädigung von Sendungen keinerlei Ersatz gewährte, so werden fast alle Päckereien, 
Wertsendungen u.s.w. den „Expreßkompanien" übergeben, zumal sie, ohne feste Tarife 
zu haben, gegen billige Preise befördern und im Verlustfalle für den deklarierten Schaden 
Ersatz leisten. Außerdem gewähren diese Anstalten Vorschüsse, erheben Nachnahmen und 
zahlen auswärts fällige Wechsel. Diese ihre ausgebreiteten Geschäftsbeziehungen, in Ver 
bindung mit gefälligen Beamten, machen die Expreßanstalten zu einem ebenso nützlichen 
als allgemein beliebten Institut; sie sind in der That die Post des Volkes im Gegensatz 
zu jener der Regierung. Die erste geordnete derartige Privattransportanstalt gründete
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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