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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

786 Posten und Postwesen. 
rührt. Friedrich Wilhelm I., der sparsame Monarch, wußte den volkswirtschaftlichen 
Wert der Post besser zu würdigen, als sein prachtliebender Vorgänger, er schrieb für 
die Postverwaltung mit eigener Hand den Grundsatz vor: „Die Posten sollen angelegt 
werden von Ort zu Ort, ich will haben ein Land, das kultiviert sein soll; höret Post 
dazu." Demgemäß war er auch mit Eifer bemüht, das Postwesen durch Verbesserung 
und Erweiterung der Postanlagen und Verbilligung der Posttarife nach Kräften zw 
fördern. Daß unter Friedrich dem Großen die wichtigste Staatsverkehrsanstalt nicht 
zurückblieb, wird der Erwähnung kaum bedürfen. Doch zeigte der große König für 
die finanziellen Erfolge der Posten weit größeres Interesse, als für ihre volkswirt- 
schaftliche Bedeutung. Er ließ sich verleiten, die Verwaltung der Posten 1766 iw 
französische Regie zu geben, um daraus einen höheren Reinertrag zu erzielen. Die 
Regiebeamten hatten nichts Eiligeres zu thun, als die Posttaxen sämtlich bedeutend zw 
erhöhen. Die von dieser Maßregel erwarteten glänzenden Finanzresultate blieben aber 
aus. Die Posteinnahmen gingen im Jahre 1768 gegen das Vorjahr um 109000 Thaler 
und im folgenden Jahre um weitere 25000 Thaler zurück. Der König erkannte den 
Mißgriff bald und machte der 
unheilvollen Wirksamkeit der 
Regie beim Postwesen schon nach 
drei Jahren mit der Sentenz eiw 
Ende: „Ich will keine Fran 
zosen mehr, sie seynd gar zw 
ltderlich und machen lauter lider 
liche Sachen." Die Posttaxew 
wurden zwar alsbald wieder er 
mäßigt, zu ihrer Herabsetzung 
auf die früheren billigeren Sätze 
ließ sich der König jedoch nicht: 
bewegen. Die von der Regie 
der Post zugefügten Schäden glich 
eine umsichtige Verwaltung bald- 
wieder aus, und das Institut ent 
wickelte sich in naturwüchsiger 
Kraft stetig weiter. Als im Jahre 
1784 die Roheinnahmen der 
Post zum erstenmal die Höhe einer Million Thaler erreichten, machte Friedrich am Rande 
des ihm vorgelegten Berichts die Bemerkung: „Das ist admirabel!" Was Ivürde der 
große König erst bei der Nachricht gesagt haben, daß jene Einnahme im Jahre 1865„ 
dem letzten vor den großen Umwälzungen in Deutschland, sich auf das Dreizehnfache 
jener Summe belief, wovon ein Reingewinn von mehr als 1 x / 9 Millionen Thalern zur 
Staatskasse floß? Durch Ausgabe einer neuen Postordnung im Jahre 1782 erfuhren die 
Bestimmungen der älteren Postordnung mehrfache Abänderungen und Ergänzungen. 
Die kriegerischen Wirren, welche in dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts 
ihren Anfang nahmen und sich bis zum Jahre 1815 fortsetzten, schlugen der preußischen. 
Post tiefe Wunden, deren Heilung erst nach längerer Zeit gelang. Nach Beendigung dev 
Kriege wurde die Organisation des Postwesens in den neuerworbenen Landesteileu mit 
Eifer betrieben. Unter Leitung des 1821 zum Chef der Postverwaltung ernannten 
Generalpostmeisters von Nagler ging man mit Verbesserungen auf postalischem Gebieb 
energisch vor. Zunächst fand noch in demselben Jahre eine durchgreifende Reform des- 
Postzeitungswesens und zugleich die Errichtung einer Zentralstelle für den Zeitungs 
vertrieb unter dem Namen „Zeitungscomtoir" in Berlin statt, das als „Post-Zeitungs- 
amt" noch heute besteht. Zur gleichen Zeit wurden behufs Beschleunigung der Post 
transporte Schnellposten eingerichtet, die sich bald der Gunst des Publikums erfreuten, 
und in der Folgezeit eine solche Ausbreitung gewannen, daß im Jahre 1837 deren 182: 
794. Preußischer Persaiieiipostulagen uus der ersten Hülste 
des 18. Jahrhunderts.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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