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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

804 Posten und Postwejen. 
kehrsbedürfnissen entgegen, daß sich behaupten läßt, sie wird zur Wohlthäterin auf dem 
gesamten Verkehrsgebiete. Der namentlich durch den Postanweisungsdienst bei den Post 
anstalten hervorgerufene beträchtliche Umsatz von baren Geldmitteln hat zuerst in England 
auf den Gedanken geführt: 
Postsparkassen einzurichten. Dort waren diejenigen Personen, welche ihre kleinen 
Ersparnisse zinsbar anlegen wollten, bis zum Jahre 1860 lediglich auf Privatsparkassen 
angewiesen. Die Unzuverlässigkeit verschiedener dieser Institute und die dadurch für die 
Sparer herbeigeführten Verluste gaben zu dem Vorschlage Anlaß, unter der Garantie 
des Staates für das ganze Land eine allgemeine Sparkasse zu gründen und als An 
nahme- und Auszahlungsstellen derselben die Postanstalten zu bestimmen. Die Vorteile 
einer solchen Einrichtung waren einleuchtend; sie bestanden vornehmlich in der Sicherheit 
der Spareinlagen, da der Staat unbedingt für dieselben haftet, ferner in der Bequemlichkeit 
des Verkehrs mit der Sparkasse, welche bei der großen Zahl der durch die Postanstalten 
repräsentierten Annahme- und Auszahlungsstellen und der leichten Zugänglichkeit der 
selben zu jeder Tageszeit sich bietet, endlich in der leichten Übertragbarkeit der Spar 
einlagen von einem Orte auf den anderen, die insbesondere für die wandernde Arbeiter 
bevölkerung von nicht zu unterschätzendem Werte ist. Der Vorschlag fand denn auch an 
maßgebender Stelle sogleich eine günstige Aufnahme und gelangte im Jahre 1861 zur 
Ausführung. Die mit der neuen Einrichtung in England erzielten bedeutenden Erfolge 
veranlaßten die Postverwaltungen einer Reihe anderer Staaten z. B. Belgien, Frank 
reich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden u. a. in gleichem Sinne vorzugehen. 
Überall hat die Maßregel zu günstigen Ergebnissen geführt. So betrug 
die Zahl der 
Sparbücher 
das Gutbaben der Sparer 
1898 in Großbritannien und Irland 
8 000 000 
123 000 000 Pfd. Sterb, 
„ „ Frankreich 
3 087 000 
875 021 000 Frank, 
„ „ den Niederlanden . . ■ 
693 000 
70 012 000 Gulden, 
1897 „ Belgien 
1 377 000 
532 08 l 000 Frank, 
„ „ Schweden 
495 000 
58107 000 Kronen, 
1896 „ Italien 
2 909 000 
478 596 000 Lire, 
„ „ Oesterreich 
1 174 000 
49 691 000 Gulden. 
In Deutschland haben wir uns der Segnungen einer solchen Veranstaltung bis jetzt leider 
noch nicht zu erfreuen; daran trägt aber nicht die ja sonst so rührige Reichspostver 
waltung die Schuld, vielmehr ist es in diesem Falle merkwürdigerweise die Volks 
vertretung, welche sich den bezüglichen Anträgen der Regierung gegenüber ablehnend 
verhält. Es ist ja nicht zu verkennen, daß die dabei in Betracht kommenden Verhältnisse 
in Deutschland ganz anders liegen als in England und auch wohl in anderen Staaten, 
und daß den gegen die Einführung der Postsparkassen bei uns erhobenen Bedenken, 
deren nähere Darlegung uns hier zu weit führen würde, eine gewisse Berechtigung nicht 
abzusprechen ist. Immerhin sind dieselben nicht schwerwiegend genug, um die großen 
Wohlthaten, welche die Postsparkassen den unteren Bevölkerungsklassen gewähren müssen, 
diesen noch länger vorzuenthalten. Niemand wird leugnen wollen, daß die Vermehrung 
der vorhandenen Sparstellen in Deutschland durch den Hinzutritt von etwa 13 000 Post 
anstalten sowie der bequeme Verkehr mit den letzteren den Sparsinn in der Bevölkerung 
mächtig anregen und sowohl in sittlicher als auch in volkswirtschaftlicher Beziehung von 
den heilsamsten Folgen begleitet sein würde. In dieser Erkenntnis sollte man den 
Widerstand gegen die durchaus volkstümliche Einrichtung fallen lassen und auch unser 
Vaterland der unbestreitbaren Vorteile der Postsparkassen recht bald teilhaftig werden lassen. 
Unter Posttaxen versteht man die an die Post für ihre Leistungen zu entrichtenden 
Gebührensätze. Diese wurden in früheren Zeiten für jeden neu eingerichteten Postkurs 
besonders festgesetzt. Soweit es sich um Versendnngsgegenstände handelte, kamen dabei 
deren Gattung, Gewicht oder Wert, sowie die Beförderungsstrecke in Betracht. Je mehr 
die Postkurse sich im Laufe der Zeit ausbreiteten, desto größer wurde natürlich die Zahl
	        

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Die Angestellten in Der Wirtschaft. Freier Volksverl., 1928.
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