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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Entwicklung der Welttelegraphie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Fernsprechleitungsanlagen. Stadt- und internationaler Verkehr. 859 
Verbindungen, auf welchen gesprochen und telegraphiert wird, sind zu nennen: Köln- 
Frankfurt (Main), London-Paris, Brüssel-Paris. Das Doppelsprechen ist besonders 
sorgfältig in der deutschen Reichstelegraphenverwaltung ausgebildet und findet selbst auf 
den längsten Fernsprechlinien Anwendung, z. B. zwischen Berlin und Hamburg, Berlin 
und Köln, Berlin und Breslau, Hamburg und Magdeburg u. s. w. 
Die erste Fernsprechverbindung für den internationalen Verkehr ist im Jahre 
1885 zwischen Deutschland und der Schweiz, und zwar zwischen den Stadtfernsprechnetzen 
in St. Ludwig (Elsaß) und Basel ins Leben gerufen. Dieser Vorgang gab der deutschen 
Reichstelcgraphenverwaltung Veranlassung, gelegentlich der internationalen Telegraphen 
konferenz zu Berlin im Jahre 1885 eine allgemeine Regelung des internationalen Fern 
sprechverkehrs herbeizuführen. Es wurde festgesetzt, daß die Verbindungsleitungen bei 
jeder der in Betracht kommenden Verwaltungen in eine Bermittelnngsanstalt eingeführt 
werden sollen, und daß es den Teilnehmern zu gestatten sei, von ihren Fernsprechstellen 
aus in wechselseitigen Verkehr zu treten. Diese Bestimmung ist von großer Wichtigkeit, 
da der Fernsprecher nur dann in ganzem Umfange zur Ausnutzung gelangen kann, wenn 
die Teilnehmer in der Lage sind, sich desselben jederzeit bedienen zu können. Die Fest 
setzung der Gebühren ist dem Ermessen der Verwaltungen überlassen, dagegen ist die 
Dauer eines Gesprächs allgemein auf fünf Minuten begrenzt 
worden. Diese Bestimmungen sind im wesentlichen auch auf der 
Budapester Telegraphenkonferenz im Jahre 1896 aufrecht 
erhalten worden, nur daß die Gesprächsdauer von fünf auf drei 
Minuten herabgesetzt worden ist. Wie sich inzwischen der inter 
nationale Fernsprechverkehr entwickelt hat, ist schon weiter oben 
erörtert worden. Danach darf man wohl schon jetzt der Zu 
versicht Ausdruck geben, daß der Fernsprecher als internatio 
nales Verkehrsmittel eine gleiche Wichtigkeit erhalten wird, wie 
sie derselbe im inneren Verkehr der Völker bereits erlangt hat. 
Besondere Schwierigkeiten bei Herstellung von Stadt- 
ferneinrichtungen bietet die Führung der Teilnehmerleitungen 
nach der Vermittelungsanstalt und die Einrichtung der letzteren. 
Für die Konstruktion der Teilnehmerleitungen hat man von 
Anfang an die oberirdische Führung der Leitnngsdrähte ins 
Auge gefaßt und dieselben teils an Stangen befestigt, welche in 
den Straßen Aufstellung gefunden haben, teils mittels hölzerner oder eiserner Träger 
über die Dächer der Häuser fortgeführt. Diese Methode, welche auch jetzt noch die 
allgemeine ist, bietet mannigfache Unzuträglichkeiten namentlich in den größeren Städten, 
in welchen elektrische Bahnen und Lichtanlagen vorhanden sind. Es sind daher auch 
bereits vor längerer Zeit Versuche angestellt worden, die oberirdischen Bronzedraht 
leitungen durch Kabel zu ersetzen. Hierbei ergab sich indes, daß bei Verwendung 
von Kabeln auf größere Entfernungen die Lautwirkung der Fernsprecher erheblich ge 
schwächt und außerdem in den benachbarten Kabelleitungen so starke Induktion erzeugt 
wurde, daß das in einer Leitung Gesprochene in den anderen Leitungen mitgehört 
und verstanden werden konnte. Die Bestrebungen der Technik, die Induktion zu be 
seitigen, wurden bis zu einem gewissen Grade von Erfolg begleitet, indem es der 
Firma Felten & Guilleaume in Mühlheim (Rhein) gelang, durch Umwickclung der ein 
zelnen Kabeladern mit Stanniolstreifeu induktionsfreie Kabel von einigen Kilometern 
Länge herzustellen. Dagegen ließ sich gegen die Verschlechterung der Verständigung, 
welche auf den Verbrauch eines Teils der Sprechströme zur Ladung der Kabel zurück 
zuführen ist, ein Mittel zunächst nicht auffinden. Erst in neuerer Zeit ist dieser Übelstand 
durch Herstellung von Kabeln mit Papier- und Luftisolation nahezu beseitigt worden. 
Dadurch ist die Verwendung unterirdischer Kabelleitungen auch auf größere Entfernungen 
ermöglicht, und man ist in der That bereits vielfach dazu übergegangen, an Stelle der 
oberirdischen Leitungen Kabelleitungen zu verlegen. Bei Einführung der Teilnehmer 
leitungen in die Vermittelungsanstaltcn leisten die Kabel besonders ersprießliche Dienste. 
108*
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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