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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

884 
Die Weltwirtschaft. 
überseeischen Getreideproduktion bedrückte Landwirtschaft. Deutschland ging zu einer 
Schutzzollpolitik über, und dasselbe geschah in den übrigen Festlandsstaaten von 
Europa. Gleichzeitig begannen die Vereinigten Staaten von Nordamerika die 
Monroe-Doktrin, die in dem Schlagworte „Amerika den Amerikanern" gipfelt, vom 
politischen auf das wirtschaftliche Gebiet zu übertragen, durch hohe Schutzzölle den nord 
amerikanischen Markt gegen die ausländische Einfuhr abzuschließen und die Herstellung 
enger Beziehungen zu den übrigen amerikanischen Staaten zu einem bleibenden Grund 
satz ihrer Politik zu machen. England, das sich durch diese Abschließungsmaßregeln 
der anderen Staaten in dem Absätze seiner Jndustrieerzeugnisse bedroht sah, wurde 
hierdurch mehr als bisher auf seine kolonialen Märkte hingewiesen, und fast gleichzeitig 
mit den zollpolitischen Schutzmaßnahmen der europäischen Staaten taucht in England 
der Gedanke auf, das vereinigte Königreich mit seinen Kolonien zu einem großen, dem 
Auslande gegenüber sich abschließenden Wirtschaftsgebiete zu machen; die Kolonien sollen 
die bevorzugten Lieferanten für den Bedarf des Mutterlandes an Nahrungsmitteln und 
Rohstoffen werden und einen geschützten Markt für den Absatz der englischen Jndustrie 
erzeugnisse bilden. Daher ist die englische Politik in den letzten Jahrzehnten von dem 
Bestreben getragen, den englischen Kolonialbesitz zu sichern und zu erweitern. Die Be 
setzung von Cypern und Ägypten, die Ausbreitung des Kolonialbesitzes in Ostafrika und 
am Niger, der Sudanfeldzug, die Einverleibung des inneren Südafrika bis an die 
Grenzen des Kongostaates und die Gewaltpolitik, die gegen die beiden Bnrenrepubliken 
eingeschlagen wurde, sind Glieder einer Kette von Maßnahmen, die alle auf dasselbe 
Ziel hinauslaufen. Zn immer energischerem Ausgreifen wurde diese Politik angespornt 
durch die wirtschaftlichen Fortschritte Deutschlands und die politischen Er 
rungenschaften Rußlands in Asien. Unter dem Schutze der von Bismarck einge 
leiteten Zollpolitik war die deutsche Industrie zu einer auf vielen Gebieten ebenbürtigen, 
auf manchen sogar überlegenen Konkurrentin der englischen emporgewachsen, bedrohlich 
schob sich der deutsche Handel an den englischen heran, neben ihm die zweite Stelle im 
Weltverkehr einnehmend. Die Entstehung deutscher Kolonien in Afrika ließ England 
fürchten, in diesem Weltteil politisch überholt zu werden, und gestützt auf seine zur Zeit 
noch überlegene Seemacht, trachtete es, ihm bei Zeiten durch Einverleibung weiter 
Landesstrecken in seinen Schutzbereich einen Riegel vorzuschieben. Dem Vordringen des 
deutschen Handels auf seinem Kolonialmarkte suchte es durch das Warenbezeichnungs 
gesetz entgegenzutreten, und die Weigerung, in einen neuen Handelsvertrag die Bestimmung 
wieder aufzunehmen, daß die deutsche Ausfuhr in die englischen Kolonien dieselben Vor 
teile wie die englische genießen soll, läßt das Hinstreben nach einem engeren wirtschaft 
lichen Zusammenschluß mit den Kolonien klar als das Ziel der englischen Politik hervor 
treten. Thatsächlich hat seither bereits Kanada der englischen Einfuhr günstigere Zölle 
eingeräumt als jener aller übrigen Staaten, und auch in Australien ist bei dem jüngst 
erfolgten Zusammenschluß der dortigen Kolonien zu einer Zollunion ein gleiches Vor 
gehen wenigstens in Betracht gezogen worden. Wie durch Deutschland in seiner wirt 
schaftlichen, sieht Großbritannien durch Rußland sich in seiner politischen Weltstellung 
bedroht. Die bedenkliche Annäherung der Grenzen des russischen Besitzes in Zentralasien 
an Indien, den Schlüssel der englischen Weltmacht, das russische Vordringen in Persien, 
wo es bereits in das englische Einflnßgebiet am Persischen Meerbusen überzugreifen be 
ginnt, die Ausbreitung seines Machtgebietes im nördlichen China und an den Küsten 
des Stillen Ozeans sind für England um so bedeutungsvoller geworden, als Rußland 
durch die Vervollkommnung seines europäischen Bahnnetzes und durch den Ausbau der 
sibirischen und transkaspischen Bahnen die Schwäche beseitigt hat, die in der ungeheuren 
Ausdehnung seines Reiches gelegen war. 
Aber nicht nur gegen England richtet sich die aus dem Wachstum des russischen Welt 
reiches entspringende Gefahr. Nach einer Periode gemäßigter Schutzzölle seit ungefähr 
20 Jahren zu einem Prohibitivzollsystem zurückgekehrt, stellt Rußland heute schon ein ein 
heitliches Wirtschaftsgebiet von ungeheuerer Ausdehnung dar, das seiner wachsenden
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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