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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

912 
Die Weltwirtschaft. 
Jedenfalls hat die bestehende Agrarverfassung in England die Anpassung an die neuen 
Verhältnisse wesentlich erleichtert, hauptsächlich wohl deshalb, weil die Entwertung des 
Grundbesitzes, die infolge der ausschließlich von industriellen Gesichtspunkten geleiteten 
Handelspolitik Englands und der bewußten Preisgebung der landwirtschaftlichen Interessen 
zu gunsten billiger Ernährung der industriellen Bevölkerung eingetreten war, nicht von 
kleinen, an der Industrie nicht interessierten Grundbesitzern getragen werden mußte, 
sondern auf die Schultern weniger Großgrundbesitzer übergewälzt wurde, die selbst wieder 
mit der Industrie verknüpft sind, während der den Bauernstand des Festlandes vertretende 
kleine Pächter sich durch die Herabminderung der Pachtprcise schadlos hielt. 
Anders auf dem Festlande. Hier, namentlich in Deutschland, bildet der Pacht 
besitz die Ausnahme. Über 83% der gesamten bewirtschafteten Grundfläche stehen in 
Eigenwirtschaft. Dabei herrscht im allgemeinen der bäuerliche Betrieb vor, wie die nach 
folgende Übersicht zeigt: 
Es entfielen auf die Betriebe mit einer landwirtschaftlichen 
Fläche von 
weniger als 
2 lia 
2—20 ha 
20—100 ha 
100 ha 
und mehr 
von der Gesamtzahl der Betriebe 
3 236 367 
2 015 122 
281 767 
25 061 
von der gesamten landwirtschaft- 
lichen Fläche 
1 808 444 
13 007 859 
9 869 837 
7 831 801 
von je 100 Betrieben 
58,2 
36,3 
5,1 
0,45 
von je 100 ha landwirtschaftlicher 
Fläche 
5,6 
40,0 
30,3 
24,1 
Hiernach nimmt der kleine und mittlere bäuerliche Betrieb in Deutschland den be 
deutendsten Raum ein, zusammen 70% der landwirtschaftlichen Fläche, während auf den 
Großbetrieb kaum % entfällt. Der Zwergbetrieb in kleinen Parzellen ist nur der Zahl 
der Betriebe nach stark vertreten, hat aber landwirtschaftlich keine besondere Bedeutung, 
weil er kaum 6% der Gesamtfläche einnimmt. Gegenüber der Zählung von 1882 ist 
der Großbetrieb eher noch zurückgegangen, da auf ihn im Jahre 1882 24,4%, im 
Jahre 1895 24,1% der bewirtschafteten Fläche entfallen. Ebenso haben die Betriebe 
mit 20—100 ha im Jahre 1882 31,i im Jahre 1895 30,3 % der Fläche eingenommen, 
während die Kleinbetriebe mit 2—20 ha von 38,8 auf 40% gestiegen sind. Der Zwerg 
betrieb unter 2 ha weist ebenfalls eine Verminderung von 5,7 auf 5,6 % auf. 
Im Osten und Nordosten Deutschlands erleidet dieses Verhältnis allerdings bedeutende 
Verschiebungen. Hier herrscht der Großgrundbesitz vor. So entfallen beispielsweise in 
Schlesien 33. in Brandenburg 38, in Ostpreußen 39, in Westpreußen 43, in Posen 52, 
in Pommern 55, in Mecklenburg sogar 60% Gesamtfläche auf die Betriebe mit mehr als 
100 ha, während in West- und in Süddeutschland der bäuerliche Betrieb kleineren und 
mittleren Umfanges entschieden vorherrscht und der auf den Großgrundbesitz entfallende 
Anteil unter das Durchschnittsmaß sinkt. 
Entsprechend der Verschiedenheit der wirtschaftlichen Verhältnisse waren nun auch 
die Wirkungen des Preissturzes der landwirtschaftlichen Erzeugnisse für den Osten und 
Westen Deutschlands, für Großgrundbesitz und Bauernstand verschieden. Für den Groß 
grundbesitz im Osten waren Getreide und Brennkartoffeln für die Spiritusbrennerei die 
Haupterzcugnisse; beide hatten unter dem Preisrückgang am schwersten zu leiden. In 
Mitteldeutschland und in der Provinz Sachsen wurde der Großgrundbesitz durch den 
Preisrückgang des Zuckers schwer getroffen, da er hier hauptsächlich den Rübenbau pflegte. 
Außerdem bedeutet die Verteuerung der Arbeitskräfte und die Abwanderung vom flachen 
Lande nach den Jndustrieorten und in die Städte in erster Linie für die großen Güter 
eine Erschwerung und Verteuerung ihres Wirtschaftsbetriebes, der kleine und mittlere 
Grundbesitzer war weniger davon betroffen, weil er einen großen Teil der in der Wirt 
schaft notwendigen Arbeit selbst und durch Familienangehörige bestreitet.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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